20. Februar 2013 10:26 Schmachtwort von Emma Heming-Willis "Mein Mann ist ein Softie"

Bruce Willis, ein Weichei? Wenn Emma Heming-Willis solche Dinge über ihren Mann erzählt, ist das nur die halbe Wahrheit: Dieser "Softie" balanciert in Wirklichkeit stets irgendwo zwischen Killermaschine und Streichelhamster auf dem schmalen Grat der gesellschaftlichen Schizophrenie - und ist damit die Inkarnation des modernen Mannes.

Eine Kolumne von Violetta Simon

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie schlendern durch den Park, denken an nichts Böses. Plötzlich taucht ein bis an die Zähne bewaffneter Glatzkopf auf - schweißgebadet, verdreckt und aus mehreren Wunden blutend. Mit gebleckten Zähnen und schäumend vor Wut rennt er auf Sie zu und schießt dabei unter infernalischem Gebrüll das Magazin seiner Maschinenpistole leer. Sie gehen in die Knie, das Leben zieht noch einmal an Ihnen vorbei und Sie wollen sich gerade davon verabschieden - da grätscht eine elegant gekleidete, anmutige Frau ins Bild, wedelt beschwichtigend mit den Händen und sagt: "Keine Angst, der tut nix!"

Der Mann stoppt, hält verwirrt inne. Dann lässt er seine Knarre sinken, verdreht genervt die Augen und stöhnt: "Ach komm schon, Schatz, du kannst doch hier nicht einfach ... ne, also echt, das ist so was von peinlich!"

Okay, die Szene ist gestellt. Aber nicht aus der Luft gegriffen! Die Dame heißt Emma Heming-Willis und ist die Gattin von Actionheld Bruce Willis. Den aber gibt es in dieser Form nur auf der Leinwand. Jedenfalls sagt das seine eigene Frau über ihn: "Mein Mann ist ein großer Softie", erzählte Emma Heming-Willis kürzlich im Interview mit der Bild. Jeder denke, er sei total hart und rau, "aber das ist er nicht wirklich", verriet die Britin, die seit 2009 mit Willis verheiratet ist. Zudem sei er manchmal "sehr deutsch". Das sagt doch schon alles!

Sagen wir es, wie es ist: Bruce Willis, der böse Glatzkopf mit der MP, ist in Wirklichkeit ein Warmduscher. Ein Weichei. Mal abgesehen von der Erleichterung, die einen in diesem Moment überkommt, weil man gerade dem Tod von der Schippe gesprungen ist: Wie mag sich dieser Mann fühlen, nachdem sein martialischer Auftritt derart konterkariert wurde?

Und als ob das nicht beschämend genug wäre, setzt die 34-Jährige noch eins drauf: "Mein Mann ist ein sehr normaler Typ, er wäscht ab, er wechselt die Windeln. Er lässt mir Wasser in die Badewanne", erzählt sie vor laufender Kamera.

Auch wenn es viele Frauen nicht wahrhaben wollen: Dieser "ganz normale Typ", der irgendwas zwischen Killermaschine und Streichelhamster darstellt - er ist der Inbegriff des heutigen Mannes. Und der balanciert stets auf dem schmalen Grat der gesellschaftlichen Schizophrenie.

Die Öffentlichkeit, die Frauen, das Publikum, die Wähler, sie alle wünschen sich einen Helden. Einen, der anpackt, sich den Weg freikämpft und sich dabei ordentlich schmutzig macht. Nur zu Hause haben will ihn niemand. Ist ja auch peinlich, so ein brutaler Fiesling, der mit schlammverkrusteten Stiefeln über den Flokati walzt - womöglich öffnet er beim Abendessen die Bierflasche mit den Zähnen und lässt einen Kugelhagel auf das Filet Mignon niederregnen, wenn es ihm nicht blutig genug ist! Wie soll man so was nur den Nachbarn erklären? Was denken die Freundinnen? Und wie steht man dann vor den Kollegen da?

Also gibt der Hollywoodheld Bruce Willis dem Affen Zucker: Auf der Leinwand spielt er den Draufgänger, daheim den weichgespülten Superpapa, der seiner Frau das Bad bereitet und ihr anschließend die Nägel lackiert. Wo liegt das Problem, schließlich ist der Junge ja Schauspieler. Darf's sonst noch was sein? Ja, sind wir denn an der Wursttheke?

Zum Dank für so viel hingebungsvolle Empathie darf sich der 57-Jährige auch noch in aller Öffentlichkeit von seiner Gattin verspotten lassen: "Ich bin der Boss! Aber ich lasse ihn glauben, er sei der Chef", plauderte diese aus. Man kann nur hoffen, dass der Gute am Ende noch weiß, was er tut. Wäre nicht überraschend, wenn Willis beim nächsten Dreh versehentlich eine Pumpgun wickelt, vor seinen Verfolgern niederkniet und ihnen die Fußnägel lackiert.

Man will sich gar nicht ausmalen, was er anstellt, wenn er nach so einem Drehtag nach Hause kommt: Da taucht dann plötzlich dieser bewaffnete Glatzkopf auf - schweißgebadet verdreckt und aus mehreren Wunden blutend - und schießt unter infernalischem Gebrüll das Magazin seiner Maschinenpistole leer. Mal ehrlich: Im Nachhinein wundert einen jetzt gar nichts mehr.