Rockband Linkin-Park-Sänger Chester Bennington tot aufgefunden

Der Lead-Sänger der international erfolgreichen Rockband wurde 41 Jahre alt. Er hinterlässt eine Frau und sechs Kinder.

Der Sänger der US-Rockband ist am Donnerstagmorgen (Ortszeit) tot in seinem Haus in einem Vorort von Los Angeles gefunden worden, bestätigt ein Sprecher der örtlichen Gerichtsmedizin. Ein Sprecher der Gerichtsmedizin erklärte, Benningtons Tod werde als mutmaßlicher Suizid behandelt. Der Vorfall werde untersucht.

Der 41-Jährige kämpfte seit Jahren gegen Alkohol- und Drogensucht, auch über Depressionen und sexuellen Missbrauch in der Kindheit sprach er in der Vergangenheit öffentlich. Seine Wut drückte der Sänger oft in den Stücken von Linkin Park aus: Benningtons Stimme war ein Markenzeichen der Band.

Mit seiner zweiten Ehefrau Talinda Ann Bentley war Bennington seit 2005 verheiratet. Aus dieser Beziehung und einer früheren Ehe stammen sechs Kinder. Benningtons Band-Kollege Mike Shinoda schrieb auf Twitter: "Schockiert und untröstlich, aber es ist wahr".

Vertreter des Nu Metal

Ende Juli wollte die Band mir ihrem aktuellen Album "One More Light" auf Tournee gehen, kommende Woche war ein Konzert mit Blink 182 in New York geplant. In den vergangenen Monaten befand sich die gruppe auf Festivaltour und trat unter anderem auch beim Southside Festival sowie dem Hurricane auf. Linkin Park gehört zu den kommerziell erfolgreichsten Rockbands der Welt. Die Band ist prominentester Vertreter des so genannten Nu Metal - in diesem Musikstil werden harte Elemente des Metal-Rock durch weiche Melodien ergänzt.

Im Jahr 2000 erschien das Debütalbum "Hybrid Theory" von Linkin Park. Es wurde zehn Millionen Mal verkauft. Die Musiker veröffentlichen mit den Titeln "Faint" und "In the End" mehrere Nummer-Eins-Hits. In Deutschland schaffte es die Band mehrfach in die Top Ten, unter anderem mit dem Stück "Numb/Encore", das Linkin Park gemeinsam mit dem US-Rapper Jay-Z aufnahm.

Anmerkung der Redaktion: Wegen der wissenschaftlich belegten Nachahmerquote nach Selbsttötungen haben wir uns entschieden, in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Dann gestalten wir die Berichterstattung bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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