Die Modewelt steht kurz vor einem handfesten Skandal: Angeblich soll die mächtigste Frau der Branche sparen - ausgerechnet an ihrem Markenzeichen.
Sie wird abwechselnd als "Ice Queen", "Stalin auf Stilettos" oder auch "Nuclear Wintour" bezeichnet: Anna Wintour, gefürchtete und höchst erfolgreiche Chefredakteurin der amerikanischen Modezeitschrift Vogue. Seit 21 Jahren sitzt sie dort schon im Chefsessel - und scheinbar ebenso lange trägt sie den immer gleich akkurat frisierten Pagenkopf samt Pony.
Seit 21 Jahren die mächtigste und gefürchteteste Frau der Modebranche: Chefredakteurin Anna Wintour. (© Foto: Getty Images)
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Doch nun steht die Modewelt Kopf, das Markenzeichen der 59-jährigen Wintour scheint bedroht: Die Bild-Zeitung will herausgefunden haben, dass der mächtigsten Frau der Modebranche das Budget für Make-up und - oh mein Gott - die Haare gestrichen wurde. Die Finanzkrise ist also auch im Modeolymp angekommen. Der Chauffeur soll angeblich in Zukunft auch nicht mehr bezahlt werden.
Doch es gibt Hoffnung: Bisher hat Wintour noch alle Krisen gemeistert. Die immer wieder aufkeimenden Gerüchte, sie solle als Vogue-Chefin ersetzt werden, hat sie stoisch ausgesessen. Dass die bekennende Pelzträgerin Wintour immer mal wieder mit Essen oder Abfällen beworfen wird, lässt sie kalt. Und als Vorlage für die Rolle der herrischen Chefredakteurin im Kinoerfolg "Der Teufel trägt Prada" betrachtet zu werden, ließ sie stillschweigend über sich ergehen.
Trotz - oder gerade wegen - ihres tyrannischen Führungsstils gilt Anna Wintour als einflussreichste Frau der Modewelt, sie entscheidet über Erfolg oder Untergang der Designer und wurde schon als "heimliche Bürgermeisterin New Yorks" bezeichnet. Dass diese Frau künftig bei Zara oder H&M shoppen geht und auf den regelmäßigen Friseurbesuch verzichtet ist also eher unwahrscheinlich. Selbst in der größten Krise wird man über Anna Wintour noch sagen können: Die Frisur sitzt.
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(www.sueddeutsche.de/aro/bre)