Versagensängste deluxe: Drei ambitionierte Möchtegernpraktikantinnen schuften, schleppen, schwitzen für einen Praktikantenjob bei Ed Hardy.
Dass sich junge Menschen im Fernsehen lächerlich machen, sind wir längst gewohnt. Im richtigen Leben ist es ähnlich - mit dem kleinen Unterschied, dass die Adoleszenz nicht von einem sensationshungrigen Publikum, sondern oft genug von ihren zukünftigen oder vergebens angestrebten Arbeitgebern ausgenutzt wird. Und während sich das im Berufsleben, den unendlichen Weiten der freien Wirtschaft, in Form von monatelanger unbezahlter Arbeit äußert, hat die Ausbeitung in der flimmernden Welt hinter der Bildschirmscheibe ein anderes Gesicht: Hier werden Emotionen gewollt heraufbeschworen, um Zuschauerquote zu generieren.
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Vox ist dabei nun ein Kunststück gelungen: Der Sender hat es geschafft, beides zu kombinieren. In der neuen Show "Der Starpraktikant" (acht Folgen, immer sonntags von 17 bis 19 Uhr) wird der unerfahren-naive Praktikant zur geschundenen Fernsehkreatur, der als Anreiz die Erfüllung der beruflichen Träume sieht und so doppelt ausgenutzt werden kann.
Nach den Superstars, Supermodels, Starfriseuren, Superköchen und den Superauszubildenden sind wir nun also beim Starpraktikanten angelangt. Damit wird der Bewerbungsprozess durch eine weitere Etappe ergänzt: Zwischen der schriftlichen Bewerbung und dem persönlichen Gespräch steht nun die Fernsehshow.
Dabei gilt das Praktikum längst nur noch als ein vager Schritt in Richtung Traumerfüllung. Und selbst wenn man sein heißbegehrtes Praktikum erlangt, bedeutet das noch gar nichts. Zeiten, in denen ein Praktikumsplatz nur zur Einarbeitung diente und die Festanstellung damit quasi schon eingetütet war, sind längst passé. Hierzulande ist ein Praktikum dazu da, Erfahrungen zu sammeln, Einblicke zu gewinnen und zu selektieren, zwischen dem, was man will und dem, was man nicht will.
Wie praktisch, dass die natürliche Auslese der freien Wirtschaft nun zur Bestärkung noch ins Fernsehen verlagert wird. In Kombination mit einer Castingshow erscheint das Konzept perfekt: Castingshows bedienen sich der Träume anderer, um sie dann erbarmungslos an der Klippe des Lebens zerschellen zu lassen. So ist das Business. Da Träume von ihrer Kapazität her begrenzt sind, kann es in "Der Starpraktikant" nur eine Gewinnerin geben - und diese bekommt nicht etwa einen Job - nein, sie bekommt einen Praktikumsplatz.
Der Traum von der A-Prominenz
Auch Vox hat einen Traum: den Traum von der A-Prominenz. Zeigt sich der Sender in letzter Zeit fixiert auf Promis, nimmt er dabei meist, was er kriegen kann: Es kocht der Forsthaus-Falkenau-Darsteller mit dem gescheiterten Casting-Supermodel um die Wette. Doch für ihre neue Praktikanten-Show hat der Sender sich ein besonderes Kaliber geangelt: Modelabelboss Christian Audigier, den Gründer von Ed Hardy. In der ersten Folge der achtteiligen Praktikantensuche darf auch Michael Jackson dem "King of Fashion" zum Geburtstag gratulieren und Britney Spears auf der anschließenden Party kurz durchs Bild huschen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Audigier sich von seiner Praktikantin wünscht.
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Leider ist der Mainstream mittlerweile so Konsum- und Werbegesteuert,
dass Vernunft beim Kauf nicht überwiegt. Aber so eomotional labile
Akteure wie in diesem Format haben es wohl nicht anders verdient.
Mir tun sie nur leid, sich von einem vermeintlichen 'Besseren' herumkomandieren
zu lassen.
Anfangs gefiel mir die Mode von Ed Hardy ganz gut - bis auf die Tatsache, dass ich sie für völlig überteuert halte. Und bis zu dem Zeitpunkt als ich ein Interview mit Audigier las.... da war für mich Ed Hardy "gestorben" - arroganz at its best....
Im Übrigen schliesse mich den vorhergegangenen Kommentaren vorbehaltlos an....Und wer bei so etwas mitmacht, ist selbst schuld. Erstaunlich dass es immer noch funktioniert.
sie haben sich nicht an ihre eigenen Regeln gehalten. ;-)
Lieber Autor des Artikels. Muss ganz schön weh tun über solch einen Kram zu schrieben?
Denn ich schaffe es nicht diesm grauen zwei Zeilen abzuringen.
@rhines
oder auch: prol-couture at its very best.
Paging