"I am Legend" Autor Richard Matheson ist tot Dem Bösen ist alle Logik fremd

"Matheson kannte kein Pardon": In Werken wie "I am Legend" oder "The Twilight Zone" des amerikanischen Schriftstellers Richard Matheson geht es meist um den Kampf eines Einzelnen gegen das unfassbar Unwirkliche. Nun ist der 87-Jährige gestorben.

Von Susan Vahabzadeh

Die Idee zu "I am Legend" ("Ich bin Legende"), hat der Schriftsteller Richard Matheson einmal erzählt, kam ihm schon als Teenager - er hatte gerade "Dracula" gesehen: "Und ich fragte mich: Ein Vampir ist furchterregend, was wäre, wenn die ganze Welt voller Vampire wäre?" Das Buch, das er aus dieser Idee machte und 1954 veröffentliche, war sicherlich sein erfolgreichstes - zumindest ist es immer wieder verfilmt worden: viermal -, bis es mit Will Smith und unter seinem Originaltitel ein echter Blockbuster wurde. "Ich verstehe gar nicht", sagte Matheson, "warum Hollywood sich immer wieder dieses Buch vornimmt, nur um es dann nicht so zu verfilmen, wie ich es geschrieben habe."

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Die Katastrophe ist hausgemacht, unsere Verbrechen an der Natur leben weiter: Der brillante Thriller "I am Legend" ist die bisher furchterregendste Version eines Endzeit-Dramas.

Auch wenn es nicht so klingt, war Matheson selbst ein Mitglied der Filmgemeinde, nicht nur als Lieferant für Vorlagen, sondern auch als Drehbuchautor. Für "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C./The Incredible Shrinking Man" (1957) verarbeitete er einen eigenen Roman, für "Der Rabe" mit Vincent Price (1963) benutzte er Edgar Allan Poes Gedicht. Matheson, 1926 in New Jersey geboren, war schon bei der legendären Fernsehserie "The Twilight Zone" dabei, die Anfang der Sechziger lief, mit immerhin 14 Episoden, für die er meist eigene Kurzgeschichten verwendete. In einer Episode spielt William Shatner einen Passagier, der auf der Tragfläche des Flugzeugs einen Gremlin entdeckt. Niemand an Bord glaubt ihm, dass der Gremlin sich anschickt, den Flieger zum Absturz zu bringen. Einer im Kampf gegen das Unfassbare - das war, immer wieder, Mathesons Thema.

Er hörte es nicht gern, wenn man ihn als Science-Fiction Autor bezeichnete: "Science-Fiction ist durch und durch logisch, es geht um Dinge, die wirklich passieren könnten. Fantasy hingegen, und das ziehe ich vor, bedeutet, dass es keinerlei Regeln gibt. Alles kann passierten, und normalerweise tut es das auch."

Die "Twilight Zone" war letztlich so wichtig für ihn, wie es seine Bücher waren, zwei seiner jungen Fans von damals hießen Stephen King und Steven Spielberg, der 1971 seinen ersten Film "Duell" machte. Das Drehbuch stammte wiederum von Matheson, auch dies eine Story über den Kampf des Einzelnen gegen böse, unerklärte Mächte - hier in Form eines riesigen Trucks, der einen Autofahrer verfolgt. Stephen King hat 2006 über Matheson geschrieben, es hätte ihn ohne dieses Vorbild als Autor gar nicht geben können. "Matheson kannte kein Pardon. Wenn du dachtest, es muss vorbei sein, dass deine Nerven nicht mehr aushalten, war das der Moment, in dem Matheson noch mal nachlegte." Am Sonntag ist Richard Matheson im Alter von 87 Jahren in Kalifornien gestorben.