Mit gentechnischen Veränderungen haben Wissenschaftler Mäuse zu muskelbepackten Kraftprotzen gemacht. Die Technik könnte den Weg zu einer neuen Doping-Methode bereiten.
Diese Mäuse machen ihrem lateinischen Namen Mus musculus alle Ehre. Schließlich bedeutet Mus Maus und musculus Muskel.
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Die Muskel-Maus (rechts) im Vergleich zu einem normalen Artgenossen. (© Foto: Se-Jin lee)
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Mit zwei gentechnischen Eingriffen haben US-Forscher sie in wahre Kraftprotze verwandelt, die vier Mal so viel Muskelmasse besitzen wie normale Artgenossen.
Die Veränderung des ersten Gens war US-Forschern schon vor drei Jahren gelungen: Sie machte die kleinen Nager zu "olympiareifen" Ausdauersportlern, die doppelt so lange rennen und im Wasser paddeln konnten wie natürliche Mäuse.
Jetzt fügte der Molekularbiologe Se-Jin Lee von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore eine zweite genetische Veränderung in die Versuchstiere ein und verdoppelte die bereits angeschwollenen Muskelpakete der Nager ein weiteres Mal. Die Ergebnisse seines Experiments stellt Lee im frei zugänglichen Online-Journal PLoS One (Bd. 2, Nr. 8) der Public Library of Science (PLoS) vor (FDOI:10.1371/journal.pone.0000789) .
Sie zeigten, "dass die Kapazität für weiteres Muskelwachstum auf diesem Weg weitaus größer ist als bisher angenommen", kommentiert Lee seine Versuche. Von ihnen erhoffen sich die Forscher Medikamente gegen Muskel- oder Stoffwechselkrankheiten.
Das jüngste Experiment wurde von den Nationalen Gesundheitsforschungsinstituten (NIH) der USA, der Muscular Dystrophy Association und einem Pharmakonzern finanziert.
Auf die Frage, ob sein Verfahren auch als Doping missbraucht werden kann, geht Lee nicht weiter ein. Dagegen hatten Autoren der ersten Versuchreihen eingeräumt, dass die Gefahr eines Missbrauchs bestehe. Bei den Marathon-Mäusen mit doppelter Muskelkraft war zunächst nur das Gen für den Eiweißstoff Myostatin ausgeschaltet worden.
Es reguliert normalerweise das Muskelwachstum. Lee ging einen Schritt weiter und kurbelte die Produktion des Proteins Follistatin bei den genveränderten Nagern an.
Das zusätzliche Verfahren verdoppelte die Anzahl der Muskelfasern unter anderem über dem Brustkorb und am Bauch ein weiteres Mal und kreierte Super-Mäuse mit letztlich vier Mal so kräftigen Pectoralis-, Triceps-, Quadriceps- und Gastrocnemius-Muskeln.
"Jetzt werden wir nach weiteren Faktoren suchen, die mit Myostatin kooperieren, damit wir das volle Potenzial des machbaren Muskelwachstums zur therapeutischen Anwendung ausschöpfen könne", versprach Lee.
US-Forscher aus Bethesda hatte schon Windhunde genetisch verändert, so dass ihnen stärkere Muskeln wuchsen. Den Tierern fehlte das Muskel-Regulatorprotein Myostatin. Die riesigen Muskelpakete störten die Tiere aber beim Laufen.
Doping-Forscher Patrick Diel von der Deutschen Sporthochschule in Köln hält Manipulationen durch Myostatin für eine der wahrscheinlichsten neuen Dopingmethoden.
Das US-Pharmaunternehmen Whyeth testet derzeit - für medizinische Zwecke - einen Antikörper, der Myostatin gezielt blockiert.
(dpa)
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Hofen wir nur, dass diese Maus dem Labor nie entfleucht (so was ist ja praktisch unmöglich, hört man aus Großbritannien) und sich in freier Natur ein paar beeindruckte Gespielinnen zum Aufbau einer Großfamilie sucht.
Andererseits: Es wird schon seinen Grund haben, warum Mutter Natur das genetische Muskelpotential nicht zur Neige aussschöpft. Vermutlich geht es zu Lasten anderer, lebensnotwendigerer Ausstattungsmerkmale.
Aber für einen Supersportler (bzw. dessen Manager und Werbevermarkter) gilt dieses Kriterium natürlich nicht ...
Und was will uns astra1971 damit sagen?
Und mehr noch: Was hat es mit dem Artikel zu tun?
Das beliebteste Versuchstier hat ein Gewicht von 20-30 g, sein Herz hat die Länge von 0,8 cm, der Magen ein Fassungsvermögen von 1,5 ml. Die Rede ist vom Pharmavorkoster des Menschen: Der Maus.
Obwohl diese Daten eindeutig beweisen, daß eine Maus niemals Modellcharakter für den 70.000 Gramm schweren Menschen haben kann, wird mit ihr millionenfach experimentiert - weil sie so billig ist und so handlich. Neben Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten werden Mäuse als »klassische Laboratoriumstiere« beschrieben, »da ihre Zucht, Haltung und Pflege weniger aufwendig ist als die der größeren Tiere«. Ausschließlich wirtschaftliche Aspekte bestimmen demnach diese Auswahl, die mit wissenschaftlicher begründeter Selektion nicht das Geringste zu tun hat. (»Größere Tiere« sind übrigens auch kein Abbild des Menschen und deswegen genauso wenig geeignet.)