SZ-Werkstatt Syrien und Wetterfrosch

Wie kommt die "SZ für Kinder" jede Woche auf ihre spannenden Themen? Redakteur Georg Cadeggianini plaudert aus dem Nähkästchen.

Im Herzen der Wochenendausgabe, in der Mitte der Gesellschaft, an der Stelle der Zeitung also, an der jedes weitere Blättern wieder weiter nach außen führen würde, dort liegt jede Woche die SZ für Kinder. Eine Zeitungsseite quer zum Rest - und zwar ganz wörtlich. Denn die Seite liegt quer im Bogen. Man kann sie herausnehmen, drehen, falten - und hat dann eine eigene Zeitung für Acht- bis Zwölfjährige.

Ich selbst habe sieben Kinder, drei bis 17 Jahre alt. Natürlich müssen die oft probelesen, Ideen einbringen, mäkeln. Vor allem aber notiere ich mir Fragen: Wo im Lagerfeuer ist die perfekte Stelle für meine Marshmallows? Warum ist in Syrien immer noch Krieg? Wie bekomme ich beim Flohmarkt den besten Preis? Was hilft gegen Heimweh? Warum sind auf Hausdächern Wetterhähne montiert - und keine Wetterfrösche oder -hennen?

Journalismus für Kinder, den Versuch also, etwas für Kinder anzubieten und nicht für kleine Erwachsene, gibt es noch gar nicht so lang. Das heißt auch: Keiner weiß so recht, wie es wirklich geht. Das schafft Freiheiten, dadurch bekommt es Laborcharakter. Etwas, das mir sehr gefällt.

Anfang des Jahres haben wir die SZ für Kinder neu gestaltet. Unsere Überzeugung: Wenn das Rundherum bunt und leicht ist, mit Cartoons und Witzen, Teekesselchen und Schimpfwortbilderrätseln, dürfen dazwischen auch schwierigere Themen vorkommen; über den neuen französischen Präsidenten etwa, die Magie des Versteckspielens oder die Ganoven-Software "Wanna Cry".

Der Laborcharakter steckt aber auch tief im Team: Alle hier sind Eltern, alle arbeiten Teilzeit, permanent kommt Neues. Aus dem Team entstehen Familienthemen für die Zeitung, Texte für die Kinderseite - und, ganz neu, das Doppelmagazin Süddeutsche Zeitung Familie am Kiosk. Eine Menge Arbeit - aber auch viel Spaß.