Klagen von Studenten Ein Masterstudium ist kein Zweitstudium

Das Gericht hat außerdem einer Auffassung widersprochen, die von vielen Hochschulen vertreten wird: Ein Master-Studium ist kein Zweitstudium. Der Rechtsanwalt Matthias Trenczek, der das Verfahren begleitet hat, sieht darin eine wichtige Entscheidung, mit der sich das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg deutlicher positioniere, als dies andere Gerichte getan hätten. Das bedeute nämlich, dass Universitäten keine zu hohen Hürden aufbauen dürften.

Grundrecht auf freie Berufswahl

Laut Gerichtsbeschluss ist es im Hinblick auf das Grundrecht der freien Berufswahl egal, ob sich jemand beruflich qualifiziert durch einen Studiengang mit einer Zwischenprüfung, also etwa in einem Magisterstudium, oder durch einen zweigeteilten Studiengang mit einen ersten Abschluss, also durch ein Bachelor- mit anschließendem Master-Studium. Denn der Master-Abschluss sei nötig, um bestimmte Berufe, wissenschaftlich ausgerichtete zum Beispiel, überhaupt ergreifen zu können.

Der Kampf um Master-Studienplätze wird dennoch weitergehen. Langfristig wird nur für jeden dritten Bachelor ein Master-Platz zur Verfügung stehen, schätzt der Deutsche Hochschulverband. Das Geld aus dem Hochschulpakt, den Bund und Länder geschlossen haben, werde hauptsächlich in neue Bachelor-Studiengänge investiert. Hintergrund sind die steigenden Studierendenzahlen. Für den Master bleibt da nicht genug übrig. In Köln gab es schon mal 1700 Bewerbungen für nur 215 Plätze. Wie soll es weitergehen, wenn der Master weiter so beliebt bleibt? In wenigen Jahren haben die Studenten aus den doppelten Abiturjahrgängen in Bayern und Niedersachsen (Studienbeginn 2011), Baden-Württemberg (2012) und Nordrhein-Westfalen (2013) ihren Bachelor in der Tasche. Viele davon werden auch den Master draufsatteln wollen.

Flexibilität allein genügt nicht

Flexibilität bei der Wahl des Studienortes wird sicher nicht genügen. Sie könnte allerdings dazu beitragen, die Lage etwas zu entspannen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) betont immer wieder, dass derzeit Tausende Master-Studienplätze frei seien. Doch laut Hochschul-Informations-System will nur ein Viertel der Studenten für den Master die Uni wechseln. Die wenigsten möchten dafür in ein anderes Bundesland ziehen.

Eine Garantie, den Master an der Wunsch-Uni machen zu können, gibt es nicht. Auch nicht in Berlin und Brandenburg, trotz des OVG-Beschlusses. Die Universität Potsdam wird eigenen Angaben zufolge in den Master-Zulassungsordnungen nun aber keine Mindestnoten mehr festsetzen. Die Klägerin sei vorläufig zum Master-Studium zugelassen.