Kleinwüchsige begeistern schon deshalb, weil von ihnen ein märchenhafter Zauber ausgeht. Weil sie wie Erwachsene wirken, die man in Kinderkörper gesteckt hat. Weil sie sich ähnlich komisch bewegen wie die schlaksigen Riesen Stan Laurel oder Jacques Tati. Weil ihre Stimmen piepsen, als hätten sie Helium eingeatmet.

Die Tonlage von Kleinwüchsigen ist meist noch höher als die von Frauen. Das ist beeindruckend für all jene, die ihren Stimmbruch überstanden haben.

Natürlich haben sich Kleinwüchsige wie Michu Meszaros nicht aus freien Stücken gegen das Wachstum entschieden. Sehr oft sind sie alles andere als glücklich darüber, so auffällig von der sogenannten Norm abzuweichen. Doch was ist schon die Norm? Eine langbeinige, aufgespritzte Blondine? Ein dicker Macho im Tweedsakko?

Meszaros trat oft im Zirkus auf. Während einer Cowboy-Nummer ritt er einsam auf einem Shetland-Pony. Er werde immer nur dann sauer, wenn er gefragt werde, welche Probleme er denn so im Alltag habe, sagte er einmal. "Die Leute brauchen wirklich nicht glauben, bei mir im Kopf gehe es zu wie in einer Jahrmarktbude. Ich bin einfach nur ein bisschen kleiner."

Danke, Michu Meszaros! Dank ...

Michu Meszaros im Arm von Michael Jackson 1996.

Bild: dpa 14. Juni 2016, 18:522016-06-14 18:52:26 © SZ.de/pak