sueddeutsche.de: Im Film organisieren sich die Praktikanten und legen durch einen Generalstreik fast das gesamte Land lahm. Würde so eine Aktion auch in der Realität funktionieren?

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"Ich habe nur ein Praktikum gemacht, und das war sehr gut": Regisseur und Drehbuchautor Jonas Grosch. (© Foto: Darek Gontarski)

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Grosch: Ich glaube schon. Voraussetzung ist, dass sich die große Masse der Praktikanten zusammenschließt. Komisch eigentlich, dass das in Zeiten von Twitter und Facebook noch nicht passiert ist.

sueddeutsche.de: Weil sich kein Sender fand, um "Résiste" zu finanzieren, erklärten sich alle Schauspieler bereit, ohne Gage zu arbeiten. Weil ihnen das Thema so wichtig war?

Grosch: Das hat sicherlich was damit zu tun. 80 Leute am Set standen hinter der Sache. Uns war allen klar, dass es hier um ein bisschen mehr geht, als nur den Film zu drehen. Dadurch hat sich ein unglaublicher Teamgeist entwickelt, auch wenn es insgesamt einfach blöd ist, sein Team und seine Schauspieler nicht bezahlen zu können.Ich hoffe, das wird beim nächsten Film anders.

sueddeutsche.de: Haben Sie am Set auch Praktikanten beschäftigt?

Grosch: Ja, aber dadurch dass wir alle nichts verdient haben, waren sie nicht schlechter gestellt als der Rest von uns, es gab keine Unterschiede.

sueddeutsche.de: Im Film schreibt die Kanzlerin am Ende eine SMS. Gab es in der Realität auch schon Reaktionen aus der Politik?

Grosch: Bislang noch nicht. Aber wir hoffen in Kontakt mit Politikern zu treten, wenn der Film einmal angelaufen ist. Das kann dieser Film mit ein wenig Glück leisten: Wieder Aufmerksamkeit auf die Situation der Praktikanten zu lenken und vielleicht das Bewusstsein für die Missstände zu schärfen. Und dabei natürlich zu unterhalten.

sueddeutsche.de: Was sollen Praktikanten, die sich Ihren Film ansehen, mitnehmen?

Grosch: Sie sollen sehen, dass man gemeinsam etwas schaffen kann. Die Problematik des Praktikantendaseins verbindet die unterschiedlichsten Leute. Aus so einem Gemeinschaftsgefühl kann man Kraft schöpfen und Aktionismus aufbringen - auch wenn es massive Gegenwehr gibt und das heute vielleicht nicht mehr so in Mode ist..

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  2. Sie lesen jetzt "Es ging um mehr, als nur einen Film zu drehen
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(sueddeutsche.de/beu/bgr)