Immer mehr ausgelaugte Studenten suchen psychologischen Beistand bei den Studentenwerken - auch diese rufen nun um Hilfe.
Von Anfang an ist der Druck im Bachelor-Studium hoch - das stresst viele Studenten, manche macht es sogar krank. Die Zahl derjenigen wächst, die in den psychosozialen Beratungsstellen der Studentenwerke auf Hilfe hoffen. In Karlsruhe steigt die Nachfrage mit jedem Jahr um zehn bis 15 Prozent. Auch München meldet wachsende Zahlen, Essen, Kassel, Bremen, wo man auch nachfragt: Die Berater haben immer mehr zu tun.
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Erschöpft vom Jobben und Studieren: Hochschüler suchen immer häufiger psychologische Hilfe auf.
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Doch auf Geld der Länder für den Ausbau ihrer Angebote können sich die Studentenwerke als Anstalten des öffentlichen Rechts nicht verlassen. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) verlangt nun von Bund und Ländern mehr Unterstützung. DSW-Präsident Rolf Dobischat sagt, dass die Studentenwerke in den vergangenen Jahren die psychologische und soziale Beratung stark ausgebaut hätten - "allerdings ohne einen Cent zusätzlicher staatlicher Unterstützung".
Es gibt mehrere Ursachen für den Beratungsboom, doch ein besonders wichtiger Faktor - da sind sich die Berater einig - sind die veränderten Rahmenbedingungen des Studiums. Julia Thonfeld vom Studentenwerk Kassel erklärt das so: "Gerade Studierende aus Bachelor-Studiengängen empfinden einen permanenten Prüfungsdruck." Besonders belastend sei es, wenn nebenher noch gearbeitet werden müsse.
Erhebungen des DSW und des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover zeigen, dass bundesweit zwei Drittel der Studenten erwerbstätig sind, ein großer Teil von ihnen nicht nur in den Ferien, sondern auch während der Vorlesungszeit. Die Hälfte von ihnen sagte in den Befragungen, das Jobben sei zum Lebensunterhalt nötig, nicht für kostspielige Extrawünsche. Wenn dann Schwierigkeiten an der Uni vorschnell als persönliche Misserfolge gedeutet würden, begännen manche an ihrer Eignung für ein Studium zu zweifeln, sagt Beraterin Thonfeld.
Am häufigsten kämen Studierende mit Symptomen einer depressiven Verstimmung, also Erschöpfung und Selbstzweifeln, sagt Swantje Wrobel. Sie leitet die Psychologisch-Therapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks in Bremen. "Dies ist klinisch zu werten als Reaktion auf länger dauernde Überforderung."
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Debatte über Urheberrecht
Nun kenne ich den Uni-Betrieb seit 20 Jahren und mich wundert die Talfahrt nicht. Der Stress wird von oben nach unten weitergegeben auf Kosten der Qualität: Bei Berufungen ist inzwischen die Drittmitteleinwerbung entscheidend. Diese wiederum hängt am Verhältnis, das die Forschenden zu den einschlägigen Stiftungen bzw. zur DFG und zum Bundesministerium für Bildung und Forschung haben. Da bleibt vor Lobbyarbeit inklusive internationale Konferenzen kaum Zeit für die Lehre. Die wird gerne gar nicht oder schlecht bezahlten, prekären Mitarbeitern, Juniorprofs. Die nebenher doch noch an einer Habilitation arbeiten, Privatdozenten oder Lehrbeauftragten überlassen, die natürlich aufgrund unsicherer Zukunftsaussichten und der Notwenigkeit, selbst dauern Forschungsgelder einzuwerben, wenig motoviert sind. Der Druck auf die Student/innen sorgt wiederum dafür, dass Sie viel zu wenig Allgemeinbildung bekommen, die Lust am Studium verlieren, dafür aber schön brav bleiben. Wer Angst haben muss, ein paar Credits nicht zu bekommen, weil er /sie die Hausarbeit zu spät abgibt, stellt keine unangenehmen Fragen. Was mich nur wundert, ist, warum es keine Streiks/Hochschulbesetzungen o. ä. gibt. Der Bologna-Prozess war eine Uni-Reform „von oben“ – wo bleibt die Korrektur „von unten“???