Hochbegabung Eine schrecklich schlaue Familie

Auf den ersten Blick wirkt die Familie Schultz völlig normal. Doch in ihrem Haus wohnt die geballte Intelligenz: Alle haben einen IQ von über 130.

Auf den ersten Blick wirken sie wie eine ganz normale Familie. Doch in dem leicht verwunschenen Hinterhaus im Kieler Westen wohnt geballte Intelligenz. Vater Udo Schultz war vier Jahre lang weltweiter Vorsitzender des Hochbegabten-Clubs Mensa, der pensionierte Beamte hat einen Intelligenzquotienten, kurz IQ, von über 130.

Lauter Superhirne: Die Familie Schultz ist schlauer als 98 Prozent der Bevölkerung.

(Foto: Foto: dpa)

Aber auch seine Frau Sigrid, die er Anfang der 80er Jahre auf einem Mensa-Treffen in Köln kennenlernte, sowie die beiden Töchter sind schlauer als 98 Prozent der Bevölkerung. "Kaum waren wir zwölf Jahre alt - das damalige Mindestalter für die Mensaprüfung - wurden wir zum Intelligenztest geschleppt", erzählt die 23-jährige Megan grinsend. Sie und ihre drei Jahre jüngere Schwester Arwen nahmen mit Leichtigkeit die Aufnahmehürde, weil auch sie einen IQ von mehr als 130 Punkten nachweisen konnten.

Partys und Diskussionsrunden

"Mensa hat mein Leben maßgeblich geprägt", erklärt die lebensfrohe junge Megan mit dem Piercing in der Lippe. Fast jeden Sommer verbringt sie mit Gleichgesinnten in Mensa-Jugendcamps. Anfangs als Teilnehmerin, inzwischen als Betreuerin. Hinzu kommen Partys, regionale Stammtische oder Diskussionsrunden auf Englisch.

In Schleswig-Holstein gibt es rund 500 Mensaner. Deutschlandweit sind es etwa 7500, 31 Prozent davon sind weiblich. Weltweit zählt der 1946 gegründete Verein mehr als 100.000 Mitglieder, darunter etwa die Schauspielerin Geena Davis.

Eine besondere Wellenlänge

"Auf eine gewisse Art und Weise fühle ich mich von Mensanern besser verstanden", sagt Megan, die zur Zeit ihr Abi nachmacht. Die Hochbegabten verbinde eine besondere Wellenlänge, die sich etwa durch eine schnelle Auffassungsgabe, oder das "Um-die-Ecke-Denken" bemerkbar mache. "Dabei hat Intelligenz nicht unbedingt etwas mit Wissen zu tun."

So musste Megan selbst in der Schule zweimal die Klasse wiederholen. "Es ist das Schicksal vieler Hochbegabter, dass sie es in der Schule schwer haben", erklärt Vater Udo. Häufig fühlten sie sich unterfordert und langweilten sich.

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