Zeiteffizienz, Internationalisierung, Betreuungsbedingungen: Die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vergleicht die Schulbildung in Deutschland nach ihren eigenen Kriterien. Demnach stehen zwei ostdeutsche Bundesländer ganz vorn.
Mitten hinein in den Streit der CDU um ihren künftigen bildungspolitischen Kurs hat die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ihre jüngste Vergleichsstudie zur Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in Deutschland vorgestellt. Die Studie, die seit 2004 zum achten Mal erarbeitet wurde, weist aus, dass in allen sechzehn Bundesländern manches besser wurde.
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Grafik: SZ
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Spitzenreiter sind die beiden ostdeutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Alle übrigen Bundesländer liegen etwas zurück, gemessen am Stand bei der ersten Studie von 2004 aber haben sich nach Aussage von INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr alle Bundesländer deutlich verbessert.
Politische Brisanz steckt in der Studie vor allem, weil die Ergebnisse einer solchen Untersuchung durchaus Einfluss auf die CDU-interne Debatte haben könnte. Die Resultate geben allerdings keine eindeutige Linie vor. Während die beiden Spitzenreiter Sachsen und Thüringen das dreigliedrige Modell inklusive Hauptschule aufgegeben haben, folgen danach die beiden Südländer Bayern und Baden-Württemberg, in denen die Union vehement für den Erhalt der Hauptschule kämpft.
Pellengahr erklärte zum Streit um die Hauptschule, er lehne es ab, Schultypen allein deshalb zu schließen, weil die Schülerzahlen sinken würden - eine kleine Spitze Richtung Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Sie möchte die Hauptschule in einem gemeinsamen Schultyp mit der Realschule aufgehen lassen.
Außer Kritik erntete der Bund vom Autor der Studie, Axel Plünnecke, auch Lob. Er hob hervor, dass der Bund in den letzten Jahren mit eigenen Initiativen und Ko-Finanzierungen beim Ausbau der Ganztagsschulen, der Kitas und der frühkindlichen Bildung viel Gutes angestoßen habe.
Fokus Fachkräfteversorgung
Die Studie selbst, die Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft erstellten, lenkt den Blick sehr auf die Frage, wie erfolgreich das Bildungssystem dabei ist, das Hochtechnologieland Deutschland auch in Zukunft mit gut ausgebildeten Fachkräften zu versorgen. Entsprechend sind die Kategorien gewählt, die herangezogen wurden, so die "Zeiteffizienz" in einer Schullaufbahn, die Internationalisierung der Schulen und die Betreuungsbedingungen.
Nimmt man alle Länder zusammen, dann hat es in den vergangenen acht Jahren vor allem bei der Akademisierung große Fortschritte gegeben, also beim Anteil derer, die einen Abschluss machen, mit dem sie anschließend auch studieren können. Die Zahl ist zwischen 2004 und 2011 massiv angestiegen.
Plünnecke betonte, sie sei um fast 500.000 höher als sie wäre, wenn die Bundesländer keine Anstrengungen unternommen hätten, um die Zahl der Akademiker zu erhöhen. Immer wichtiger seien dabei außer den Gymnasien andere berufsbildende Schulen geworden, deren Abschluss ebenfalls zu einem Studium berechtigen.
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@Kohlrabis:
Will ich behaupten, dass die Leute in reichen Bundesländern fremdenfeindlicher sind? Nein.
Ich behaupte aber, dass es mehr reiche Leute in reichen Bundesländern gibt, und dass besagte reiche Leute Migrantenkinder und Migrantenfamilien von vornherein für ungebildet und faul halten, und dass man daher im Schulsystem am besten einen eigenen Schultyp hat, wo diese "entsorgt" werden. Und dass diese Meinung weithin vorherrschend ist, selbst wenn es keiner öffentlich zugibt.
Sie glauben das nicht? Lesen Sie mal den vollkommen katastrophalen Beitrag von Chris_7. Der versucht im ersten Absatz ganz ernsthaft darzulegen, dass es in Sachsen und Thüringen nur deshalb besser ist, weil es da keine Ausländer gibt, zwar gibts faule Sozialhilfeempfänger, aber die haben wenigstens noch von ihren Eltern gelernt, wie man arbeitet...
... um sich dann weiterhin darüber auszulassen, dass eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule dazu führt, dass die schlechten Schüler die anderen runterziehen, und man die Hauptschule nur braucht, weil man ebendiese schlechten Schüler "aus Gründen der politischen Korrektheit" nicht einfach als "nicht schulfähig" (sic!) irgendwo abstellen kann. Solche Äußerungen nicht geradeheraus als faschistisch zu bezeichnen, fällt schwer. Warum hat er nicht gleich "unwertes Leben" geschrieben?
Das Unerträglichste daran ist jedoch der sehr gezwungen wirkende politisch korrekte Sprachstil, der wohl geistige Offenheit vortäuschen soll. Zugegebenermaßen lassen sich damit auch die meisten hinters Licht führen, wie die politische Praxis zeigt. Nebenbei ist alles schön garniert mit einer Menge an Orthographie- und Grammatikfehlern, die grundlegende Mängel der Bildung des Schreibers vermuten lassen. Ist schon paradox, auf diese Weise über Sprachdefizite Anderer zu sinnieren.
Chris_7 hat es jedenfalls auf das Beste verstanden, alle meine Kritikpunkte, die grassierenden Vorurteile betreffend, in einem einzigen Beitrag zu bestätigen. Insofern: Vielen Dank!
Dass genau das Konzept der kombinierte Haupt- und Realschule in der sogenannten Regelschule der Grund ist, dem die besagten beiden neuen Länder ihren Erfolg verdanken, übersieht Chris_7 dabei völlig.
Auch wenn es manche politische Kreise nicht gerne hören. Sachsen und Thüringen sind ein Sonderfall der Statistik.
Zum einen ist in diesen Ländern der Anteil anSchülern mit Migrationshintergrund nahe Null. Zum anderen ist der Anteil von Schülern die aus einem Haushalt kommen der bereits in wiederholter Generation in Teilen oder vollständig von staatlichen Transferleistungen lebt gering (sondern es kann allerhöchstens eine Elern-Generation nach 1990 sein, die aber davor auch noch etwas anderes kennen gelernt hat).
Und in der Elterngeneration steckt noch der Wille und das Wissen darin, dass man mit eigener Leistung etwas erreichen kann, denn die Veränderung des Arbeitsmarktes im Beitrittsgebiet nach 1990 wird durchaus als Sonderfall wahr genommen.
In sofern sind die beiden neuen Länder hier was die Form des Schulsystems betrifft nicht repräsentativ.
Die Hauptschule in den alten Ländern wird schon deshalb benötigt, weil man es aus Gründen der politischen Korrektheit nich zuläßt, einzelne Schüler als "nicht schulfähig" in einer normalen Schule einzustufen, sondern sie trotz erheblicher persönlicher, psychologischer, sprachlicher,... Defizite in den normalen Schulkreislauf schickt. Diese landen (zumindest im städtischen Bereich) ab Klasse 5 in der Hauptschule als Reste-Sammelschule (auf den Land mag diese Schule ans wohnortnahe Schule noch ein anderes Klientel haben).
Was wichtiger wäre, wären andere Ansätze von verpflichtender Sprachförderung vor der EInschulung, Schulen in "Zwangs-Internaten" als geschlossenes Heim mit individueller Förderschule für Problemfälle (und zwar egal ob Problem-Kind aus dem Präkariat oder verzogener Schnösel aus gutem Hause). Wenn diese Problemschüler aus dem normalen Schulkreislauf draußen wären, dann könnte man flächendeckend auch in der Hauptschule guten Unterricht mit guten Ergebnissen machen.
Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule wird so aber nur dazu führen, dass die "Resteschüler" das Niveau der Realschüler so in den Keller ziehen, dass alle Eltern die wollen dass ihr Kind eine Chance hat dieses auf biegen und brechen aufs Gymnasium bringen werden.
Denn die Realschule wird dann in < 10 Jahren zur neuen "Resteschule" und die die bisher auf der Realschule zwar keine großen Leuchten waren aber dennoch eingermaßen gut mitgekommen sind (und bei denen es nicht fürs Gymnasium reicht) sind die großen Verlierer.
Nicht alle Schüler sind gleich, also brauchen wir auch unt
Sie wollen doch wohl nicht ernsthaft behaupten im Süden wären die Menschen fremdenfeindlicher als im Osten. Die angeblich geringere "soziale Abgrenzung" im Osten kommt höchstens daher, dass es im Osten kaum Migranten gibt. Ich glaube die allerwenigsten hätten ein Problem damit, wenn ihr Kind 4-5 Migrantenkinder in der Klasse hätte. Wenn allerdings 70-80% einer Klasse aus einem anderen Kulturkreis stammt und auf dem Schulhof kaum mehr deutsch geredet wird, dann hätte damit vielleicht auch die ein oder andere Familie in Sachsen oder Thüringen, ob reich oder nicht, ihre Schwierigkeiten.
Liebe Redaktion, meinen Sie das ernst? Wegen der zwei Worte?
Sie haben diesen zweiten Satz offenbar überhaupt nicht verstanden. Es geht nicht darum, dass ich persönlich der Meinung bin, dass Migrantenkinder per se bildungsfern sind. Im Gegenteil. Was ich ausdrücken will und was im Kontext meines Beitrages mehr als deutlich werden sollte, ist meine Beobachtung, dass eine wohlhabende bürgerliche Schicht offenkundig die stereotype, wenngleich irrige Ansicht hat, dass Kinder aus Migrantenfamilien mit Prekariatshintergrund (auf Gutdeutsch: arme Ausländerkinder) sowieso dümmer sind und daher nicht mit dem eigenen, besonders klugen Kind auf ein und dieselbe Schule gehen sollten. Bitte lesen Sie den gesamten Beitrag, bevor Sie zensieren, und reißen Sie nicht die zwei Worte aus dem Zusammenhang. Das ist sehr unprofessionell und verschafft Ihnen wenig Ehre.
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Man darf nicht vergessen, dass es in reichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg mit einer saturierten, konservativen Oberschicht dem sogenannten Bürgertum vor allem darum geht, sich von der Unterschicht abzugrenzen. Im Klartext heißt dass, das man glaubt, die Hauptschule zu brauchen, um all die bildungsfernen Migrantenkinder vom eigenen Nachwuchs fernzuhalten, und das möglichst dauerhaft und zuverlässig. Der unterschwellige, allgegenwärtige Fremdenhass, der in Süddeutschland vorherrscht, wird natürlich niemals offen zugegeben werden. Man ist ja modern und aufgeklärt. Aber das eigene Kind soll bitte schön nicht mit diesen Türken in eine Klasse gehen müssen.
Ja, liebe Zweifler, das ist offenkundig richtig, auch wenn ihr das niemals wahrhaben wollt. Schließlich wird immer wieder betont, dass in Deutschland die Bildungs- und Aufstiegschancen besonders vom Einkommen und sozialen Status der Eltern abhängig sind. Warum wohl?
Das ist im Osten eindeutig besser, schlichtweg weil noch nicht so viele abgehobene Reiche existieren, die auf soziale Abgrenzung Wert legen. Deshalb kann man dort das Schulsystem an die Erfordernisse der Zeit anpassen, was den entsprechenden Erfolg zeitigt. Dies ist in Einklang mit der kürzlich festgestellten Tatsache, dass thüringische und sächsische Städte (Jena, Dresden, Leipzig) erstmals zu denen gehören, die deutschlandweit die besten Zukunftschancen bieten, wogegen Nürnberg und Würzburg abrutschen und als perspektivlos gelten.
Wer also genau hinschaut, dem wird klar, wo die Zukunft liegt... und dass sich die Wertkonservativen lan
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