Viele Bewerber schmücken ihre Vita mit kleinen Notlügen und Schönfärbereien, erfinden Auslandsaufenthalte und Nebenjobs. Wie Personaler Schwindlern auf die Schliche kommen.
Der 35-Jährige staunte nicht schlecht, als ihm die fristlose Kündigung ins Haus flatterte. Acht Jahre hatte er zur vollsten Zufriedenheit seiner Chefin bei einer Autofirma gearbeitet und damit unter anderem den Unterhalt für seine beiden Kinder bestritten - bis seine Arbeitgeberin eines Tages auf die Idee kam, bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer anzurufen.
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Selbst dem geschulten Personalerblick entgeht in Zeiten digitaler Bildbearbeitung die ein oder andere Fälschung im Zeugnis. (© Foto: ddp)
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Was sie da hörte, konnte sie kaum glauben: Ihr Mitarbeiter hatte zwei Prüfungsnoten seines Ausbildungszeugnisses um eine Zensur verbessert - und sich mit dem gefälschten Dokument seinen Job erschwindelt.
Für Manfred Lotze von der Düsseldorfer Detektei Kocks gehören Urkundenfälschungen wie diese zur Tagesordnung. Der Wirtschaftsdetektiv durchsucht im Auftrag mittelständischer Firmen jährlich rund 300 Bewerbungsmappen nach gefälschten Zeugnissen und frisierten Lebensläufen.
Ein Drittel aller Bewerber schummelt
"Ein Drittel aller Bewerbungen in Deutschland enthalten Schummeleien", schätzt der Spezialist für Bewerbungsbetrug. Repräsentative Umfragen gibt es keine. In einer Stichproben-Untersuchung von 5000 Bewerbungen will die Detektei jedoch herausgefunden haben, dass in 30 Prozent der Unterlagen geflunkert wurde.
Auch Christoph Zeiss, Chef der Münchner Personalberatungsfirma Heads, bemerkt den Trend zum Tricksen. Er geht davon aus, dass von den 10.000 Lebensläufen, die seine Firma jährlich sichtet, 2500 Lügen enthalten. Tendenz steigend.
"Geschicktes Verschweigen", etwa wenn ein Studienabbrecher sein Studium angibt und offenlässt, ob er einen Abschluss hat, zählt er noch nicht einmal dazu. "Auch wenn jemand als Marketingleiter eines weltweiten Sportartikelherstellers tätig war und im Lebenslauf nicht erwähnt, dass er bloß einer von 15 war, ist das okay", sagt Zeiss.
Je schwieriger die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird, desto eher neigen Jobkandidaten zum Übertreiben, Verschweigen und Erfinden. Die häufig überhöhten Ansprüche der Unternehmen an den "perfekten Mitarbeiter" ziehen immer öfter unrealistische Bewerbungen nach sich. Und je mehr Blender erfolgreich sind, umso dümmer stehen die ehrlichen Kandidaten da - ein trauriger Teufelskreis.
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Wer soviel Wert auf eine gradlinige Biographie legt und jeden segregiert, der dieses nicht vorweisen kann, der hat das Recht auf ehrliche Mitarbeiter verwirkt.
Ich glaube, dass in Deutschland viel zu viel Wert auf die "Gradlinigkeit" des Lebenslaufs gelegt wird. Man möchte "zielstrebige" Bewerber und diesen erkennt man anscheinend daran, dass er im Kindergarten bereits eine feste Berufsvorstellung hatte und von da an darauf hingearbeitet hat. Quereinsteiger haben es da schwer.Nichtsdestotrotz ist Urkundenfälschung kein Kavaliersdelikt. Die eigenen Stärken in den Vordergrund zu rücken ist jedoch für Bewerber legitim.
Als einer der nach USA ausgewandert ist kenne ich beide Seiten der Medalie.
Die Pruefung von aufgefuehrten Faken in den Bewerbungsunterlagen
ist standart in den USA. Dies geschieht mit dem Einverstaendniss des
Kandidaten. Ein solcher check soll den Arbeitgeber vor dem Groebsten
Bewahren.
Eine solche Praxis in einem Bewerbungsverfahren koennte sich auch in Deutschland als durchaus sinnvoll erweisen.
Hingegen sollte man davon abgehen dass ein Bildchen des Bewerbers zu den Unterlagen beigelgt werden muss. Bisher hat noch niemand nachweisen koennen, dass seine Korrealtion zwischen dem Aussehen eines Kandidaten und dessen Qualifikation fuer eine Taetigkeit besteht. Dies wuerde als sogar diskriminierung hierzulande bewertet werden und ausreichend Grund fuer eine Klage geben. Genauso sinnlos sind die Angaben ueber die Berufsqualifikationen der Eltern des Bewerbers in den Bewerbungsunterlagen.
Hingegen sollte hinterfragt werden wie sinnvoll ein Gespraech mit dem Personaler im Bewerbungsprozess ueberhaupt ist er ist lediglich Verwalter des eigenen Stillstands der in der Regel die Sachkompetenz des Bewerber fuer die offene Stelle ehe nicht beurteilen kann.
Man muss dazu uebergehen, die Bewerbungsgespraeche mit den Executives der entsprechenden Abteilung abzuhalten, denn nur diese koennen die Qualifikation des Bewerbers beurteilen und muessen schlussendlich nach dessen Einstellung fuer die Qualitaet seiner Arbeit abzeichnen.
"Acht Jahre hatte er zur vollsten Zufriedenheit seiner Chefin bei einer Autofirma gearbeitet und damit unter anderem den Unterhalt für seine beiden Kinder bestritten.."
Also konnte er seinen Job. Und nur darauf kommt es an. Ein Personaler hingegen, der offenbar zu wenig zu tun hat, der verzweifelt intern Beschäftigung sucht, um sich wichtig zu machen und allen Menschen zutiefst misstraut, hat seinen Job verfehlt. Er stellt nicht Menschen ein, sondern zeigt sinnentleerten Aktionismus. Selbst die Putzfrau bekommt heute ihr "Casting" und wird erst eingestellt, wenn sie sich gut verkauft. Ob sie auch putzen kann? Who care´s.
Kein Wunder bei solchen Besetzungsarien, daß man nur noch Mitarbeitern begegnet, die nur eine Floskel drauf haben: "Tschuldigen Sie bitte". Weil wieder was völlig daneben gegangen ist, weil keiner seinen Job kann.
Es stinkt vom Kopf her. Der"Chef" braucht Berater, weil er seinen Job selbst nicht kann und ist dabei noch nicht einmal in der Lage, sich die richtigen "Consultants" auszusuchen, weil er deren Kompetenz eh nicht beurteilen kann und braucht selbst dafür einen Berater.
Es geht doch nur darum, ob der, der eingestellt wird, den Job unter den gegebenen Bedingungen in der geforderten Qualität erledigen kann. Es geht nicht darum, ob er einen anderen Job in einer anderen Situation so bewältigt hat, daß er sich eine neue Stelle suchen muß. Wer davon ausgeht (alle Stellensucher sind Versager), besetzt alle Stellen zwangsläufig mit Versagern.
Ganz meine Meinung! Danke!
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