Angeblich keine Schleichwerbung im ZDF-Film Der schöne Anschein

Angeblich soll es keine Schleichwerbung im ZDF-Film "Familiengeheimnisse" geben. Dennoch wird der Sender wohl Konsequenzen ziehen.

Von Christopher Keil

Es lief gut in den ersten 13 Tagen das Jahres für das ZDF. Die Quoten sind zufriedenstellend, erst gerade waren es fast acht Millionen Zuschauer, die sich das sehr emotionale Durcheinander in einer Berliner Kosmetikdynastie zugemutet haben.

In einem Interview mit dem Internetmagazin Cast bestätigt die Darstellerin Dennenesch Zoudé, dass die Requisite der realen Parfumsorte ähnelt, für die sie wirbt.

(Foto: dpa)

Das über zweistündige Melodrama Familiengeheimnisse ist handelsüblicher Stoff für den Sonntagabend gewesen. Dennenesch Zoudé spielte die Tochter einer Afrikanerin. Am Totenbett der Mutter erfährt sie, dass ihr richtiger Vater ein deutscher Industrieller ist.

Die Familienzusammenführung gestaltet sich schwierig, es geht ums Geld und ein neues Parfüm. Der Duft hat ein markantes Logo: die afrikanische Schirmakazie.

Mit Schirmakazien ist nun auch der Produzent Oliver Berben beschäftigt. Seit Montag untersucht das ZDF nach einer SZ-Anfrage den "Fall Schirmakazie". Darstellerin Zoudé wirft sich nicht nur in der Fiktion vor einem Plakat des besonderen Baumes in Pose, sie bewirbt mit einer Schirmakazie auch eine eigene Pflegelinie.

Berben, dessen Firma Moovie - the art of entertainment (zählt zur Constantin AG) den Film hergestellt hat, muss gegenüber dem ZDF darstellen, wie die Schirmakazie ins Programm kam. Dass es sich um keine Schleichwerbung handelt, hat das ZDF an diesem Donnerstag vorsorglich festgestellt.

In einer Mitteilung heißt es: "Die bisherige Überprüfung hat ergeben, dass das Motiv (...) ohne kommerziellen Hintergrund zum Einsatz kam. Die Ähnlichkeit mit dem Logo eines Kosmetikprodukts, das die Schauspielerin Zoudé kreiert hat, war weder dem Produzenten, noch der ZDF-Redaktion bekannt. (...) Da schon der Anschein einer Logoplatzierung aus kommerziellen Interessen für das ZDF inakzeptabel ist", müsse Berben sämtliche Szenen, "in denen das Akazienlogo aufscheint, ändern". Bei dem Publikumsinteresse wird Familiengeheimnisse nicht nur einmal wiederholt.