Vor zwölf Monaten hat Thomas Brauße noch millionenschwere Aktien-Deals abgewickelt. Heute verkauft der frühere Broker Bratwürste an seine Ex-Kollegen.
Noch im vergangenen Jahr hat Thomas Brauße millionenschwere Aktien-Deals abgewickelt, heute legt er für seine ehemaligen Kollegen Bratwürste in die bereit gelegten Brötchen. Die "Frankfurter Worschtbörse" am Messeturm ist derzeit der ungewöhnlichste Imbiss in Frankfurt, untergebracht in einem umgebauten Linienbus und geleitet von einem in der Krise gefeuerten Finanzexperten.
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Finanzexperte Thomas Brauße verkauft heute Würste statt Finanzprodukte. (© Foto: dpa)
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"Ich war und bin kein Investmentbanker", sagt der glatzköpfige Hüne, der von seiner Bude auf seinen alten Arbeitsplatz im 20. Stock des Messeturms blicken kann. Für die US-Handelsplattform Institutional Networks (Instinet) hat er zwölf Jahre lang gearbeitet, zuletzt als Deutschlandchef in der Abwicklungsabteilung.
Wurstbude statt Schickimicki-Bistro
Braußes Gehalt lag damals im sechsstelligen Bereich, sagt er, und am Jahresende gab es auch für ihn regelmäßig nette Boni. Damit war Ende vergangenen Jahres Schluss, als die Broker-Firma die Frankfurter Niederlassung mit einem Federstrich dicht machte. Wer nicht umziehen wollte, verlor seinen Job.
Der 44-Jährige ist ein Kumpeltyp, der im Raucherkreis vor der Tür das große Wort führte und schon immer beklagt hat, dass zwischen den ganzen Bankentürmen mit ihren Schickimicki-Bistros eine anständige Wurstbude fehle. Seit Jahren habe er mit dem Gedanken gespielt, sich damit ein zweites Standbein zuzulegen, erzählt der erdige Ex-Handballer.
Dass er in der Krise tatsächlich Ernst mit seiner Idee machte, hatten wohl die wenigsten der alten Kollegen erwartet. Vor allem die Geschäftspartner aus London hätten es nicht fassen können, erzählt Brauße. "Für Geld machst du auch wirklich alles", habe ihm ein alter Kumpel geschrieben. Er selbst habe kein Problem mit seinem neuen Job.
Verkauf im ungebauten Linienbus
"Wenn mein Geschäftsplan aufgeht, brate ich für den Rest meines Lebens Würste", sagt der Arbeitersohn, der sich zumindest nach eigenem Bekunden nie wirklich als Banker gefühlt hat. "Bei 100 Millionen ist der Druck natürlich größer als bei 2,70 Euro", zieht der Imbissbetreiber den Vergleich zu seinem alten Job.
Dennoch will er sich mit gleicher Akribie jedem Detail der Wurstbraterei widmen: "Service und Qualität müssen dem Preis entsprechen. Dann kommen die Leute wieder." Basis der Geschäftsidee ist ein komplett zum Imbiss umgebauter Linienbus, den Brauße im Internet ersteigert hat und umbauen ließ.
Viel Chrom und Stahl
Recht clever scheint der Standort gewählt, denn neben den Banktürmen wachsen an der Messe neue Wolkenkratzer, die in den kommenden Jahren Hundertschaften hungriger Handwerker an der Worschtbörse vorbeiführen werden. Vom Rohbau kommen allerdings bislang noch kaum welche rüber, berichtet der Budenchef. "Das sind alles Portugiesen. Die verdienen so wenig, dass ihnen meine Wurst zu teuer ist."
Für die Banker in den Anzügen hat Brauße seine Bude vergleichsweise luxuriös ausgestattet. Es gibt viel Chrom und Stahl, geschmackvolle Sonnenschirme und bald auch italienische Kaffeespezialitäten. Brauße plant bereits die Expansion und denkt über eine börsenspezifische Menükarte nach: "Currywurst DAX wäre die klassische Variante, Nikkei die asiatisch-scharfe Version." Möglicherweise könne auch der Wurstpreis an die Aktien-Indizes gebunden werden. Wichtiger sei aber erst mal, dass sich das Geschäft kontinuierlich entwickele.
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(dpa/Christian Ebner/bön)
1 ) sein Produkt ist auf sinnvoller als Papiergeldblasen zu zocken
2 ) lernt jeden Tag neue Leute kennen ( nicht nur Autisten wie bisher )
3 ) liegt voll im Trend (aufgeblasene Wichtigtuer - Porsche hin-Luxusweib her, och nich
als Würstchenverkäufer)
4 ) krisenfester Job (erst das Fressen ,dann die--- ) Brecht
5 ) die helle Freude für die Bänkstermeile (ob Ackermännchen sich mal dahin verirrt?
Man sieht, mit Fleiß und Durchhaltevermögen kann man vom Millionär zum Tellerwäscher werden. Solche Vorbilder brauchen wir in Deutschland, damit endlich ein Ruck durch unser Land geht, denn wir sind Deutschland und jeder ist seines Glückes Schmied.
Ärmel hochkrempeln und ran, also frage nicht was dein Land für dich tun kann sondern was Du für dein Land und der Letzte macht dann bitte das Licht aus.
Bei dem Mann geht es um die Wurst.
:) Die meisten Bänker würden sich in seiner Situation entweder auf ihren Boni ausruhen (käme mir wohl auch in den Sinn) oder sich den nächsten Bänkerjob aussuchen.
Irgendwie ist es mit den Investmenbänkern wie mit den Politikern. Die Leute die eigentlich charakterlich am Besten dafür geignet wären, fühlen sich in dem Job nicht wohl und gehen wieder.
"Der 44-Jährige ist ein Kumpeltyp, der im Raucherkreis vor der Tür das große Wort führte und schon immer beklagt hat, dass zwischen den ganzen Bankentürmen mit ihren Schickimicki-Bistros eine anständige Wurstbude fehle."
Ist aber jetzt nicht die einzige Wurstbude dort in der Gegend. Direkt an der Straße zur Messe ist nämlich auch noch eine.
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