Gerichtsurteil zu "Schwarzbuch WWF" erwartet Massiver Druck auf Random House

Der ungewöhnlich scharf ausgetragene Streit könnte für den WWF negative Rückkoppelungen zur Folge haben. Die Nachfrage nach dem Buch ist groß, die Berichterstattung über den WWF, wie Reaktionen im Internet zeigen, ist ein gefragtes Thema. Auch gibt es zahlreiche Anfragen aus Europa und den USA bezüglich einer internationalen Verwertung des Schwarzbuches, selbst ungewöhnliche Lizenzgebiete wie Südkorea, Taiwan und China bekunden Interesse.

Zwischenzeitig konnte Huismanns gebundene Recherche nur noch direkt für 19,99 Euro bei Random bestellt werden, inzwischen liegt sie als E-Book vor.

Der WWF bleibt offensiv. Huismann sagt, dass er und sein Verlag "Unterlassungsbegehren am laufenden Band" bekämen, "versehen mit der Androhung weiterer Anträge auf einstweilige Verfügungen". Er spricht von einer "Zermürbungsstrategie" des WWF.

Rainer Dresen, Anwalt des Gütersloher Verlagshauses, sagt, dass er schon viel erlebt habe, doch selbst bei kritischen Büchern über Scientology sei noch nie so ein massiver Druck auf den Verlag ausgeübt worden: "Was dieses Vorgehen über das Selbstverständnis des WWF Deutschland und seine Fähigkeit, sich mit Kritik auseinanderzusetzen, aussagt, mag jeder für sich entscheiden. Mein Verständnis von Pluralismus und Meinungsfreiheit sieht jedenfalls anders aus."

An diesem Donnerstag wird beim Fernsehfestival in Monte Carlo entschieden, wer 2012 etwa in der Kategorie "Beste Dokumentation International" gewinnt. Huismanns Pakt mit dem Panda ist nominiert, der Autor bekam aber keine Einladung. Als er bei der Festivalleitung anrief und nachfragte, wurde ihm erklärt, sein Film sei "juristisch umstritten".

Hat der WWF womöglich mit Monegassen-Fürst Albert gesprochen? Der Preis, für den Pakt mit dem Panda nominiert wurde, heißt "Fürst-Rainier-III.-Preis" - benannt nach Alberts Vater. Der war einst größter Förderer des WWF Frankreich.