Geburtshilfe Reformen im Kreißsaal

Politiker müssen mehr Verantwortung für die Geburtshilfe übernehmen. Notwendig sind echte Reformen, wenn wir uns weiter den Kreißsaal und Hebammen für die Geburt in Deutschland leisten wollen.

"Schwierige Geburt" vom 26. Juli:

Jetzt haben wir das erste tote Kind, weil die Geburtseinleitung verschoben werden musste; die erste Frau die, an der Kreißsaaltür mit Wehen abgewiesen, ihr Baby am Parkplatz alleine zur Welt brachte. (Beide Fälle in den Medien). Was braucht es noch, damit unsere Politiker Verantwortung für die Geburtshilfe übernehmen? Wie zynisch klingt das denn, wenn die Union die Personalplanung an die Krankenhäuser delegiert? Sollen jetzt ernsthaft börsennotierte Krankenhauskonzerne auch weiterhin über die Versorgung der jungen Familien entscheiden? Und wenn dann die wenig einträgliche Geburtshilfe geschlossen wird, welche Abteilung wird die nächste sein? Neben den Krankenhäusern sind die Versicherungskonzerne - herzig Krankenkassen genannt - die anderen großen Spieler, die dafür sorgen, dass Personal und Geld knapp und knapper werden da, wo unsere Kinder auf die Welt kommen. Warum sind Politiker in Regierungsverantwortung nicht in der Lage, einem verhältnismäßig kostengünstigen Problem mit echten Lösungen zu begegnen? Gerade kurz vor den Wahlen wäre ein durch und durch konservatives Thema wie Geburtshilfe und Familiengründung ein echter Sympathieträger für die großen Parteien.

Und ja, die Hebammen arbeiten Teilzeit im Kreißsaal, das ist auch gut so. Denn nebenher ist die ambulante Betreuung des Wochenbettes nötig, die von den Kolleginnen zusätzlich geleistet wird. Auch da haben wir in weiten Teilen Deutschlands eine katastrophale Unterversorgung.

Es stehen echte Reformen an und die werden nicht ohne Geld zu haben sein. Lassen wir nicht noch mehr Zeit verstreichen. Mit jedem weiteren Tag werden Geburten am Parkplatz, Geburten ohne Hilfe und geschädigte Mütter und Kinder bedrohlich mehr werden. Claudia Lowitz, München