Rauchen am Arbeitsplatz Die Ausgestoßenen

Ein Recht auf Zigarettenpause? Von wegen! Ein Raucherraum? Muss nicht sein! Raucher haben es am Arbeitsplatz wirklich nicht leicht. Denn die Nichtraucher und die Arbeitgeber haben das Gesetz eindeutig auf ihrer Seite. Aber auch Raucher haben Rechte.

Schauspielerin Catherine Deneuve liebt ihre Zigarette am Film-Set. Altkanzler Helmut Schmidt hat seine Mitarbeiter fast pausenlos vollgequalmt. Jahrzehntelang war es völlig normal, dass Raucher sich am Arbeitsplatz eine Zigarette anzünden und die Kollegen mit blauem Dunst einnebeln. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Heute steht das Gesetz eindeutig auf der Seite der Nichtraucher. Wenn ein Raucher während der Arbeitszeit partout nicht auf seine Zigarette verzichten will, muss er schon froh sein, wenn er zumindest draußen vor der Tür rauchen darf. Das Gesetz sei da eindeutig, sagt Marcus Portz, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Köln.

Seit 2004 die Arbeitsstättenverordnung geändert wurde, haben die Nichtraucher im Betrieb eindeutig die besseren Karten. Niemand muss es mehr akzeptieren, wenn ihn der Kollege vollqualmt. Und da es fast in jedem Betrieb Nichtraucher gebe, komme der Chef kaum um ein generelles Rauchverbot in Büros, Pausenräumen, Umkleidekabinen oder Toiletten herum, betont Portz.

Zwar werde vereinzelt versucht, reine Raucherbüros einzurichten. Aber sobald auch nur das kleinste bisschen Rauch durch die Türritze in den Flur zieht, sitzen die Nichtraucher schon wieder am längeren Hebel. "Durch ein Rauchverbot beschränkt auf einen Einzelraum ist ein effektiver Nichtraucherschutz faktisch nicht zu gewährleisten", betont Portz.

Aber zumindest einen Raucherraum müsse es doch dann geben, fordern Raucher oft. Aber auch da haben sie Pech, sagt Hans Jürgen Kotz, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Kreuztal bei Siegen. "Einen Anspruch auf einen Raucherraum gibt es nicht." Und viele Firmen scheuen in der Tat die Kosten, die für einen solchen Raum mit einer professionellen Entlüftung entstehen.