SZ: Viele hochbegabte Kinder haben große Probleme im schulischen Alltag. Ist eine Hochbegabung nun ein Geschenk oder eine Belastung für das Kind?
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Textor: Das ist bei jedem Kind unterschiedlich. Natürlich gibt es Hochbegabte, die glücklich und zufrieden sind, die in ihrem Begabungsbereich aufgehen und dort Erfolg und Selbstbestätigung erleben. Doch vielen macht ihr besonderes Talent auch Schwierigkeiten.
SZ: Welche Schwierigkeiten?
Textor: Ein kognitiv hochbegabtes Kind, das mit fünf Jahren eingeschult wurde und Klassen überspringt, kann zum Beispiel darunter leiden, dass es das kleinste und schwächste Kind in der Klasse ist oder immer wieder aus dem Klassenverband herausgerissen wird. Bleibt ein solches Kind hingegen noch ein Jahr länger im Kindergarten, mag es sich dort unterfordert fühlen und deswegen eventuell sogar verhaltensauffällig werden. Kann es in den ersten beiden Grundschulklassen bereits alles, was der Lehrer unterrichtet, mag es abschalten und irgendwann den Anschluss verpassen - manche hochbegabte Kinder kommen später in Förderschulen. Andere Kinder leiden darunter, als Streber oder Besserwisser verspottet zu werden. Einige verstecken sogar ihre Begabung - mathematisch oder technisch begabte Mädchen erkennen zum Beispiel sehr schnell, dass ihr Talent nicht den Geschlechtsrollenerwartungen entspricht. Deshalb ist es sehr wichtig, eine Hochbegabung rechtzeitig zu diagnostizieren. Denn so kann das Kind in seiner Entwicklung gefördert und gestärkt werden.
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(SZ Beilage Lernen/bön)
65. Filmfestspiele Cannes
... durften die 'Vorteile' einer besonderen Begabung jahrelang erdulden und sind beide unseren Eltern dankbar, dass sie uns nach dreijährigem Martyrium aus allen Begabungsfördernden Institutionen abgemeldet haben, damit wir ein normales Leben führen können.
Die meisten Hochbegabten, die ich damals in diversen Institutionen kennengelernt habe, sind zwar hochintelligent, aber leider entweder sozial unfähig oder arrogant bis a.lochmässig drauf. Sehr wenige hatten in der Umgebung der Förderinstitutionen die Möglichkeit sich zu einer geistig 'normalen'(im Sinne von 'menschlich', nicht im Sinne von 'gesellschaftlich' normal!!!)Persönlichkeit zu entwickeln.
Da ich davon ausgehe, dass mehr Intelligenz nicht automatisch mehr geistige Defekte bedeutet, gebe ich diesen speziellen Fördereinrichtungen die Verantwortung dafür. Nach meinen persönlichen Erfahrungen umso mehr...
Jedes Kind hat ein RECHT auf eine KINDGERECHTE Kindheit. Auch hochbegabte Kinder...
Ich glaube diese Probleme mit Normen haben nicht nur Hochbegabte und auch nicht alle Hochbegabten, sondern jeder unabhängige Geist. Vielleicht ist es gerade die Fähigkeit die Grenzen des ÜberIchs zu durchbrechen, die Hochbegabung erlaubt. Vielleicht ist es auch nur eine Unausgewogenheit des Dopamin- und Noradrenalinstoffwechsels. Eine Einstufung als Krankheit würde dann eine Sonderpädagogik rechtfertigen. - war nur ein Scherz
Im Grunde stimme ich Dir nämlich voll zu. Jedes Kind sollte auch als Individuum gefördert werden. Allerdings sollte Hochbegabung nicht als Sonderfall ausgewiesen werden. Denn die beschriebenen Pathologien beim Umgang mit Hochbegabten und ihres Scheiterns im Schulalltag sind einerseits nicht hochbegabtenspezifisch und andererseits auch Probleme des Selektionssystems und der Behandlung von Menschen als Sache in dieser Gesellschaft. Systemverweigerung und Wiederstand sind gut und richtig. Jetzt die Hochbegabten einzulullen, zu verhätscheln und mit besonderer Anerkennung auszustatten mag zwar ihren Wiederwillen brechen und sie ruhig stellen, jedoch ist dies nur ein kosmetischer Eingriff, der an den Ursachen nichts ändert - Ursachen die teilweise aber auch das funktionieren dieser Gesellschaft erlauben - einer hirachischen Leistungsgesellschaft eben, in der der Wert eines Menschen nicht in seinem Menschsein besteht, sondern im Funktionieren - dem Beitrag den er mutmasslich leistet, dieses ungerechte System zu erhalten.
Wer einmal gesehen hat, wie ein hoechstbegabtes Kind unter seiner Begabung leidet,
weil es gezwungen wird sich zu normieren und schlechten Unterricht hinzunehmen,
der wird die feinen Unterschiede erkennen lernen. Verzweifeltes Aufbaeumen eines
8-Jaehrigen, Wutanfaelle bis hin zu Selbstmorddrohungen, da geht es auch um das recht dieser Kinder auf ein gutes Leben. Das hat mit elitaerer Distinktion der Besten nichts zu tun.
Hochbegabte Kinder gehoeren selten zu den Besten, denn unsere Schulen sind fuer die
Norm gemacht. Diese Kinder haben aber andere Arbeits- und Denkstrukturen. Unerkannt und unbeachtet werde die Begabungen sich nicht entfalten sondern die Kinder sind sehr schnell ganz unten.
Daher ist es wichtig, dass in allen Schulstufen differenziert wird und die Kinder
individuelle Foerderung bekommen. Davon profitieren alle und die Hochbegabten gehen uns nicht verloren, zumal die im Bereich Hochbegabung meist ungeschulten Lehrer viele von ihnen nicht erkennen. Auf Hochbegabte sollte man nicht neidisch sein. Fuer die Betroffenen, ganz besonders die Kinder, ist es eine Last. Sie wuensche sich haeufig nichts mehr, als zur Norm zu gehoeren.
Leider wird Hochbegabung oft mit Elite verwechselt. Damit aus Hochbegabung Elite wird, muss in diesem Land noch sehr viel passieren. Dann sollten wir akzeptieren, dass sie uns sehr viel geben koennen und ihre Foerderung nicht verteufeln.
Da gab es mal ein Experiment mit Ratten und Studenten. Es wurden normale Ratten genommen und zufällig in zwei Gruppen unterteilt. Den Studenten wurde erzählt, dass die eine Gruppe Ratten besonders intelligente seien, die andere jedoch ganz gewöhnliche. Dann sollten die Studenten mit den Ratten Experimente zu deren Intelligenz durchführen. Die Gruppe der als intelligent deklarierten Ratten schnitt deutlich besser ab. Der Grund lag jedoch nicht in ihrer tatsächlichen Intelligenz, sondern nur in dem Verhalten der Studenten, die diese Ratten bevorzugten, sie streichelten, beruhigten und sorgsam mit ihnen umgingen. Dadurch fühlten sich diese Ratten wohl und konnten bessere Leistungen erbringen.
Wenn man ehrlich ist, sind die meisten Menschenkinder hochbegabt. Schon das Erlernen der eigenen Sprache, des Schulstoffs, die Benennung so ziemlich aller Dinge im Alltag und die kognitive Erfassug der Umwelt, stellen Leistungen dar, die jedes Studium in den Schatten stellen. Bei guter frühzeitiger Förderung kann jeder Mensch fast alles studieren und einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Eine elitäre Distinktion der Besten ist nicht notwendig, sondern ungerecht.
ist an den Gymnasien nicht gefragt: das führt bloß zu Neid von Mitschülern, Lehrern und Direktoren. Als Reaktion wird der Hochbegabte gnadenlos rausgemoppt.
An den Gymnasien wird der Direktor bekanntlich nach Perteibuch als einzig relevanter Größe ausgesucht.
Geld gibt's in Deutschland nur für die Mittelmäßigkeit und geistig Debile, bei denen gilt noch die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die Hochbegabten vorenthalten wird.
Als Deutschland noch geistige Eliten hervorbrachte und die Diskussion darüber normal war - weil jedem bewußt war, wie nötig jede Kulktur- und Industrienation diese Köpfe brauchte - gab es noch nicht diesen Neidkomplex gegenüber der Intelligenz.
Nur der Gott des Geldes fasziniert die Mittelmäßigen, sie treibt keine Verantwortung um.
Die Miittelmäßigkeit hat Deutschland auf allen Ebenen Bankrott gewirtschaftet und die
ganze Gesellschaft wird dafür noch bitter bezahlen.
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