Beleidigung via Twitter Feedback von Sarah Kuttner

Sarah Kuttner will sich nicht alles gefallen lassen (Archivfoto).

(Foto: dpa)

"Eklig, doof, dick oder scheiße" - normalerweise reagiert Sarah Kuttner nicht auf beleidigende Tweets. Im Falle einer Redakteurin der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" gab es diesmal aber etwas zurück. Deren 140 pubertäre Zeichen wollte sich Kuttner nicht gefallen lassen.

Von Marc Felix Serrao

140 Zeichen hat man bei Twitter, um der Welt etwas mitzuteilen. Für manche Menschen ist auch das zu viel. Am Donnerstagabend, zum Beispiel, lief bei ZDF Neo "Bambule" mit Sarah Kuttner. Die Berliner Moderatorin gehört zu der sehr kleinen Zahl deutscher Fernsehmenschen, der es gelingt, jede Woche eine junge und trotzdem nicht verblödete Sendung zu machen.

"Moniwuellner" war da allerdings anderer Ansicht. "@KuttnerSarah @ZDF Sarah kuttner = eklig", schrieb sie pünktlich zur Sendung bei Twitter und dachte offenbar, dass sich ihre Beleidigung im Strom der Kurznachrichten versenden würde wie so vieles, was die Menschen im Eifer zusammentippen. Hat sie aber nicht.

Noch am selben Abend erhielt Moniwuellner, die 79 Follower hat, eine E-Mail von KuttnerSarah, die mehr als 40.000 Follower hat. "Normalerweise staune ich natürlich nicht, wenn man über mich schreibt, ich sei eklig, doof, dick oder scheiße", schrieb die Moderatorin, aber in diesem Fall dann doch.

Monika Wüllner, wie die Twitter-Autorin bürgerlich heißt, sei schließlich nicht irgendein anonymes, armes Internetwürstchen, sondern als Redakteurin der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen selbst "irgendwie Person des öffentlichen Lebens". Und da erwarte sie, Kuttner, mehr als ein "pubertierendes ,Sarah ist eklig'".

"Peinlich", "dumm" und "scheiße"

Monika Wüllner, die Redakteurin, entschuldigte sich tags darauf sehr wortreich für Moniwuellners Kommentar. Der sei "peinlich", "dumm" und "scheiße". Schließlich stellte sie sogar ein Foto von Kuttners Roman "Mängelexemplar" ins Netz ("mein Lieblingsbuch").

Am Telefon erklärte Wüllner der SZ am Freitag, dass es nie ihre Absicht gewesen sei, die junge Moderatorin zu beleidigen. Der Eintrag "war gar nicht für Frau Kuttner gedacht und entstand in einem ganz anderen Zusammenhang". Was das gewesen sein soll, hatte sie zuvor schon in mehreren Tweets zu erklären versucht, von "Das war die falsche Adresse" bis "Es geht um Spinnenphobien".

Wüllners Erklärungen, antwortete Kuttner schließlich, seien zwar "furchtbar fadenscheinig, aber zumindest originell. Daher nehme ich Ihre Entschuldigung an." Sarah Kuttner = edel.