Der Orthopäde Ulf Lütjohann erklärt, welche Sportarten das größte Risiko für Gelenkverschleiß darstellen - und was man gegen Arthrose tun kann.
sueddeutsche.de: Zwischen fünf und 8,5 Millionen Menschen über 40 leiden in Deutschland unter Gelenkverschleiß, der sogenannten Arthrose. Betroffen ist fast jede vierte Frau und jeder fünfte Mann über 65 Jahren. Unser Körper ist an das Laufen angepasst. Wieso geht bei so vielen Menschen das Knie- und Hüftgelenk kaputt?
Trotz Bandagen auf den Beinen: Viele Sportler hören nicht auf die Warnsignale des Körpers (© Foto: iStockphotos)
Anzeige
Ulf Lütjohann: Mit zunehmenden Alter wächst das Risiko einer schmerzhaften Arthrose. Nun wächst einerseits unsere Lebenserwartung, so dass immer mehr Menschen unter Gelenkverschleiß leiden. Außerdem legen wir auch im Alter noch großen Wert auf Mobilität und Freizeitsport. Deshalb macht sich Arthrose bei immer mehr Menschen bemerkbar.
sueddeutsche.de: Ist Sport im Alter dann ein Risiko?
Lütjohann: Der Gelenkverschleiß beginnt viel früher. Aber bei den meisten Betroffenen treten erst nach dem 40. Geburtstag die ersten Schmerzen auf.
sueddeutsche.de: Wie lässt sich ein Verschleiß der Gelenke verhindern?
Lütjohann: Dazu muss man zuerst wissen, wie Arthrose entsteht. Im Knie zum Beispiel sitzt auf Oberschenkelrolle und Schienbeinkopf ein fester und gleitfähiger Knorpel, der ständig durch eine Schutzschicht, die Gelenkschmiere, überzogen ist. Zusätzlich wirken Knorpelscheiben im Gelenk als Puffer, die Menisken. Besonders durch den Freizeit- oder Berufssport werden die Gelenke stark belastet. Entstehen dabei Risse in Knorpel und Menisken, droht eine ungleichmäßige Druckbelastung. Dadurch kann die Knorpelschicht abgerieben werden. Geht der Schaden bis auf den Knochen, spricht man von einer Arthrose.
sueddeutsche.de: Die Ursache ist also immer eine Verletzung?
Lütjohann: Das ist der eine Weg, auf dem sich der Gelenkverschleiß bereits von Jugend an entwickeln kann. Man spricht dann von sekundärer Arthrose. Dann gibt es noch die primäre Arthrose, die im Alter auftritt, ohne dass wir genau wissen, weshalb. Es gibt außerdem Sonderformen, die sich etwa aufgrund von Stoffwechselerkrankungen, nach Infektionen oder bei einer rheumatischen Erkrankung entwickeln.
sueddeutsche.de: Wenn wir Schmerzen spüren, ist der Gelenkknorpel bereits beschädigt?
Lütjohann: Die meisten Patienten suchen erst Hilfe, wenn bereits Symptome auftreten. Dann ist das Gelenk tatsächlich bereits geschädigt.
sueddeutsche.de: Lässt sich die Entwicklung der Arthrose aufhalten?
Lütjohann: Man kann den entstandenen Schaden nicht mehr gutmachen. Es gibt keine Heilung. Aber der schädliche Prozess lässt sich beeinflussen.
sueddeutsche.de: Und wie?
Lütjohann: Es ist ganz wichtig, das Knie zu entlasten. Manche Patienten sollten also ihr Gewicht reduzieren. Die Gelenke müssen viel bewegt werden, da dadurch Gelenkflüssigkeit in den Knorpel einmassiert wird. Diese Flüssigkeit dient der Ernährung der Knorpelzellen. Außerdem muss die knieübergreifende Muskulatur gestärkt werden.
sueddeutsche.de: Wie macht man das am besten? Immerhin ist gerade Sport eine der Ursachen für Arthrose.
Lütjohann: Es kommt auf die Art der Bewegungen an und damit auf die Sportart. Radfahren zum Beispiel ist ausgesprochen günstig, Rudern tut dem gesamten Bewegungsapparat gut. Schwimmen ist ebenfalls ausgesprochen gelenkfreundlich. Auch Walking ist zu empfehlen. Beim Golfspielen ist die Rotationsbewegung beim Abschlag nicht so gut.
Auf der nächsten Seite: Was man besser bleibenlassen sollte
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Zweimal ist er in Deutschland dem Tod entkommen: in Bergen-Belsen und in München. Der Geher Schaul Ladany gehörte 1972 zu Israels Olympiateam. Das ist jetzt 40 Jahre her, doch die Erinnerung folgt ihm auf Schritt und Tritt. Seite Drei. Jetzt lesen ...
- Erkältung und Sport "Sport ist Stress und Entzündung" 10.11.2008
- Marathon Bis das Herz sticht 04.04.2008
- Frau wehrt sich gegen tierischen Angriff Joggerin nimmt Reh in den Schwitzkasten 02.05.2011
- Stadtführung für Fitnessfans Die Schauläufer 14.09.2010
- Münchner Frühlingsgefühle Sonne auf der Haut 27.04.2010
- Marathonrennen Lauf-Termine 2010 12.04.2010
- Joggen Das Lauftier muss Gassi gehen 12.04.2010
Verkehrssünderdatei in Flensburg
Ich muß zugeben, ich mach mir nix aus Laufen, obwohl ich's nötig hätte (die Pfunde). Also wäre es verlockend, jemand anderes dafür zu bezahlen, damit er für mich joggt. Aber was bringt das für meine Gesundheit? Oder hab ich hier was falsch verstanden?
:D
Eine kleine Erklärung ist wohl nötig. Bei jeder etwas stärkeren Beanspruchung´der Muskulatur oder des Knochenapparates gibt es kleine Mikrorisse in der Faserung der Muskeln oder in den beanspruchten Knochen oder Gelenkknorpeln. Wenn man so närisch ist diese nicht ausheilen zu lassen etwa dadurch, dass man meint den täglichen Joggingstress wiederholen oder gar steigern zu müssen, dann heilt 'es' nicht von selbst, sondern die Schäden summieren sich bzw. werden immer größer. Damit umgeht man die 'Selbstheilungskräfte' des Körpers. Man muss dann irgendwann zum Doktor 'rennen', wenn es zu spät ist, weil man nicht klug genug war Pausen für die Regeneration des Körpers einzuschieben.
Man muss auch nicht immer gleich zum Doktor joggen.
Denn außer 'selbst zu joggen' gibt es noch die Selbstheilungskräfte des Corpus. Davon erzählt der liebe Onkel aber nix. Einfach mal Pause machen, wenn man ein Alltagsjogger ist und abwarten, vielleicht bei etwas Teetrinken.
das dachte ich mir schon, deswegen laß ich andere für mich joggen.
Und das, nachdem die SZ dauernd Werbung fürs Joggen gemacht hat. Künftig sollte jeder Artikel, der sich mit der Lust und dem Wert des Joggens befasst, einen Warnhinweis oder Piktogramm enthalten. Der Gesundheit zuliebe.
Paging