Antonio Vega Macotela – "Die Blutmühle"

Die Mechanik sieht schon von weitem grausam aus: Gewaltige Zahnräder aus Holz greifen da ineinander, eine Plattform dreht sich ächzend, darunter packt das Kunstpublikum an. Die "Blutmühle", die in den heiteren Karlsauen steht wie ein vergessenes Spielzeug, ist der von Antonio Vega Macotela ausgeführte, exakte Nachbau eines Geräts, das es wirklich gab. Als die Kolonisatoren das Silber aus den Bergen holten und zu Münzen und Barren prägten, trieben Esel solche Mühlen an, allein, die Arbeit war zu hart. Und als keine Esel mehr zu haben waren, mussten die Ärmsten der Armen ran, die indigene Bevölkerung. Die Documenta 14 spannt erzählerisch einen weiten Bogen von der Erfindungskraft großer Geister - auch Leonardo da Vinci zeichnete nicht nur anatomische Studien, sondern auch Maschinen - zur Ausbeutung, zur Ware Kunst, zu all den Werten, die zusammen kommen, damit die Kreisläufe der globalisierten Kultur so richtig in Schwung kommen.

Bild: Liz Eve 10. Juni 2017, 08:552017-06-10 08:55:38 © SZ.de/khil