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Literatur im Internet

Fragt man den Berner Hartmut Abendschein, Jahrgang 1969, dessen literarisches Schreiben im vergangenen Jahrzehnt vor allem in seinen digitalen Wiki-Lexikon-Roman "bibliotheca caelestis" und inzwischen in sein literarisches Weblog "taberna kritika" eingegangen ist, warum er sich das Internet als Arbeitsort erwählt hat, so erklärt er sehr freundlich, dass er gedruckte Bücher auch möge, ihn aber am blogförmigen Schreiben nach wie vor die "Offenheit von Text" und die "Aktivierung der Leser" interessiere. Auch Facebook- und Twitterstreams könnten für ihn Literatur produzieren, eher wäre die Frage, ob solche "eher flüchtigen Dinge" künftig mehr Chance bekämen, von der "literarischen Öffentlichkeit mit ihrem Leitmedium Buch auch akzeptiert zu werden".

Ja, wie steht es denn nun um die Zukunft der Autoren im Internet? Ulrike Schaub vom Beltz Verlag muss das genau wissen. Sie vertritt nämlich als Pressesprecherin ein Programm, das man auch als Zukunftspanel bezeichnen könnte: Die "Warrior Cats"-Jugendbücher sind derzeit eine extrem beliebte Reihe für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren. Beltz hat dazu ein gewaltiges, schnell wachsendes Online-Forum auf die Beine gestellt. Schaub erklärt: Gemeinsam diskutieren die jungen Leser die Reihe und ebenso auch alles andere, nebenbei wird ein eigenes Wiki-Lexikon mit Informationen zur Fantasy-Katzenwelt erstellt - insgesamt haben die Kinder auf der Seite bislang unfassbare 930000 Beiträge verfasst.

Auch wenn die Schriftsteller von heute nicht im Internet schreiben, die Leser von morgen werden es mit Sicherheit tun.

Bild: www.warriorcats.de

4. April 2011, 18:48 2011-04-04 18:48:29

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