Kreuz.net offline Liveticker auf das Hetzportal

Abgesehen davon treten immer mehr Indizien dafür zutage, dass Rodheudt mehr mit dem Hetzportal zu tun hatte, als er heute selbst noch weiß oder wahrhaben will. Ein Aktivist von "Stoppt kreuz.net" sagt, Rodheudt habe ein wesentlich kämpferischeres Naturell als sein gleichgesinnter Mainzer Kollege. Doch er, der sich schriftlich wie in Interviews mit willfährigen Fragestellern dezidiert zu Glaubensthemen äußert, will kreuz.net nur gelesen und nie dort geschrieben haben.

Der WDR fragte Rodheudt nach der Internet-Verbindung zwischen kreuz.net und der Seite des NKP. Solche Verlinkungen hatten auf einer Art Partnerschaft basiert: kreuz.net forderte von Interessierten, die ihr Werbebanner auf dem Hetzportal platzieren wollten, dass sie im Gegenzug einen kreuz.net-Link setzten.

Doch das NKP baute nicht nur einen einfachen Link auf seine Seite. Es schaltete sogar einen Liveticker, das heißt, dass die Überschriften neuer Meldungen, die die anonymen Betreiber auf das Hetzportal stellten, auch auf der Seite des NKP aufliefen. Auf dem ebenfalls erzkatholischen Portal gloria.tv ist ein Interview mit Guido Rodheudt abrufbar, auf dem dieser Liveticker im Hintergrund noch aktiv ist. Wie aus einer NKP-internen Mail hervorgeht, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wurde dieser Liveticker erst im Januar 2009 eingestellt. Ein Kollege bat seine "lieben Mitbrüder", diese Verbindung zu löschen. Er verwies auf die Intervention von zwei Professoren, die sich über die "antikirchliche, zersetzende Gehässigkeit von kreuz.net" beklagt hätten.

Die NKP-Sprecher antworteten: "Lieber Mitbruder, danke für Ihre Kritik! Wir werden dem Anliegen entsprechen, indem wir den Ticker von unserer Startseite herunternehmen." Bis zu diesem Tag waren also Botschaften wie "Der Jakob hat einen flotten Dreier gemacht", "Die Holocaust-Ideologie verharmlost die Kinderabtreibung" und "Papst Johannes II. - der Antichrist?" über die Ticker-Leiste der Priesternetzwerksseite gelaufen. kreuz.net stand damals längst im Visier der Medien.

Guido Rodheudt sagt, das Priesternetzwerk habe den Liveticker-Link von sich aus löschen lassen. Das Portal habe sich gewandelt, Stil und Inhalt von kreuz.net sei unerträglich geworden. Doch hatte das Netzwerk schon lange zuvor mit dem "Misthaufen" kooperiert: Man braucht sich nur Meldungen aus dem Jahr 2007 anschauen, in denen über "sodomistische Unzucht", das "Homokonkubinat" und "homoideologische Verharmlosungen" gehetzt wird. Das war für Guido Rodheudt offenbar noch vertretbar.

Im November 2007 erschien der Beitrag eines Holocaust-Leugners, der folgenden Satz enthielt: "Sogar offenkundige Widersprüche werden den Bürgern als Glaubenswahrheiten aufgezwungen - sei es im Zusammenhang mit Gaskammern, mit angeblich aus Juden produzierten Seifen oder mit Opferzahlen." Und direkt daneben stand ein Werbebanner der Kirchenmusik-Vereinigung Sinfonia Sacra. Im Vorstand dieser Organisation war und ist: Guido Rodheudt, der Priester, der nur nach Tomaten suchte im Misthaufen.