Wir stehen fassungslos vor einer stetigen Kostenexplosion im Gesundheitswesen? Alte Menschen sind teurer als Jüngere? Das ist Propaganda.
Überall kann man es hören, bis man es nicht mehr hören kann. Ständig ist vom medizinischen Fortschritt die Rede, der die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ausgelöst hat. Wir alle wollen länger und gesünder leben, heißt es dann immer, und das kostet eben.
Deutschland hat nach den USA und der Schweiz zwar immer noch eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt - teurer ist es allerdings in den letzten Jahren im Verhältnis zum Umsatz des Landes nicht geworden. (© Foto: iStockphotos)
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Dabei ist fast alles an diesen Aussagen falsch. Länger leben durch medizinischen Fortschritt? Verschiedenen Untersuchungen zufolge geht der seit 1900 zu beobachtende Anstieg der Lebenserwartung um mehr als 20 Jahre nur zu drei bis vier Jahren auf den medizinischen Fortschritt zurück.
Die Hauptgründe dafür, dass Menschen in Deutschland heute im Mittel 80 Jahre alt werden, sind demnach Kanalisation und verbesserte Sanitäreinrichtungen, Kühlschrank und Gefriertruhe.
Wir stehen fassungslos vor einer stetigen Kostenexplosion im Gesundheitswesen? Das ist Propaganda. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt liegt seit Jahren bei etwas mehr als zehn Prozent. Zuletzt ist er sogar von 10,5 auf 10,4 Prozent zurückgegangen. Damit hat Deutschland nach den USA und der Schweiz zwar immer noch eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt - teurer ist es allerdings in den letzten Jahren im Verhältnis zum Umsatz des Landes nicht geworden.
Teuer vor dem Tod
Dass die medizinische Versorgung teurer wird, weil die Menschen älter werden, stimmt ebenfalls nicht. Fast jeder Mensch kostet das Gesundheitswesen am meisten in dem Jahr vor seinem Tod, egal ob er mit 50, 75 oder 100 stirbt. Jüngere sind sogar teurer, denn bei einem 50-Jährigen bemühen sich die Ärzte intensiver, sein Leben zu erhalten, als bei einem 100-Jährigen, dem nicht alle Therapiemöglichkeiten und Reanimationsversuche zugemutet werden.
Medizinischer Fortschritt, was heißt das überhaupt? In den vergangenen Jahren sind Dutzende Untersuchungen in angesehenen Fachzeitschriften erschienen, die zeigen, dass neu nicht automatisch besser ist, sondern oft nur teurer. Beispiel Blutdrucksenker: Die neuen Mittel kosten bis zum Zehnfachen der alten, sind aber weder effektiver noch sicherer. Das Gleiche gilt für Psychopharmaka und viele andere Medikamentengruppen. Die Vorteile sind bestenfalls marginal, oft nicht vorhanden. Dafür gibt es neue Nebenwirkungen.
Medizinischer Fortschritt ist auch die bessere Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Dass die Erfindung und Verbreitung der Antibiotika eine Erfolgsgeschichte ist, darin sind sich die meisten Experten einig. Wohl wahr, die Ausrottung der Pocken und die Eindämmung vieler anderer Leiden wie Pest und Cholera hat viele Leben gerettet und Leiden gemindert.
Dass der oftmals wahllose Antibiotikaverbrauch die mehr als 500.000 jährlichen Krankenhausinfektionen in Deutschland zumindest begünstigt und weitere Resistenzen dadurch entstehen, stimmt leider auch. Man muss das nicht gegeneinander aufrechnen, denn auf Antibiotika will heute niemand mehr verzichten.
Bekämpfung von Infektionskrankheiten bedeutet heute aber auch: Wenn ein Drittel der Kindergartenkinder einer Einrichtung vor vier Wochen krank war, wird zwei Wochen später darum gebeten, freiwillig Stuhlproben der Kinder abzugeben.
Offenbar dauert es zwei weitere Wochen, bis die Ergebnisse vorliegen. Es gab ein paar Fälle, in denen Rota- und Noroviren nachgewiesen wurden. Jeder, der Kinder hat oder selbst mal von den Viren erwischt wurde, weiß, dass die Beschwerden schnell wieder vorüber sind und auch die Ansteckungsgefahr selten länger als eine Woche besteht.
Die meisten der Kinder waren wieder gesund. Trotzdem wurde der Kindergarten sofort geschlossen und gesäubert, als die Ergebnisse vorlagen. Aus gesundheitlichen Gründen, versteht sich. Proben, Tests, Hygienemaßnahmen - ein kleiner Fortschritt zur weiteren Kostenexplosion im Gesundheitswesen.
(SZ vom 13.06.2009/mmk)
Vor TV-Auftritt
Teure Medikamente die Naturprodukte viel besser liefern. Das Naturheilmittel Canabis, wurde von Hitler, im Auftrage der IG-Farben verboten. Bayer war wesentlicher Teil, der IG-Farben.
Bis Heute wurde keine einzige Krankheit ausgerottet, weder Pocken noch irgendeine andere Seuchenartige Erkrankung. Wer behauptet Krankheiten wären ausgerottet worden; lügt schamlos. Tatsache ist das immer mehr Resistenzien auftreten und daher die meisten Antibiotika, ganz schnell Ihre Wirkkraft verlieren. Bei Naturprodukten ist dies nicht der Fall.
Seit Beseitigung der 1.Fakultaetsmedizin, häufen sich Fälle von Ärztepfusch. Ein wesentlicher Wissensverlust, ging mit der Beseitung; einher. Hier ist wesentlicher Rückschritt, in der Medizin; gegeben.
Teuer ist das Gesundheitssystem zwar, aber nicht alle sind mehr Nutzniesser davon. Auch in den USA werden Finanzschwache nicht mit allen Möglichkeiten der Medizin am Leben erhalten. In Deutschland; erhält man Leben; denn auch wieder nicht; sondern ist erst da wenn es was zu retten gibt. Also man hilft den Armen nur wenn Sie schon fast Tod sind. Dann ist es für echte Hilfe aber meist zu spät.
Das deutsche Gesundheitswesen ist sehr krank. Zur Genesung wird nur rum geschustert. Dies liegt einmal an den Ärzten selbst. Das grösste Hindernis ist aber die Lobbywirtschaft bei uns. Ob es die Pharmaindustrie oder auch die Medizingeräteherstellung ist. An diesen Lobbyisten kommt keiner mehr vorbei. Es ist eben im Kapitalismus so, dass nur das Geld zählt und nicht der Mensch. Wer Geld hat, wer unehrlich ist der steht ganz vorn in unserer Gesellschaft. Warum ist es nicht möglich die Bildung in den Vordergrund zu bringen? Wir brauchen Ingenieure, wir brauchen Ärzte, was machen wir? Nichts! Wer einmal, wie ich an einer Bildungseinrichtung, die in in Deutschland mal Universität hiess gearbeitet hat, der weiss wie schlecht hier die Ausbildung unserer Menschen ist.
für Mitdenker. Was noch fehlt in den Überlegungen: Eine Gesellschaft hat Kosten für Kinder und Alte. Bei uns verschiebt sich die Sache zwar immer mehr in Richtung Alte, dafür sparen wir uns aber Kosten der Kinderauf- und Erziehung bis hin zu Studienplätzen, die wir seit Neuestem auch noch verkaufen.
Unser Problem sind nicht die Alten, sondern immer frecher und stärker werdende Lobby im Ärzte- und Pharmawesen.
Massenkrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes werden zu Milliardenpfründen. Hier könnte eine hart durchgreifende Regierung sofort viele Milliarden einsparen.
Vieles von dem, was Herr Bartens in seinem Artikel schreibt ist durchaus richtig - so haben Hygienemaßnahmen mit Sicherheit mehr zum Ansteigen der Lebenserwartung beigetragen als die moderne Medizin und auch viele altbewährte billige Medikamente sind den neuen, deutlich teureren nahezu gleichwertig. Zurecht wird auch auf den exzessiven Verbrauch von Antibiotika hingewiesen, wobei gerade diese in den letzten Jahrzehnten in Deutschland durchaus mit Bedacht eingesetzt wurden, ganz im Gegenteil zu unseren südeuropäischen Nachbarn und den USA.
Jedoch: Schon bei dem angeblichen Gleichbleiben der Gesundheitskosten sollte man wiedersprechen. Zwar ist ein riesiger Anstieg der Kosten bisher unterblieben, jedoch sind die Kosten durchaus in den letzten 10-15 Jahren um 2% des BIP gestiegen, was mit Sicherheit nicht wenig ist.
Das ein Mensch in dem Jahr vor seinem Tod am teuersten ist, ist belegt, sagt jedoch rein gar nichts darüber aus, ob dieser Mensch die 10 Jahre davor nicht trotzdem teurer war, als der Durchschnitt in einer jüngeren Altersgruppe. Und da kann man definitiv belegen, dass ältere Menschen, wohlgemerkt im Durchscnitt, durchaus deutlich teurer sind als jüngere Menschen was mit dem demografischen Anstieg in Zukunft zu sehr großen Problemen der Finanzierung des Gesundheitssystems führen wird.
Als letzter Punkt wird in dem Artikel das Vorgehen bei Infektionen bemängelt. Natürlich sollte man sich über Sinn und Zweck oben beschriebener Maßnahmen Gedanken machen, jedoch wurde zu Beginn des Artikels auf den großen Beitrag der Hygiene zur Lebenserwartung hingewiesen, und dieser Beitrag sit mit Sicherheit nicht dadurch zustande gekommen, dass man bei Hygiene zurückhaltend agiert hat.
Zu guter letzt will doch jeder in Deutschland immer die beste Medizin ohne selbst mal über die Kosten nachzudenken. Das beflügelt natürlich die Entwicklung von technischem Fortschritt und neuarteigen Medikamenten. Das dieser Fortschritt sehr teuer ist und gegenfinanziert werden muss ist logisch und sollte auch nicht in Frage gestellt werden - über den Einsatz dieser Möglichkeiten kann man durchaus diskutieren.
Von Propaganda in wichtigen substanziellen Fragen der Gesundheitsfinanzierung wie in dem Artikel geschrieben kann keine Rede sein.
Erst werden die gutgläubigen braven Bürger jahre- und jahrzehntelang mit Lügenpropaganda abgefüllt - mit tatkräftiger Unterstützung willfähriger Politiker und Journalisten.
Dann, wenn die Festung sturmreif geschossen ist, wird den Bürgern gesagt, dass sie sich leider damit abfinden müssen, dass sie zwar immer mehr bezahlen müssen, aber immer weniger bekommen. Das ganze wird so kompliziert aufgezogen und mit Hilfe willfähriger "Juristen" so abgesichert, dass der brave Bürger keine Chance hat, sich zu wehren.
Und dann wird er ausgeweidet.