Natürlich kann man sie mit diesem Vorwurf nicht überraschen: "Das Burn-out gehört zum erfolgreichen Berufsleben wie das Eigenheim zur Vorbildfamilie", schreibt sie in ihrem Buch. Sie hasse das Wort deshalb. Nachdem Harald Schmidt sich kürzlich in seiner Show lustig gemacht hat über die hyperaktive Burn-out-Veteranin, antwortete sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: "Ich gucke die Show nie, finde ihn nicht wahnsinnig lustig." Schmidts Witze würden sie kaltlassen, sie habe damit gerechnet, dass ihr vorgehalten wird, ihr eigenes Schicksal auszuschlachten.
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Das Cover von Meckels neuestem Buch, Brief an mein Leben. Es ist bei Rowohlt erschienen. (© Foto: dpa)
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Wieder einmal: Sie kennt die Schwachstellen ihrer Lebensführung - und bleibt doch darin gefangen. Wie kann sich jemand überhaupt nach einem Burn-out zurückziehen, wenn er zuvor in einem solchen Geschwindigkeitsrausch gelebt hat? "Ein Leben zwischen St. Gallen in der Schweiz und Berlin, dazwischen müssen all die beruflichen Termine in München, Hamburg, Frankfurt untergebracht werden, ebenso wie die Reisen in die USA, nach Peking, Singapur, Dubai, Abu Dhabi, Istanbul, Moskau oder wo immer gerade ein Projektmeeting oder eine Konferenz stattfindet. (...) Ich musste mittwochs abends darüber nachdenken, welche Jeans ich wohl vierzehn Tage später auf einer Party in Berlin anziehen wollen würde und welche Schuhe zu dem grüngrauen Abendkleid passen könnten, das beim Botschaftsempfang am Vorabend erwartet würde."
Will so jemand in die offensichtliche Bedeutungslosigkeit eines kleinbürgerlichen Lebens verschwinden? Nein. Will Goldmund nicht mehr Narziss sein? Nein.
Die Ursache der Gier
Dafür nimmt sich Miriam Meckel zu wichtig. Die Ich-Bezogenheit äußert sich in ihrem Handeln, so machte sie beispielsweise ihre Darstellung in den Medien zum Thema eines Publizistik-Seminars. Wie sieht die Welt Miriam Meckel? Der Narzissmus wird auch in ihren Gedanken deutlich: Im Buch dreht sich Meckel fast ausschließlich um sich und ihre Befindlichkeiten. Sie muss Spaß haben, ihr soll es gutgehen, sie ist das Maß der Dinge.
Natürlich, auch das ist nicht ungewöhnlich. Das Buch behandelt ein sehr persönliches Thema. Und auch viele andere Menschen denken zuerst an sich, vom Sozialpädagogen bis zum Investmentbanker. Diese Selbstbezogenheit, die Ursache der Gier, schadet jedoch am Ende erkennbar der Burn-out-Buchautorin, weil sie verhindert, dass Meckel einen Weg aus ihren bisherigen Verhaltensmustern findet.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens
Vielleicht müsste sie ein Ziel formulieren, eine echte Priorität setzen. Fragen, wohin all die Anstrengungen führen sollen. Es sollte wohl mehr sein als die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, um nicht in der Spirale von Leistung und Anerkennung steckenzubleiben. "Im Alltag nach dem Sinn des Lebens zu fragen, ist in etwa so passend und mutig, wie im Schlafanzug zu einem Empfang des Bundespräsidenten zu gehen", findet sie jedoch.
Dabei hat Miriam Meckel ja durchaus über Radikales schon nachgedacht. "Die preußische Erziehung, die ich mitbekommen habe, lässt uns glauben, es müsse immer alles möglich sein, wir müssten immer funktionieren. Aber Menschen funktionieren nicht. Sie leben. Und von Zeit zu Zeit gibt es Dinge, die uns zeigen, dass das Leben endlich ist. Wir bemerken dann, dass es sich lohnt, Ausnahmen und Abstriche zu machen."
Was in ihrem Fall noch zu beweisen wäre.
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Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/jja)
Partyzone Flußufer
gut dass sie bereits liiert ist. Sonst wäre ich noch in die reingelaufen.
Der empfehl ich, ab nach Niger. Der Gadaffi Konvoi braucht noch eine
energetische PR Nummer, welche die Konterrevolution zum erglühen bringt.
"Deswegen hat sie auch ein "Burn-out-Syndrom" bekommen und das nutzt sie natürlich für sich! "
Burn-Out als Wirkung eines gesellschaftlich unerwünschten Mutterkomplexes? Gewagte These...
Interessanter Umgang mit Burn-Out, Frau Meckel...
Ich denke Miriam Meckel lebt nicht anders, als unsere Herren Manager. Warum wird ihr das übel genommen? Wei sie eine Frau ist! Sie hat ein "Gen" der Fürsorglichkeit, des Familienmenschen, des Verbindenen, Versöhnenden zu haben und nicht den Ruf nach Geld und Macht zu verspüren. Frauen haben in unsrer Gesellschaft nicht so zu sein! Deswegen hat sie auch ein "Burn-out-Syndrom" bekommen und das nutzt sie natürlich für sich! Ich kenne
genug Mütter und Hausfrauen, die m.E. ebenfalls ein Burn-out haben, ob wohl sie das Wort noch nie gehört haben. Und da spricht keiner drüber. Da bin ich doch lieber ausgebrannt mit viel Geld, als in den Niederungen des Lebens!
Ich kann Dieter Wondrazil nur noch zustimmen. Das fatale an diesen Geschichten sind die Medien die auch noch jedes unbedeutende Ereigniss derartig aufblasen das so von sich selbst überzeugte Menschen in das Licht der Öffentlichkeit getaucht werden und die dann auch noch in einer Art von übersteigerten Wahn sich für unentbehrlich halten und jeden Mist den sie fabrizieren uns auf das tägliche Informationsbrot schmieren.
Ein Mensch wie MM sollte ausserdem besser wissen wie man sich vor diesem Syndrom schützt oder ist das alles auch letztendlich nur Show?
Danke mir ist schon schlecht von selbstdarstellerischen Egomanen. Wo haben wir die nicht? Jeder zweite Politiker leidet auch an diesen Beschwerden.
Paging