Vampire sind nun Cowboys und neuerdings eher lustig. Diesmal raubt einem die Besetzung mit Salma Hayek den Atem. John C. Reilly und seine Blutsbande in "Mitternachtszirkus".
Alle Kinder lieben die Twilight-Saga. Die ist zwar - was immer noch Seltenheitswert hat - löblicherweise auf Mädchen zugeschnitten. Aber schöner wäre es trotzdem, würden alle Kinder die Darren-Shan-Saga lieben - die hat nämlich weniger moralische Metaphorik zu bieten, dafür aber Humor.
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Salma Hayek spielt John C. Reillys Lebensgefährtin mit der Fähigkeit zum spontanen Haarwuchs. (© Foto: Universal)
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Regisseur Paul Weitz, der unter anderem die Nick-Hornby-Verfilmung "About a Boy" machte, hat "Mitternachtszirkus" verfilmt . Die dazugehörige Buchreihe umfasst immerhin zwölf Bände, geschrieben von dem in Irland lebenden Autor Darren O'Shaughnessy, der sich als Autor nennt wie seine Hauptfigur. "Cirque du Freak: The Vampire's Assistant" handelt davon, wie der Teenie Darren Shan zum Vampir wird - sein Leben als Musterknabe ist so langweilig, dass selbst ein Dasein als Untoter daneben wie Leben wirkt.
Er gerät an Crepsley, einen als Varietékünstler getarnten Vampir, der vor ein paar Jahrhunderten mit seinem Kumpel Gavner eine Vampirbewegung gegründet hat, die ihr Essen, Menschen also, vorsichtig anzapft, aber nie umbringt - ökologisch sinnvolles Wirtschaften, sozusagen, wir müssen mit unseren Ressourcen haushalten. Die Hälfte aller Vampire hat sich ihm angeschlossen, die andere will Krieg, der Oberbösewicht hat sich Darrens besten Freund geschnappt, um Unfrieden zu stiften. Und so landet Darren im Zirkus der Freaks.
Adaptiert hat den "Mitternachtszirkus" Brian Helgeland ("L. A. Confidential", "Mystic River"). Allzu spektakulär ist das, was Weitz daraus gemacht hat, nicht - er nutzt die Spezialeffekte, um seine Charaktere zu gestalten, liebenswerte Sonderlinge, eine tolle Blutsbande: reizvoll bösartige kleine Leute, die bärtige Schönheit, mit der Crepsley zusammen ist, den riesigen Zirkusdirektor.
Die Fliegerei der blitzschnellen Vampire ist eher lustig als atemberaubend; aber dafür bleibt einem bei der Besetzung die Spucke weg: John C. Reilly spielt Larten Crepsley, Salma Hayek seine Lebensgefährtin mit der Fähigkeit zum spontanen Haarwuchs, Willem Dafoe den Gavner und Ken Watanabe den Direktor. Lauter charmante Freaks - und sympathischer als die gelackten Twilight-Schnösel sind sie allemal.
CIRQUE DU FREAK: THE VAMPIRE'S ASSISTANT, USA 2009 - Regie: Paul Weitz. Buch: P. Weitz und Brian Helgeland. Kamera: J. Michael Muro. Mit: John C. Reilly, Chris Massoglia, Salma Hayek, Willem Dafoe. Universal Pictures, 109 Minuten
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(SZ vom 12.1.2010/iko)
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Kaum hat ein Thema Erfolg, wird es inflationär, weil viele auf der Welle mitschwimmen wollen.
Was man dazu aber noch sagen muss: Darren Shan gab es vor Twilight, und die Qualität der Bücher ist deutlich höher als die der Teenie-Kreisch-Serie. Aber wer Mainstream haben will, wird Mainstream bekommen ;-)
Darren Shan gehört für mich eigentlich nicht dazu, was der Film daraus macht, wird man ja sehen.
"ich frag mich trotzdem, ob Vampire nicht etwas zu inflationär genutzt werden"
gute frage! (die stelle ich mir im übrigen auch...)
"so viel sie für Geschichten auch bieten."
frage beantwortet!
;o)
"und sympathischer als die gelackten Twilight-Schnösel sind sie allemal."
lol
Das hört sich ja schonmal etwas positiver an, aber ich frag mich trotzdem, ob Vampire nicht etwas zu inflationär genutzt werden, so viel sie für Geschichten auch bieten.