Wo zuviel reguliert wurde, sollen neue Freiräume geschaffen werden: Die Kultusministerkonferenz plant Nachbesserungen an den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen.
Die Wissenschaftsminister der Länder bereiten Korrekturen bei den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen vor. Bei der Zahl der Prüfungen und der Fülle des Stoffes wollen sie die Studenten entlasten. Für den Bachelor-Abschluss könnten die Hochschulen verstärkt Studiengänge mit sieben oder acht Semestern anbieten. Bisher sind es meist nur sechs Semester. Am Donnerstag will die Kultusministerkonferenz (KMK) entsprechende Beschlüsse fassen.
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"Der Bachelor muss studierbarer werden": Die Kultusminsterkonferenz plant Nachbesserungen an den neuen Studiengängen. (© Foto: ddp)
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Federführend für den Vorstoß, mit dem die KMK auf den Unmut vieler Studenten und auf den Bildungsstreik vom Sommer reagieren will, sind Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. "Wir müssen die Kritik der Studenten ernst nehmen", sagte die rheinland-pfälzische Kultusministerin Doris Ahnen (SPD) der Süddeutschen Zeitung. Bei Nachbesserungen der Studienreform seien auch die Hochschulen gefragt, die Minister würden die Verantwortung aber nicht abschieben wollen: "Es darf bei der Studienreform kein Schwarzer-Peter-Spiel geben." Wo zu viel reguliert wurde, müssten Freiräume zurückgewonnen werden, sagte Ahnen.
Studenten hatten in den vergangenen Monaten darüber geklagt, dass sie in ein zu enges Korsett von Pflichtveranstaltungen und Prüfungen gezwungen würden. Erste statistische Auswertungen deuten darauf hin, dass der Anteil der Studienabbrecher in den neuen Studiengängen weiterhin hoch ist, teilweise höher als in den Zeiten der alten Magister- und Diplom-Abschlüsse.
Ahnen hält auch gesetzliche Klarstellungen für nötig. In Rheinland-Pfalz wolle sie festlegen, "dass es nicht zu viele kleinteilige Prüfungen im Studium geben darf". Jedes sogenannte Studienmodul solle in der Regel nur mit einer Prüfung abschließen und nicht mehrere Teilprüfungen umfassen, sagte sie. Außerdem müssten die Studenten mehr Wahlfreiheit im Studium bekommen.
Schwächen dürfen nicht ignoriert werden
Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) sagte: "Wir müssen den Bachelor studierbarer machen." Der Abschluss müsse aufgewertet werden, damit er wirklich berufsqualifizierend sei. Deshalb könnte es in einigen Fächern sinnvoll sein, sieben oder acht statt nur sechs Semester bis zum Bachelor zu verlangen. Schwächen bei der Einführung der neuen Studiengänge dürften nicht länger ignoriert werden.
Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) betonte, dass zumindest in seinem Bundesland das Gesetz den Hochschulen schon jetzt große Spielräume für die Gestaltung der Bachelor- und Masterprogramme lasse. Der Erfolg der neuen Studiengänge hänge allerdings auch von einer guten Ausstattung ab; nötig seien kleinere Lerngruppen und eine bessere Betreuung der Studenten. "Die Reform funktioniert nur, wenn die Hochschulen ordentlich finanziert werden", sagte Pinkwart.
Es fehlen drei Milliarden Euro
Der Deutsche Hochschulverband, der mit mehr als 24.000 Mitgliedern die Interessen vieler Professoren vertritt, sprach von jährlich drei Milliarden Euro, die den deutschen Hochschulen fehlten. Verbandspräsident Bernhard Kempen appellierte an die Kultusminister, die Studienreform mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master radikal zu überprüfen: "Statt betulicher Nachbesserungsrhetorik ist jetzt beherztes Zupacken notwendig." Um Studenten einen Wechsel der Uni zu erleichtern, müssten Bund und Länder Hochschulen prämieren, die ihre Curricula aufeinander abstimmten.
Kempen forderte, an der "weltweit anerkannten Marke" des Diplom-Ingenieurs festzuhalten. Nötig sei ein Reform-Moratorium: Bisher nicht auf Bachelor und Master umgestellte Studiengänge sollten so lange nicht reformiert werden, wie die Überlegenheit der neuen Studienstruktur zweifelhaft sei. Derart grundsätzlich wollen die Kultusminister die Reform aber nicht in Frage stellen.
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(SZ vom 14.10.2009/holz)
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@Fumero:
genau so ist es. Ich hatte Glueck dass mein Abschluss als B.Eng anerkannt bzw uebersetzt wurde. Ansonsten gilt: Diploma ist die niedrigste Stufe im angelsaechsischen Bildungssystem und beschreibt idR ein ein- bis zweijaehriges Programm an einem Community College oder einer aehnlcihen Einrichtung. Und wenn ein Personaler oder Uni-Rekruter eben Diploma-Engineer liest, dann denkt er oft an sowas.
Immerwährend gibt es Menschen, die frei von sich behaupten, der Diplomabschluss der Ingenieurwissenschaften sei weltweit renommiert. Vor allem Menschen, die ihn weder haben, noch im Ausland damit eine Bewerbung abgegeben haben. Als ich in den USA war, wurde der Dipl.Ing. zum Bachelor of Arts übersetzt, weil man diesen Abschluss in den Staaten schlichtweg nicht kennt. In asiatischen Ländern wie Südkorea und China war ich ein Masterabsolvent der Mathematik. Weil man diesen Abschluss dort schlichtweg nicht kennt. In Australien traf ich auf einen deutschen Personaler, der mir den Abschluss mit einem Master of Science in die Personalakte eintrug. Sein Kommentar dazu war, dass außer ihm in diesem 58.000 Mann Unternehmen diesen Abschluss wohl keiner kennt. Die deutschen Ingenieure haben immer noch weltweites Renomme, wegen ihrer Leistung und ihrer Kreativität. Den Abschluss, den sie haben, kennt allerdings keiner.
Nachdem die Studenten mittlerweile etwas krass ausgedrückt, mehr in Prüfungen sitzen, als in Vorlesungen und Übungen, dazu das Ganze fast flächendeckend ein organisatorisches Chaos, wie beim Staat so üblich, ist, ist es kein Wunder, dass da eher nichts mehr ankommt. Geht alles nach dem Motto "hundert mal gewogen und immer noch zu leicht....."
genau, somit ist der 5 jahrige master an der uni in bulgarien mehr wert als ein deutsches fh diplom. es geht ja nur noch nach jahren die mann studiert hat, wobei inhalte voellig wertlos geworden sind.
der deustche dipl.-ing. egal ob uni oder fh hat eindeutig verloren im laufe der master bachalor einfuehrung