Plattenkabinett Bear's Den - Without/Within

Als Ben Lovett, Kevin Jones und Ian Grimble im Sommer 2006 die Veranstaltungsreihe "Communion" im Notting Hill Arts Club ins Leben riefen, um Londoner Nachwuchsmusikern eine Plattform zu bieten, dürften sie sich kaum ausgemalt haben, wohin das alles führen würde. Zu einer hochdekorierten Folkband namens Mumford & Sons zum Beispiel, deren Keyboarder Lovett heute ist. Aus diesem Kreis kommt nun eine weitere vielversprechende Formation, die sich höchstens vorwerfen lassen muss, sich nicht genug von der eben genannten zu emanzipieren: Bear's Den.

Mit ihrer ersten EP "Agape" machten Andrew Davie, Joey Haynes und, ach ja, Communion-Gründer Kevin Jones die britischen Kritiker im Frühjahr auf sich aufmerksam, nun legen sie die zweite nach, "Without/Within". Die drei bärtigen Jungs besingen, wie könnte es anders sein, die Liebe, in mal mehr, mal weniger anspruchsvoller, ebenso pathetischer wie authentischer Lyrik. In "Don't Let The Sun Steal You Away" singt Davie:

Yeah I know that you're scared, I know 'cos I am too/ I'm scared of hurting someone, the way I've been hurt by you/ I don't want to touch you in the night, if I cannot hold you in the day/ As the sun slowly rises, your love for me decays.

Text hin oder her, dem Lied wohnt beispielhaft jene Melancholie inne, die den Herzschmerz nach einer Trennung so unerträglich macht. Zugleich ist es genau das Stück Musik, das der Jüngling seiner Angebeteten früher aufs Mixtape gepackt hätte in der Hoffnung, sie möge ihn künftig nicht mehr übersehen. Dafür eignet sich im Grunde aber jeder einzelne Track auf "Without/Within". Nicht schlecht für eine Band, die im Notting Hill Arts Clubs angefangen hat.

Wäre dieses Album ein Soundtrack, wäre es der von "Blue Valentine" (den passenderweise eine andere Band mit Bären im Namen eingespielt hat).

Wäre dieses Album ein Möbelstück, wäre es ein Teppich aus Schafwolle.

Wäre dieses Album ein Fußballspieler, wäre es Thomas Broich.

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