Marienhof wird 18: Mit der ARD-Serie sind Millionen Jugendliche erwachsen geworden. Zwei Fans erinnern sich.
Marienhof wird 18 - und mit der ARD-Serie sind Millionen Jugendliche erwachsen geworden. Zwei Mitglieder der sueddeutsche.de-Redaktion waren jahrelang marienhof süchtig. Ein Gespräch mit zwei Fans.
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"Es gehört eigentlich dazu, dass man sich über die Handungen aufregt": Die ARD-Serie "Marienhof" wird 18. (© ARD Foto)
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sueddeutsche.de: Mal ehrlich, habt Ihr die Serie wirklich immer geguckt?
Sie: Ich hab das geguckt bis 1993.
Er: Damals kam es jeden Tag - nach Verbotene Liebe. Zuvor wurde Marienhof zwei Mal in der Woche ausgestrahlt.
Sie: Ja, dann fing mein Arbeitsleben an - und dann ist man um 18.25 Uhr nicht daheim. Man kann es also nicht mehr gucken.
Er: Ich war 18, als ich damit aufhörte. Irgendwie habe ich dann doch die Lust verloren.
Sie: Und während des Studiums hat immer die ganze WG mit dem Abendessen vor dem Fernseher gesessen und Marienhof geguckt.
Er: Ich saß damals allein vor dem Fernseher, weil es bei uns niemand außer mir gucken wollte. Was übrigens ganz schlimm war, wenn man sich schon drauf gefreut hat - ...
Sie: ... und dann kam Skispringen ...
Er: ... oder Uefa-Cup.
Sie: Dann war der Abend gelaufen.
sueddeutsche.de: Und was ist nun das Tolle an Marienhof?
Er: Also bei mir war es so: Wir hatten anfangs nur drei Programme und im ZDF lief Forsthaus Falkenau und im dritten Programm die Sesamstraße oder das Sandmännchen. Da fällt die Wahl nicht sonderdlich schwer.
Sie: Mir hat gefallen, dass man sich so wunderbar aufregen kann. Mir war immer klar, dass es ein ganz großer Mist ist. Dass es total übertrieben ist und ich hätte mich nie dazu bekannt. Das ist so unwahrscheinlich alles und so durchschaubar.
Er: Aber das ist doch typisch Soap. Da verliert die Frau ihren Lover, weil der sie mit einem Mann betrügt, daraufhin rutscht sie in eine Sekte, da muss man sie dann befreien, zwei Monate später ist sie dann noch drogenabhängig und kriegt dann auch noch ein Kind von einem Mann, den sie gar nicht kennt.
Sie: Und das Kind verliert sie dann auch noch. In der Serie sind in etwa so viele Kinder geboren, wie es Fehlgeburten gab.
Er: Beängstigend.
Sie: Und total durchschaubar. Aber es gehört eigentlich dazu, dass man sich über die Handlungen aufregt.
Er: Man genießt eher, dass man alles durchschaut. Man sieht, da trinkt einer zweimal in einer Folge Alkohol und weiß: In zwei Monaten ist er alkoholabhängig und in einer Entzugsklinik.
Sie: Das geht schneller als in zwei Monaten.
Er: Also gut, in vier Wochen.
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