In Deutschland sind die Löhne in den vergangenen zehn Jahren so langsam gestiegen wie in keinem anderen EU-Land. Das ist nicht so schlimm wie es klingt - und es lässt sich ändern.
Ist es nun erfreulich oder beschämend, was das Statistische Bundesamt zur Entwicklung der Löhne in Deutschland veröffentlicht hat? Dass die Einkommen vieler Arbeitnehmer in den vergangenen zehn Jahren nur mäßig gestiegen, unter Berücksichtigung der Inflationsrate sogar zum Teil gesunken sind, ist ja seit langem bekannt.
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In Deutschland sind die Löhne im vergangenen Jahrzehnt so langsam gestiegen wie in keinem anderen Land der EU. (© iStock)
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Dass sie aber vermutlich überall in der EU weitaus stärker angestiegen sind als hier - das ist in der Öffentlichkeit kaum registriert worden. Etwas mehr als 20 Prozent Steigerung in Deutschland, aber 560 Prozent in Rumänien; womöglich drängt sich da die Frage auf: Was macht der Rumäne richtig und der Deutsche nicht?
Falsche Frage. Es ist mit dieser Statistik wie mit allen anderen: Sie zeigt Tendenzen auf, ist aber keine Handreichung. Sie erzählt nichts über Inflationsraten, den Lebensstandard hier und dort, über die Struktur von Volkswirtschaften oder die Branchen, die jeweils dort dominieren. Man kann sich vielleicht auf die Feststellung einigen: Gott sei Dank war es nicht andersherum. Auch ein Bsirske an seinem allerlautesten Tag würde der deutschen Wirtschaft keine Lohnzuwächse um 560 Prozent zumuten.
Die Daten illustrieren etwas anderes. Erstens war den Gewerkschaften hierzulande die Sicherung gutbezahlter Jobs wichtiger, als dass diese Jobs noch besser bezahlt werden. Zweitens aber gibt es Branchen, in denen die Jobs zwar schlecht bezahlt sind, die Gewerkschaften jedoch zu wenig Mitglieder und daher kaum Macht haben. Wer also jetzt das Statistische Bundesamt liest und seinesgleichen für unterbezahlt hält, der möge an sich selbst die Frage richten: Wäre ein Beitritt zur Gewerkschaft vielleicht mal eine Erwägung wert?
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(SZ vom 09.09.2010/holz)
Griechenland in der Schuldenkrise
über den Rand ihres Weißbierglases hinausschauen.
Wer den Wohlstand der Allgemeinheit in Deutschland nicht erkennt, war noch nicht wirklich "draußen in der Welt". Was hier passiert ist "Jammern auf hohem Niveau".
Die Mehrheit der deutschen lebt in einem gewissen Wohlstand.
Also, ich sehe zwar nicht mehr so gut wie früher, glaube aber noch lesen zu können:
Sie schrieben die Eliminierung des sozialen Systems. Das hat mit der Gehaltsentwicklung nur sehr peripher zu tun.
Bismarcks Strategie - wenn es eine Strategie war - zielte auf die Verhinderung der Altersarmut und das Invaliditätsrisiko.
Adenauer hat zur Sicherung seines Wahlerfolgs die Rentenversicherung entkapitalisiert. Er hat für seinen Erfolg die Renten in der Zukunft an die Beitragszahler der Zukunft geknüpft.
Das ist das Dilemma!
Also das ist doch Schwachsinn!
Sie können doch die Verhältnisse in Deutschland nicht so ohne weiteres mit anderen Ländern vergleichen!
Die Kosten der Lebenshaltung sind doch grundverschieden.
Das ist als wenn Sie Pflaumen mit Erdbeeren vergleichen!
in europa hatten noch nicht einmal lettland, litauen oder finnland zweistellige zuwachsraten"
BIP-Wachstum 2000-2009
D 4,8%
Fr 11,5%
NL 12,0%
GB 14,1%
wenn Sie zweistellige Zahlen verstehen können, dürfen Sie mitspielen.
@iakiak
Ich bin mir nicht sicher weshalb Sie mir gegenüber in diesen agressiven und Eltern-Ich Ton verfallen. Ich hatte ein ehrliches Interesse an der Aufarbeitung Ihrer These, dass die Simulation ewigen Wohlstandes die Beseitigung des Sozialstaates begründet und aus demselben Grund der Artikel absolut korrekt sei. Das haben Sie in Ihrer Antwort ausgelassen, und es ist mir nach Ihrem Kommentar auch tatsächlich nicht mehr wichtig zu erfahren.
Wenn ein in Deutschland Beschäftigter für mehr Geld demonstriert, demonstriert er gleichzeitig für weniger Geld für andere. Das ist sicher richtig, allerdings ist dieser Andere nicht der Afrikaner oder Asiat, sondern der Ertragsgewinner, in der Regel der Arbeitgeber oder das Finanzinstitut. Das diese Erträge grundsätzlich auf Kosten Dritter geschaffen werden ist je nachdem wie schändlich, zu diesem Diskussionszeitpunkt jedoch nicht relevant. Sie plädieren dafür das die Lohnempfänger also nicht Ihren Anteil am BIP erhalten, weil dann im Umkehrschluss die Afrikaner und Asiaten ein besseres Leben leben? Die Lohnquote ist in Deutschland in den Jahren 1990 - 2009 von 71% auf 62% gefallen. Und darum ging es doch dem Herrn Esslinger, um die reichen Lohnabhängigen in Deutschland, die zwar nicht mehr an der Entwicklung der Gewinne teilnehmen, aber das ist nicht so schlimm wie es sich anhört.
Guten Tag
Paging