ARD Doppelter Einsatz

(Foto: Nikolai Huland/dpa)

Hans-Jochen Wagner ist jetzt "Tatort"-Kommissar im Schwarzwald. Seinen Job als ZDF-Ermittler musste er deshalb nun an den Nagel hängen. Erstaunlich: Nicht für alle Schauspieler gelten dieselben Regeln.

Von David Denk

Seit Dienstag ist Hans-Jochen Wagner Tatort-Kommissar. Der Titel gilt als Ehre, auch wenn zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung noch überhaupt nicht klar ist, ob man später auf die Filme stolz sein kann. Devid Striesow, seit 2013 Ermittler in Saarbrücken, weiß, wovon die Rede ist.

Das ist umso riskanter, als die ARD ihren Tatort-Kommissaren Exklusivität abverlangt, was Wagner nun zu spüren bekam. Das Auslaufen seiner Hauptrolle in der Reihe Kommissarin Heller der Konkurrenz vom ZDF, das der Sender bestätigt, nennt Wagner "eine Konsequenz, mit der ich rechnen musste". Der 46-Jährige sagt, er hätte die Tatort-Verpflichtung gegenüber ZDF und der Produktionsfirma "gern offener und früher kommuniziert" als diesen Montag, habe "auf Wunsch des SWR aber Stillschweigen bewahrt".

Das alles kann man absurd finden, käme doch niemand auf die Idee, Veronica Ferres fürs ZDF zu sperren, weil sie ähnliche Rollen auch im Ersten spielt. Interessant auch, dass "Kommissarin Heller" Lisa Wagner ihren Part behalten darf, obwohl sie zum Münchner Tatort-Ensemble gehört. Dort spielt sie allerdings eine Profilerin, keine Kommissarin; das reicht, um von der Regel verschont zu bleiben.