"Planet der Affen - Prevolution" im Kino Guck mal, was der Affe alles kann

Kinospektakel mit Tierpark-Erweckungserlebnis: Der Mensch hat seinen Untergang verdient - das will zumindest der Film "Planet der Affen - Prevolution" vermitteln. Ein intelligenter Affe kämpft in erstaunlichen Bildern gegen seine Unterdrückung und erreicht damit am Ende vor allem eines: Der Zuschauer gönnt seiner Art die Weltherrschaft.

Von Doris Kuhn

Eigentlich ist "Planet der Affen - Prevolution" eine einfache Geschichte: Jemand greift, wie so oft in den Szenarien der Science-Fiction, nach der Weltherrschaft. Diesmal aber nicht Zombies oder Außerirdische, sondern Affen. Und das Besondere ist, dass man ihnen die Weltherrschaft sogar gönnt - am Ende des Films, wenn man gelernt hat, dass sie ohnehin die besseren Menschen sind.

Die intelligentere Spezies setzt sich durch in der Evolution, davon erzählt dieser Film. Aber es ist der Mensch, der die Verteilung der Intelligenz durcheinanderbringt, der durch wissenschaftliche Experimente alles verändert. Wie die Rollen von Gut und Böse verteilt sind, klärt sich gleich zu Beginn: Ein Trupp freundlicher Affen wird im Regenwald gefangen genommen und nach San Francisco verschleppt, um dort als Versuchstiere für die Entwicklung eines neuen Medikaments herzuhalten.

Zur Bekämpfung von Alzheimer soll diese Medizin dienen, und sie wirkt bei den Affen in einem Maß, das die Menschen nur ansatzweise begreifen. Denn obwohl das Gehirn der Tiere plötzlich weit überdurchschnittliche Fähigkeiten zeigt, wird nach einem unangenehmen Zwischenfall der Versuch abgebrochen. Zu sehr sind die Menschen mit sich selbst beschäftigt, um zu erkennen, was sie da losgetreten haben.

Ein kleines Affenbaby allerdings bleibt von den gentechnischen Experimenten übrig. Es wird im Haus eines Wissenschaftlers großgezogen, verbringt die Zeit damit, menschenähnliches Verhalten an den Tag zu legen, und wird in einem beeindruckenden Moment der Klarsicht auf den Namen Caesar getauft. Das weist dann bereits weit in die Zukunft voraus - eine Zukunft, die wir längst kennen. Genauer gesagt seit dem Jahr 1963.

Damals nahm die Weltherrschaft der Affen konkrete Form an. Zuerst in einem Roman von Pierre Boulle, 1968 dann in dessen erster Verfilmung durch Franklin Schaffner. Charlton Heston kam darin zu unsterblichem Ruhm, als er das untergegangene New York fand, von Affen regiert; Tim Burton drehte vor zehn Jahren eine weitere Version des Themas, mit ähnlichem Ausgang. Was allerdings "Prevolution" von diesen Filmen unterscheidet, ist nicht nur der originäre Ansatz, zum ersten Mal die Ereignisse zu beschreiben, die zur Machtübernahme der Affen führten. Es sind, vor allem, die Affen selbst.

In "Prevolution" gibt es keine Tiere in Uniform, keine speziesübergreifende romantische Verwicklung, keine Helena Bonham Carter als Verlockung in Affengestalt, und allein das macht den Film ziemlich sympathisch. Die Affen werden so realistisch gezeigt, wie es der Computertricktechnik möglich ist, was nicht nur zu erstaunlichen Bildern führt, sondern auch zu viel kindlichem Spaß.

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