Eine Art Loveparade: Der Erdton gilt als wertbewusster Trendsetter in Sachen Autofarbe. Wärmende Farbtöne für Karosse und Herz. Ganz klar: Man fährt Braun.
Wenn es draußen stürmisch wird, bauen wir uns ein Nest. Cocooning nennen Zeitgeistforscher das. Wir machen es uns kuschelig, verbringen die Wochenenden in Möbelhäusern, lassen uns Feinkost an die Tür kommen und schauen Umweltfilme im Fernsehen. Ab und zu müssen wir auch mal raus, um uns die ganze Harmoniesucht überhaupt leisten zu können.
Ein BMW X1 überholt uns in Mokka: Braun ist die neue Trendfarbe für Autos. (© Foto: dpa)
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Dann schrauben wir vier Räder an unseren Kokon und rollen durch die große böse Stadt und gehen arbeiten. Als geschasste Banker vor einem Jahr ihre Kisten aus den Büros abgeholt haben, waren ihre Autos silber, schwarz und vor allem ipodweiß. Diese Aufgeräumtheit lässt in Krisenzeiten frösteln. Also wärmen neue Töne Karosse und Herz. Man fährt Braun.
Spiegelte der Erdton in den Farbskalen der Psychologen früher den Charakter eines Biedermanns am Steuer, ist er heute wertbewusster Trendsetter. Braun ist das neue Weiß, hört man aus den Labors der Trendfärber in der Autoindustrie.
Schokofarben surrt die neue Mercedes S-Klasse durch die Werbung, ein BMW X1 überholt uns in Mokka, ein Volvo XC60 im Farbton "Terra Bronze" steht im Parkhaus. Meldeten im Januar gerade mal 2448 Neuwagenbesitzer braune Autos beim Kraftfahrtbundesamt an, waren es im Juni bereits 7081. Insgesamt brausen seit Januar 29770 neue braune Autos durchs Land.
Es ist, als wenn einem eine große Tasse dampfenden Kakaos gereicht wird. Alles wird gut. Vielleicht in der Autoindustrie, ganz sicher aber auf der Straße. Die Farbe des Wagens sagt nicht nur viel über seinen Fahrer aus. Schwarzfahrer gelten ja als autoritär, Blaubrauser als teamfähig und Cremecruiser als depressiv. Psychologen zufolge beeinflusst die Farbe auch das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Während ein gelber Porsche aggressiv machen kann, wenn er nur am Straßenrand geparkt ist, wirkt die braune Version sofort harmonisierend. Sogar auf der Dränglerspur auf der Autobahn. Da rollt eine ganz neue Art von Loveparade auf uns zu.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(SZ vom 16.09.2009)
Interessant war für mich letztes Jahr auch die Erkenntnis, dass auch die Zahl der vom Hersteller angebotenen Farben länderspezifisch ist. Im konkreten Fall gab es in D deutlich weniger Farben als in NL, Fertigung ist für alle Zielländer im gleichen Werk. Nichts gegen Aufpreise für Metalllic, wenn's dann wenigstens ansprechende Farben geben würde.
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AN profuture@: Den Alltag soll man nicht mehr mit Politik ueberschuetten, als es notwendig ist. Uebrigens,habe ich schon bei anderen Gelegenheiten darauf hingewiesen,das der verstorbene Kabbartiest, Huesch dessen Herz lings schlug sich damals in den spaeten 70 gern,schon darueber beklagte das die sogenannte linke in Deutschland,keinerlei Humor habe. Bei deinen Leserbrief,musste ich daran denken. Uebrigens noch einen guten Tag.
Endlich ist der Farbwechsel auch bei den Autos vollzogen und die Lackfarbe folgerichtig und trendsettig der schwarz-braunen Gesinnung des "oberen Einkommenssegments" angepasst.
konnte jeden Farbwunsch erfuellen, solange er schwarz war. Nun ganz so einfach ist das heute nicht mehr, aber irgendwie steuern die Automobilhersteller die Trends doch wieder selber. Autos werden heute in weiss und blau (Uni - ohne Aufpreis) angeboten, daneben gibt es eine Hand voll graue silber bis schwarz Toene, noch ein Weinrot und dann beisst es bei den meisten Herstellern schon aus. Bei der Auswahl von Pest und Cholera landen halt mittlerweile die meisten beim neutralen Silber oder Schwarz. Wenn wirklich eine breite Farbpalette angeboten wuerde - sagen wir mal 20-30 Farben und Nuancen, dann wuerde es auch andere Trends geben.
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