Die Deutschen greifen immer häufiger zu vorgekochtem Convenience-Essen. Hauptsache, es kommt schnell auf den Tisch. Und das Bio-Essen haben sie satt.
Beim Lebensmittelkauf greifen deutsche Verbraucher verstärkt nach vorgekochten oder schon verzehrfertigen Produkten. "Convenience ist der massive Treiber im Markt", sagte die Geschäftsführerin des Ernährungsindustrie-Verbands BVE, Sabine Eichner Lisboa, vor dem Start der weltgrößten Nahrungsmittelmesse "Anuga" in Köln.
Schnell, einfach, bequem: Immer mehr Deutsche greifen zu vorgekochten Produkten. (© Foto: dpa)
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Convenience-Food mache das Kochen einfach, bequem, schnell - oder ganz überflüssig. Die vorverarbeiteten Speisen passten in eine Gesellschaft mit immer mehr Single-Haushalten und vielen berufstätigen Frauen.
Dagegen scheint der Appetit auf Bio-Lebensmittel vorerst gesättigt. Nachdem es 2008 noch einen Zuwachs von zehn Prozent auf 5,8 Milliarden Euro gab, schrumpfte der Umsatz im ersten Halbjahr 2009 um 4 Prozent. Derzeit entfallen 3,5 Prozent aller Ausgaben für Lebensmittel auf Bio-Produkte. Von einer Trendwende zu sprechen, sei aber noch zu früh, meint das Marktforschungsinstitut GfK.
Gesundheit und Wellness sind große Trends der Ernährungsbranche und spielen auch bei der "Anuga" eine wichtige Rolle, sagte Eichner Lisboa. Bei den Premium-Waren und Genuss-Produkten sei dagegen eine "gewisse Stagnation" erreicht, ohnehin könne sich nur ein Viertel aller Verbraucher diese Lebensmittel-Preiskategorie leisten.
Bei einer Befragung von 20.000 deutschen Haushalten haben BVE und GfK fünf unterschiedliche Käufer-Gruppen ausgemacht: Die kritischen Konsumenten und besonders Verantwortungsbewussten greifen überdurchschnittlich stark zu umweltfreundlichen Produkten und Bio - und gehen dafür oft in den Fachhandel, Bioladen oder Supermarkt.
Der "fortschrittliche Macher" ist dagegen Bio-Muffel. Wie auch der "eigenverantwortliche Familienmensch" deckt er sich laut Studie am liebsten im Discounter oder Verbrauchermarkt ein, entscheidend ist es für diese beiden Gruppen, Zeit und Geld zu sparen. Als fünftes ist der "Ich-zentrierte Genießer" identifiziert worden, der Wellness- und Gesundheitsprodukte mag. Jede Gruppe soll etwa 20 Prozent der Verbraucher ausmachen.
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(sueddeutsche.de/bre)
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ist das wieder einmal: bei Bezeichnungen wie "der fortschrittliche Macher" / "der eigenverantwortliche Familienmensch" etc. handelt es sich methodisch / mathematisch um sog. Typologien. Vereinfacht gesprochen suchen typologische Verfahren in Daten nach irgendwelchen Strukturen; herauskommt eine Datenmatrix, die die Zusammenhänge der gemessenen Merkmale ausweist. Es bleibt der - häufig ziemlich blühenden - Fantasie des Forschers überlassen, diesen Zusammenhängen irgendeinen Sinn zu verleihen - ohne vorherige Hypothesen (und deren theoretischer Begründung) eine äußerst beliebige Sache.
Was noch schwerer wiegt, ist allerdings der Trugschluss, man könne solche Merkmalsstrukturen einfach auf die Realität übertragen, indem man z.B. wie hier die reale Existenz entsprechender Typen von Menschen behauptet. Das ist einfach nur Unfug, und das sollte sich langsam mal in der Marktforscgung herumsprechen...
Die BVE weiß aber auch nicht, was sie vermelden will:
"Die deutschen Verbraucher machen ihre Kaufentscheidung immer stärker davon abhängig, unter welchen Bedingungen ihre Lebensmittel produziert werden und für welche Werte die Hersteller und Händler stehen. Corporate Responsibility (CR) ist heute nicht mehr nur ein Leitprinzip einzelner Unternehmen sozial und ökologisch verantwortliches Management und nachhaltiges Wirtschaften haben mittlerweile auf breiter Front Einzug in die Wirtschaft gehalten."
bve-online.de/presseservice/bve_aktuell/aktuell_091009/anuga_consumerchoice_presse/
Und Frau Dr. Eichner Lisboa ist Redakteurin, nicht Geschäftsführerin laut Impressum.
ja, das sind wohl auch die, in derem Auftrag mich immer Callcenter-Damen während der Arbeitszeit belästigen. Ich hasse Umfragen.
Und mal ehrlich: auf Figuren wie "Sabine Eichner Lisboa", die dannn Sätze wie "Convenience ist der massive Treiber im Markt" von sich geben, könnte die SZ und auch die Restwelt gerne verzichten.
Statt dessen solte ein derartiger "Artikel", der ja immerhin unter der Rubrik "Fitness" segelt, etwas Fakten zum Thema "Convenience-Essen" enthalten. Damit scheint aber der oder die Autor[in] überforder zu sein.
Dass "die Deutschen" das "Bio-Essen" "satt" hätten, ist übrigens nicht mehr wie eine nachgeplapperte Phrase.
DW