Junge deutsche FotografieBis es weh tut

Erfrischend düster: Die Ausstellung "Gute Aussichten - Junge deutsche Fotografie" in Hamburg zeigt die besten Arbeiten junger deutscher Fotoschul-Absolventen.

Erfrischend düster: Die Ausstellung "Gute Aussichten - Junge deutsche Fotografie" in Hamburg zeigt die besten Arbeiten junger deutscher Fotoschul-Absolventen. Die Bilder.

Es ist eine wunderbare Paradoxie der Dokumentarfotografie, dass sie durch Distanz Nähe herzustellen vermag. Die Dreieinigkeit aus zeitlicher, räumlicher und persönlicher Distanz, die der Fotograf zwischen Aufnahme und Präsentation herstellt, erlaubt dem Betrachter ein Interesse für andere Menschen ohne emotionale Komplikationen. Obwohl dieser Voyeurismus frei von Verlegenheit ist, entbindet die Darstellung den Fotografen nicht von einem sensiblen Umgang. Schock, Effekt, plakative Inszenierungen rauben dem Bild des Menschen leicht die Würde, machen ihn zu einem Objekt ohne Geheimnis. Gerade beim Thema "Essstörungen" ist ...

Text: Till Briegleb/SZ vom 26.1.2011/sueddeutsche.de/kelm/rus

Foto: Rebecca Sampson. Aus der Reihe "Aussehnsucht", www.guteaussichten.org

26. Januar 2011, 09:572011-01-26 09:57:17 © SZ vom 26.1.2011/kelm