Oscar-Verleihung in Hollywood "Slumdog Millionaire" als bester Film ausgezeichnet

Ein indisches Sozialmärchen ist der große Gewinner bei den Oscars. Als beste Darsteller wurden Kate Winslet und Sean Penn geehrt. Auch Deutschland ging nicht leer aus.

Das indische Sozialmärchen "Slumdog Millionaire" des britischen Regisseurs Danny Boyle ist mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet worden. Das Drama setzte sich in der Oscar-Nacht gegen den großen Favoriten "Der seltsame Fall des Benjamin Button" durch.

Kate Winslet, Sean Penn und Penelope Cruz mit ihren Oscars.

(Foto: Foto: Reuters)

Außerdem gewann der in zehn Kategorien nominierte Film bei der Zeremonie am Sonntag in Los Angeles sieben weitere Preise, darunter auch den für die beste Regie. In "Slumdog Millionaire" geht es um einen Jungen aus einem Elendsviertel der indischen Metropole Bombay, der durch eine Quiz-Sendung im Fernsehen zum Star wird. Verlierer des Abends ist "Benjamin Button" mit nur drei Oscars in Nebenkategorien nach insgesamt 13 Nominierungen.

Den Oscar für die beste Schauspielerin erhielt die Britin Kate Winslet für ihre Rolle im Film "Der Vorleser", der nach dem Bestsellerroman des Deutschen Bernhard Schlink gedreht wurde. Die 33-jährige Britin spielt darin eine ehemalige KZ-Aufseherin. Winslet schlug in der Kategorie unter anderem Mery Streep aus dem Rennen, die zum 15. Mal für einen Oscar nominiert war und damit einen neuen Rekord aufstellte.

Als bester Schauspieler wurde Sean Penn für seine Rolle in "Milk" geehrt. Er spielt darin einen homosexuellen Politiker. Es ist bereits der zweite Oscar als bester Hauptdarsteller für Penn, seinen ersten erhielt er 2003 für seine Rolle in "Mystic River". Der 48-Jährige setzte sich damit bei der Verleihung am Sonntag in Los Angeles gegen seine Kollegen Mickey Rourke, Frank Langella, Brad Pitt und Richard Jenkins durch.

Der verstorbene Schauspieler Heath Ledger wurde posthum mit einem Oscar als bester Nebendarsteller geehrt. Erwartungsgemäß erhielt er bei der 81. Oscar-Verleihung in Los Angeles den Preis für den besten Nebendarsteller für seine Rolle als Joker in dem Batman-Film "The Dark Knight".

Der deutsche Film "Der Baader Meinhof Komplex" ging bei der Oscar-Vergabe leer aus. Der Preis für die beste nicht englisch-sprachige Produktion des Jahres ging an "Departures" aus Japan. Schon vor vier Jahren war der Münchner "Baader Meinhof"-Produzent Bernd Eichinger einmal für den sogenannten Auslands-Oscar nominiert gewesen, damals mit dem Hitler-Drama "Der Untergang".

Dafür wurde der Kurzfilm "Spielzeugland" Jochen Alexander Freydank in der Nacht in Los Angeles geehrt. Kurzfilm-Regisseur Freydank sagte in seiner Dankesrede, er sei in Ostdeutschland aufgewachsen, "da war Westdeutschland schon weit weg - und Hollywood ganz weit". Der 14 Minuten lange Film ist ein Minidrama über Lügen in der Nazizeit. Gregor Weber, bekannt als Saarbrücker "Tatort"-Kommissar, spieltl darin einen SS-Mann. Seit 1994 sind deutsche Kurzfilme insgesamt drei Mal mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt gewürdigt worden.

Der Preis für Ledger wurde am Sonntag in Los Angeles von dessen Eltern und seiner Schwester im Namen seiner dreijährigen Tochter Matilda entgegengenommen. Ledger ist neben Peter Finch 1976 der einzige Schauspieler, der den Oscar posthum zugesprochen bekam. Der australische Schauspieler starb im vorigen Jahr mit 28 Jahren an einer Überdosis Medikamente.

Die spanische Schauspielerin Penelope Cruz erhielt für ihre Rolle in dem Woody-Allen-Film "Vicky Cristina Barcelona" den Preis als beste Nebendarstellerin. Cruz ist die erste spanische Schauspielerin, die einen Oscar erhält. Im vergangenen Jahr wurde ihr Kollege und Landsmann Javier Bardem als bester Nebendarsteller für seine Rolle in "No Country For Old Men" geehrt.

Cruz dankte Regisseur Allen. "Danke, dass du mir diese wunderschöne Rolle anvertraut hast. Danke, dass du all diese Jahre einige der tollsten Rollen für Frauen geschrieben hast." Es ist bereits das fünfte Mal, dass ein(e) Mitwirkende(r) eines Film von Regisseur Woody Allen in der Kategorie beste Nebenrolle ausgezeichnet wurde.

Vor Cruz wurde diese Ehre zwei Mal Dianne Wiest und je einmal Michael Caine und Mira Sorvino zuteil. Den Preis überreichten Cruz fünf frühere Gewinnerinnen des Oscars als beste Nebendarstellerin: Tilda Swinton, Eva Marie Saint, Anjelica Huston, Whoopi Goldberg und Goldie Hawn.