Väter wollen nicht nur im Büro schuften, sondern auch ihr Kind aufwachsen sehen. Allerdings fehlt ihnen für eine anspruchsvolle Variante des Vaterseins vor allem eines: Zeit. Die verbringen sie meist im Büro. Nicht, weil sie das unbedingt möchten. Ihr Hauptproblem ist der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern.
Sie alle möchten gute Väter sein. Bevor das erste Kind zur Welt kommt, nehmen sich junge Männer vor, die Fehler ihrer Väter und Großväter zu vermeiden. Sie wollen nicht nur im Büro schuften, sondern auch das Baby wickeln. Nicht nur das Auto reparieren, wenn der Lack verkratzt ist, sondern auch das Kind trösten, wenn es sich das Knie aufgeschrammt hat. Nicht nur eine Männerkarriere vorleben, sondern auch Kinderbücher vorlesen. Ein traditioneller, meist abwesender Vater? Bloß nicht, sagen viele junge Männer.
Bild vergrößern
Die meisten Männer würden gern viel Zeit mit ihren Kindern verbringen. An einer anspruchsvollen Variante des Vaterseins hindert sie jedoch der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern. (© dpa)
Anzeige
Dann ist das Baby da. Und alles läuft sehr schnell wieder sehr traditionell. Vielleicht macht der Mann noch zwei Monate Elternzeit - etwa ein Viertel der jungen Väter wagt das inzwischen; allmählich werden es sogar noch ein paar mehr. Doch in den vielen Jahren danach gelingt es nur wenigen Vätern, ihren guten Vorsätzen Taten folgen zu lassen.
Väter haben nämlich fast immer das Gefühl, dass ihnen für die anspruchsvolle Variante des Vaterseins eines fehlt: die Zeit. Die nämlich verbringen sie nun doch meist mit ihrem Job. Pro Woche vierzig Stunden und ein bisschen mehr: hier eine Besprechung, da ein Abendtermin - schließlich gilt es, die junge Familie zu ernähren. Und für die Kinder sorgt derweil die Frau. Eine Zahl zeigt, wie früh die Pläne scheitern: Nach Geburt des ersten Kindes sinkt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Männer nicht, sondern sie steigt. Wenn die Kinder ein bisschen älter sind, ist dann wieder alles beim Alten: Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau hat einen 400-Euro-Job oder eine Teilzeit-Stelle.
Man kann nun die Schuld dafür bei den Vätern suchen, man kann eine "verbale Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre" diagnostizieren, wie das ein Soziologe mal getan hat. Nur ist es eben kein individuelles Problem, kein bloßer Mangel an gutem Willen. Dass auch Väter ein "Vereinbarkeitsproblem" haben, liegt nur zum kleinen Teil daran, dass sie sich vor Abwasch und Einkauf drücken würden.
Ihr Hauptproblem ist: Sie verdienen zu viel. Nicht im Vergleich mit den kinderlosen Männern - wer gelegentlich mit den Kindern in Urlaub fährt oder regelmäßig den Kühlschrank für ein paar pubertierende Jugendliche füllen muss, der weiß, dass Eltern sein kein billiges Hobby ist. Doch zu viel verdienen die deutschen Väter im Vergleich zu ihren Frauen: Bei knapp 25 Prozent liegt der Gender pay gap, der Unterschied von Männer- und Fraueneinkommen. Selbst wenn man die Berufserfahrung, die Qualifikation und die unterschiedlichen Branchen von Männern und Frauen berücksichtigt, bleibt eine Lücke von mehr als zehn Prozent.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Karriere mit Kind Wie berufstätigen Müttern das Leben erschwert wird 17.06.2011
- Ausbau des Elterngelds gescheitert Mehr Mut, Frau Schröder! 11.04.2011
- Elternzeit Werktags gehört Vati mir 02.10.2011
- VIP-Klick: Matt Damon Glucken-Alarm 29.08.2011
- Frankreich: Zwangsurlaub für Väter Freiheit, Gleichheit, Väterlichkeit 25.03.2011
- Familienmonitor 2010 Mehr Kinder, weniger Arbeit 31.08.2010
65. Filmfestspiele Cannes
"Seit Generationen sind die Rollen von Mann und Frau mehr oder weniger festgelegt. Und nun soll alles aufgeweicht und alles gleich gemacht werden. Wieso eigentlich?"
Ganz einfach, lieber Heinz: Ich möchte die Entscheidungsfreiheit haben, ob ich lieber meiner Karriere nachjage oder meine Kinder großziehe. Und ich möchte mir (als Mann) kein blödes Geschwätz anhören müssen, wenn ich mich für letzteres entscheide. Gebongt?
Seit Generationen sind die Rollen von Mann und Frau mehr oder weniger festgelegt. Und nun soll alles aufgeweicht und alles gleich gemacht werden. Wieso eigentlich? Wegen ein paar seltsamer Ideen Spät-68 und Grüner? Es wird doch jetzt schon Jungs im Kindergarten verboten mal zu bolzen oder, ach Gott - bzw. Göttin, mal zu raufen.
Mit einer traditionenellen Aufgabenteilung ist Deutschland doch nicht schlecht gefahren - warum soll also was Gutes geändert werden?
Nicht die Männer verdienen zu viel, sondern die Frauen zu wenig.
Frauen suchen sich meist einen Partner mit höherem sozialen Status und Einkommen, oder mindestens gleich hoch. Viele gut verdienende Frauen bleiben daher lieber Single als "nach unten zu heiraten". Viele Männer mit niedrigem Einkommen oder Arbeitslose gehen daher auf dem Partnermarkt leer aus.
.
Infolgedessen ist der Einkommensunterschied in real existierenden Paaren vermutlich noch größer als die statistisch festgestellten (oder vom Autor geschätzten) 25% in der Gesamtgesellschaft bzw. 10% bei gleichartiger Arbeitsstelle (und vielleicht 0% bei gleichem zeitlichen Arbeitseinsatz?).
.
Würden sich mehr Frauen sozial auch "nach unten" orientieren, und einen Partner akzeptieren, der beruflich nicht so viel erreicht hat, sich aber gut als Hausmann bewähren könnte, gäbe es einige Probleme weniger. Vielen jungen Frauen fehlt aber auch das Vertrauen, das der Mann "es auch kann".
"Ganz schnell kommt man dann bei einigen Berufen zu der Erkenntnis das sie schlechter bezahlt sind weil sie vor allem von Frauen ausgeübt werden"
Wenn das so wäre, müßten ja die Männer in den entsprechenden Berufen unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren besser bezahlt werden. Das ist aber nicht der Fall.
Paging