Promis und Liebe: Schmachtwort der Woche "Er hat bekommen, was er verdient"

Der schönste Tag im Leben findet immer zweimal statt: bei der Hochzeit - und am Tag der Scheidung. Dazwischen ist reichlich Platz für einen schönen Rosenkrieg. Und der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Eine Kolumne von Violetta Simon

Sie waren ja so glücklich, die Ochsenknechts. Klebten auf jeder Party aneinander. Trugen das Haar phasenweise sogar in derselben Farbe. Bekamen drei gemeinsame Kinder und dachten sich phantasievolle Namen für sie aus, die an Freiheit, Wilden Westen und daran erinnern sollten, dass ihre Eltern alles, nur nicht durchschnittlich sind. Und - weitaus bemerkenswerter - setzten diese Namen auch noch beim Standesamt durch. Mit anderen Worten: Die Welt stand ihnen offen, ihnen gelang selbst das Unmögliche.

Schmachtwort Ochsenknecht Natascha

Das Schmachtwort kommt diesmal von der frisch geschiedenen Natascha Ochsenknecht.

(Foto: Sophie Kaiser)

Doch im Laufe der Jahre ging ihnen irgendwie die Luft aus, kam ihnen ihr Wille zur Gemeinsamkeit abhanden. Vielleicht fielen ihnen auch einfach nur keine lustigen Kindernamen mehr ein. Jedenfalls fanden sie, es sei an der Zeit für die Scheidung. Nicht nur der Standesbeamte war erleichtert, dass das nun ein Ende haben würde mit den Diskussionen, ob Cheyenne Savannah ein Mädchenname oder eine Gewürzmischung sei. Als Natascha und Uwe Ochsenknecht am 31. Juli, nach 19 Jahren Ehe, das Münchner Amtsgericht verließen, machten beide einen sichtlich gelösten Eindruck. Uwe mit der Tendenz zur Erschöpfung. Natascha mit der Tendenz zur Genugtuung.

Vor ihnen lag eine neue Zukunft auf getrennten Wegen - hinter ihnen die Trümmer ihrer Ehe. Die Ochsenknechts hatten ganze Arbeit geleistet. Selbst nach der amtlich vollzogenen Trennung musste die frisch Geschiedene noch einmal nachtreten. Ihr Kommentar über den Ex-Mann an ihrer Seite: "Er hat gekriegt, was er verdient hat".

Der stärkste Motor in einem solchen Rosenkrieg sind Rachegelüste. Welche Waffen gewählt werden, hängt dabei von der Phantasie der Duellanten ab. Doch es gibt ein paar bewährte Maßnahmen, auf die Rosenkrieger immer wieder gerne zurückgreifen. Sobald er gefallen ist, der Satz "Ja, ich will - die Scheidung!" heißt es nämlich: rasch handeln. Zum Aufwärmen empfiehlt sich, dem nun mehr verhassten Partner den Anwalt vor der Nase wegzuschnappen, der bisher die familiären und geschäftlichen Angelegenheiten regelte und Einblick in die Vermögensverhältnisse hat. Dann kann man gleich zum nächsten Punkt übergehen: die gemeinsame Wohnung ausräumen. Dazu am besten einen Kleinlaster mieten und Biedermeiersofa, Silberbesteck und Familienschmuck zusammenraffen, bevor der andere das Schloss auswechseln konnte. Wichtig: die Fotoalben nicht vergessen! Schließlich gilt es unbedingt zu vermeiden, dass dem Ex-Partner kompromittierende Badehosenfotos in die Hände fallen.

Vor dem Gerichtstermin: prassen, was das Zeug hält

Wie in einem Computerspiel folgt nun das nächste Level, die Finanzen. Knallharte Profis begeben sich mitunter freiwillig in die Arbeitslosigkeit, um Unterhaltszahlungen zu umgehen, nach dem Motto: Lieber kündige ich, als meiner Ex auch nur einen Cent von meiner sauer verdienten Kohle abzutreten. Wurde bei der Heirat auf Gütertrennung verzichtet, weil man so naiv - oder so borniert - war zu glauben, man sei verliebter als alle anderen, folgt die erfreulichste Phase eines jeden Rosenkriegs. Nun gilt es, möglichst schnell möglichst viel von den Ersparnissen, vor allem aus dem gemeinsamen Vermögen, zu verjubeln, bevor der Zugewinnausgleich vollzogen wird.

Wie wäre es mit einem spontanen Kurztrip ins All mit Virgin Atlantic für 150.000 Euro? Und danach vielleicht ein Rekonvaleszenz-Wochenende im Hotel President Wilson am Genfer See für weitere 160.000 Euro? Das Schönste aber kommt zum Schluss: Der klägliche Rest wird nach der Scheidung brav durch zwei geteilt, auch der sparsame Partner kriegt dann nur die Hälfte von dem, was noch übrig ist.