Viele Eltern würden alles dafür tun, um ihr Kind von der Hauptschule fernzuhalten. Die CDU will die schon lange als "Restschule" verschriene Schulform nun bundesweit abschaffen und in einer Oberschule als zweite Säule neben dem Gymnasium aufgehen lassen. Doch Bayern und Baden-Württemberg bleiben stur, Lehrerverbände reagieren frustriert.
Der Satz kommt einem Todesstoß gleich: Die Hauptschule sei in Deutschland "nicht mehr zu retten", verkündete Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) kürzlich, nachdem eine Kommission der Partei unter seinem Vorsitz die Zukunft der Schulpolitik ausgelotet hatte. Nun wurden die Ergebnisse erstmals in offizielle Form gegossen: Hauptschulen sollen bundesweit abgeschafft werden, und in einer Oberschule als zweite Säule neben dem Gymnasium aufgehen.
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Die Hauptschulen stehen in den meisten Ländern vor dem Aus. (© dpa)
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Angesichts rückläufiger Schülerzahlen und steigender Anforderungen an die Schulen "treten wir für eine Reduzierung der Schulformen und die Einführung des Zwei-Wege-Modells in allen Ländern ein", heißt es in einem 30-seitigen Grundsatzpapier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Derzeit habe man "zu viele Schulformen, die Eltern, Schüler und Lehrer gleichermaßen verwirren, Vergleichbarkeit innerhalb und zwischen den Ländern erschweren und die Mobilität behindern". Das Papier soll am Montag im CDU-Vorstand und dann auf dem Bundesparteitag im November in Leipzig verabschiedet werden.
Das Modell Hauptschule verschwindet jetzt schon systematisch von der Bildfläche: In Ländern wie Schleswig-Holstein oder Berlin wurden Hauptschulen bereits mit den Realschulen fusioniert, im Osten sind sie ohnehin unbekannt. Seit Beginn des Jahrzehnts ist die Zahl der Hauptschüler bundesweit um ein Fünftel gesunken. Einerseits verstärken die geburtenschwachen Jahrgänge diesen Trend, andererseits verlieren die Hauptschulen die oft beschworene "Abstimmung mit den Füßen".
Eltern, vor allem aus bildungsbewussten Milieus in den Städten, würden beinahe alles tun, um ihr Kind vor dieser Schulform zu bewahren. Bei vielen Berufen, für die früher ein Hauptschulabschluss selbstverständlich ausreichend war, gilt die Mittlere Reife heute als Standard. Übrig blieben vielerorts Schulen für die Leistungsschwächsten der Leistungsschwachen - Stempel "Restschule".
Während SPD und Grüne auf Gemeinschaftsschulen setzen, in denen die Kinder möglichst lange zusammen unterrichtet werden, hielt sich in der Union bisher der Grundgedanke der Dreigliedrigkeit. Mit dem Papier geht die CDU nun grundsätzlich einen neuen Weg. Neben dem Gymnasium solle die Oberschule den Weg entweder in die berufliche Ausbildung oder auch zum Abitur eröffnen - also alle Abschlüsse anbieten. Man wolle "der zu Recht in der Öffentlichkeit formulierten Erwartung nach mehr Vergleichbarkeit bei der Organisation des Bildungssystems" Rechnung tragen.
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Das Dreigliedrige Schulsystem ist sicher kein Schubladensystem. Vielmehr ermöglicht es jedem Schüler die Bildung zu erhalten, die seinen Fähigkeiten gerecht wird. Dabei meine ich nicht nur die geistegen, sondern auch die Motivationsfähigkeit. Falls der Schüler im laufe seines Lebens seine Fähigkeiten steigern kann, hat er immer die möglichkeiten in ein höheres System zu wechslen oder den nächsten Abschluss einfach anzuhängen.
Es gibt in Deutschland beinahe hundert Wege zum Abitur. Die auch gerne genutzt werden. Als beispiel eine kleine Auflistung:
Weg zum Abitur der Studenten meines Studienganges Maschinenbau:
97 Studenten:
28 Gymnasium
19 FOS
1 Bayernkoleg
47 BOS
Sonstige Internetschulen
Fazit:
70 % meines Studienganges besteht aus Schülern, die eigentlich schon nach der 4. Klasse vom studieren ausgeschlossen wurden.
Davon haben wiederum 6 Personen als ersten Schulabschuss den Hauptschulabschluss.
Danke für die Antwort!
Die frühe Auftrennung nach Leistung hat mit den Schulformen zu tun, aber sie allein macht nicht den Unterschied der Schularten aus.
Ob lernschwache Kinder unterstützt werden oder nicht, hängt nicht von der Schulart ab, sondern von dem, was tagtäglich im Unterricht und drumdrum geschieht.
Auch zu große Klassen sind kein Problem der Schulart.
Und wenn es zwischen den Ländern keine Unterschiede mehr gäbe, könnte man sie gleich abschaffen. Wollen Sie wirklich ein von Frau Schavan aus Berlin gesteuertes Einheitsbildungssystem für ganz Deutschland? Ich nicht.
Man streiche den Begriff "Hauptschule" und etikettiere den Inhalt um in "Oberschule".
Umgangssprachlich redete man übrigens schon Ende der 60er Jahre vom "Gymnasium" als "Oberschule".
Kann man schon die Inhalte der Konservendose nicht ändern, so ändert man werbewirksam das Etikett.
... wie schon aus dem "Arbeitsamt" das "Job Center" wurde und aus "Arbeitslosen" wurden "Arbeitsuchende" beziehungsweise "Kunden des Job Centers".
Hat sich irgendwas geändert?!
Somit muss es unterschiedliche Schulformen geben. Sollen sich die begabten und lernwilligen Schüler den anderen anpassen? Wer schafft dann die Arbeitsplätze für die Schwächeren?
Es ist doch so einfach, die Facharbeiter, die wirklich die Steuern bringen erhalten nur 50% von ihrem Bruttolohn, warum? Er ist handwerklich begabt und schafft Tag für Tag Werte. Noch nie wurde ein Facharbeiter in Deutschland so hoch besteuert! Unter dem Kaiser musste er überhaupt keine Steuern zahlen, also was der Unternehmer ihm gab, gehörte auch ihm.
Es kann doch nicht sein, dass Beamte, die den ganzen Tag auf dem Stuhl sitzen, teilweise regungslos, mehr verdienen, als derjenige, der sich auf der Arbeit abmüht, um seine Familie durchzubringen. Dann darf er auch noch den Beamten die Pension verdienen und ermöglichen, dass die Beamten nur eine minimale Krankenversicherung zahlen müssen. Dies schlägt im Bundeshaushalt mit gut 40 Milliarden zu Buche - Griechenland lässt grüßen.
Was wäre die Lösung, zuerst Religion und Ethik aus dem Unterricht nehmen, denn der Stundenplan ist vollgepackt mit unnützen Fächern.Die Beamten selbst für ihre Pension einzahlen lassen: Dies gilt auch für die unterdurchschnittlichen Krankenkassenbeiträge der beamten bei höchsten Leistungen und keine Wartezeiten. Die eingesparten Gelder (40 Milliarden) für einen fachlich praktischen Unterricht verwenden; neue Angebote an den Schulen einführen; Informatik in Verbindung mit der Praxis, Designunterricht am Computer, moderne Autos reparieren usw.. jeder junge langweilt sich doch im Unterricht. Schülern ab einer bestimmten Altersstufe ein kostenloses iPad zur Verfügung stellen. Neue Methoden einführen - hervorragende Ergebnisse gibt es inzwischen in Asien, in New York - Harlem Success Academy, die sogar in den ärmsten Gegenden der Stadt, Schüler der Eliteschulen in den Vergleichen geschlagen haben.
Prüfungen sind Bedingung, jeder erhält ein individuelles Lernprogramm, die Software ist hier der Schlüssel zum Erfolg - ihnen Kenntnisse vermittelt und ihnen eigenständiges Denken beibringt - in Verbindung mit dem Fußball, mit Flugzeugingenieuren usw..Um solche Programme muss sich ein Minister bemühen. Wie sagen sie immer so schön : " Die Jugend ist unsere Zukunft." aber dann bemühen sie sich nur um höhere Diäten und Pensionen! Leider!!
Lehrer am Erfolg messen, sonst gibt es Gehaltsabzug und Eliteschulen für die Besten einführen.
Dennoch war ich auf dem Gymnasium.
Reiche Eltern machen einem das Leben leichter, das stimmt. Aber mit genug Willen und eben auch Intelligenz, lässt sich alles auch so schaffen.
Im Gegensatz zu gewissen, sehr betuchten Leuten sogar eine plagiatfreie Promotion mit MCL!
Die Hauptschule und das dreigleisige Schulsystem waren mal durchaus gute Möglichkeiten, um auf das Leben vorzubereiten.
Handwerker und einfache Angestellte gehen zur Hauptschule, Kaufleute usw. zur Realschule und das Gymnasium sollte auf ein Studium vorbereiten.
Mittlerweile ist die Hauptschule eine "Restschule" für versäumte Integration.
Hagen Rether, ein linker Kabarettist, den ich sonst nicht ausstehen kann, bemerkte einmal, dass einer seiner Freunde (Hauptschullehrer) zu ihm sagte, dass er heute Kinder unterrichtet, mit denen er früher nicht spielen durfte.
Welche Möglichkeiten hat ein Lehrer heute noch, Kindern Disziplin beizubringen?
Paging