Das neue Schuljahr startet mit alten Problemen: Die Klassen sind zu eng, Lehrer fehlen, der Unterricht fällt aus - eine Mängelliste.
Grundschule
Einschulung: 22,5 Kinder sitzen durchschnittlich in einer Grundschulklasse. (© Foto: dpa)
Anzeige
Klassenstärken 22,5 Kinder sitzen durchschnittlich in einer Grundschulklasse, 0,3 weniger als im Vorjahr. Dennoch gibt es Klassen mit 30 und mehr Schülern. Pädagogisch vertretbar sind laut bayerischem Lehrerverband höchstens 25 Kinder.
Lehrerstellen Kleinere Klassen heißt mehr Lehrer. Zusätzliche Stellen sind aber nicht in Sicht, obgleich es dafür Bewerber gäbe. 1000 Grundschullehrer warten zurzeit auf eine Anstellung.
Unterrichtsausfall Im vergangenen Schuljahr fiel 1,1 Prozent des Unterrichts an den Volksschulen laut einer Erhebung des Kultusministeriums aus; zu den Volksschulen zählen alle Grund-, Haupt- und Förderschulen. Abzüglich der Vertretungsstunden waren es sogar neun Prozent der Stunden, die nicht gehalten werden konnten.
Ganztagsangebote Den größten Zuwachs an richtigen Ganztagsklassen, in denen über den Tag hinweg zwischen Unterricht und Freizeit abgewechselt wird, verzeichnet die Grundschule. Die Ganztagsklassen wurden von 40 auf 150 aufgestockt, was jedoch bei 2300 Grundschulen immer noch gering ist.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 5 nächste Seite
- Sitzenbleiben in der Schule Die Klassenfrage 03.09.2009
- OECD-Studie Deutschland spart Bildungssystem kaputt 08.09.2009
- Aufklärung in der Schule Sex, Toleranz und Glaube 06.08.2009
- Schulen Osteuropäer sollen Lehrermangel entschärfen 20.07.2009
- Schulkarrieren Falsch einsortiert 27.08.2009
- Lehrerin verklagt Schülerin Wegen Hasenzeichnung vor Gericht 19.05.2010
- Schulmanagement Ein Assessment-Center für Schulleiter 17.05.2010
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Toll, diese statistischen Tricksereien. Was nutzt mir die Durchschnittsklassenstärke von 26,8, wenn es immer noch Klassen über 33 gibt? An einem mir bekannten Gymnasium liegt die Zahl übrigens bei 29,5.
Hm, solange an der Urne brav CSU gewählt wird, passiert sicher nichts von Bedeutung. Die gehören mal richtig abgestraft, runter auf 20%, dann möchte ich mal sehen, wie die sich rausreden wollen.
Und andererseits, solange Deutschland noch das scharfe ß hat, kann es nicht gutgehen. Bei der nächsten Rechtschreibereform sollte es endlich mal gekippt werden.
Meine Freundin ist Oberstudienrätin, oh mann/frau, wenn ich Interna erzählen könnte, euch würden die Haare zu Berge stehen...
Und hier noch ein Hinweis für alle Franken: Lasst euch ruhig weiter von der CSU ausrauben, so wie in Nürnberg und Region geschehen, dann kommt alles gut. Ihr seid wirklich ein besonders lustiger Volksstamm, denn immer an der Urne wählt ihr stramm CSU. Das nennt man Kadavergehorsam...
Da möchte ich mich anschließen. Im Eifer des Gefechts benutze ich allerdings auch mal solche hohlen Phrasen und könnte mich hinterher ohrfeigen. Ich denke, man kann in einer Sprache ja etwas Sinnvolles übernehmen. Z. B. wurde mir die Übersetzung von "more and more" mit "mehr und mehr" angestrichen, weil es "immer mehr" heißen müsste. Es ist aber in bildlicher Vorstellung manchmal brauchbarer, sich dieses zwanglose "mehr und mehr" vorzustellen (heute mehr, morgen vielleicht nicht, übermorgen wieder mehr, so unregelmäßig häufchenweise). Ein "immer mehr" wirkt mir in manchen Zusammenhängen einfach zu streng.
Völlig sinnlos finde ich hingegen auch, wenn etwas "Sinn macht". Um mit Abahachi aus dem Schuh des Manitu zu fragen: JA WIE DENN?!
Als Schüler fand ich es unglaublich belastend, wenn es mal eine Woche ohne Unterrichtsausfall gab. Die Vertretungsstunden waren bei uns auch noch keine echten Vertretungs-, sondern Aufsichtsstunden mit Selbstbeschäftigung, in denen ein Lehrer nur geschaut hat, dass keiner was anstellt und dass keinem was passiert. Es war wohltuend. Die Zeit konnte mal zum Ausruhen verwendet werden oder für Gespräche mit Mitschülern oder dem Lehrer, ja gut, auch öfter mal zum Lernen/Hausaufgaben machen, meist für die nachfolgende Stunde;-)
Bei den jetzigen vollgepackten G8-Lehrplänen überfordert ein Unterrichtsausfall von 0% die Schüler. Denn durch den permanenten Druck in den letzten Jahren, ausgefallenen Unterricht doch noch reinzupeitschen, würden die Lehrer wohl diesen Zwang zudem nicht so schnell ablegen können.
Diese Auflistung der Mängel stellt eine Bankrotterklärung für das bayer. Kultusministerium dar. Es entlarvt die vollmundigen Erklärungen von Herrn Spaenle als leere Worthülsen.
Fakt ist, dass mann man engagierte Lehrer mit Zeitverträgen abspeist, rechtzeitig zum Schuljahresende kündigt. Und dann vollmundig erklärt zum Beginn eines neuen Schuljahres wieviel Lehrer man wieder eingestellt hat. Es werden Ganztageskalsse genehmigt und dann hintenrum Lehrerstunden gekürzt, dass kaum noch eine qualifizierte Betreuung stattfinden kann. Man muss sich fragen, wann endlich in dieses Kultusministerium wirklich ein Minister/in einzieht der in der Lage ist diese Mißstände abzubauen. Drei Nullnummern (Hohlmeier, Schneider, Spaenle) reichen eigentlich. Man muß schon sagen, solabge die CSU hier bildungspoltisch was zu sagen hat, wird sich an diesen Mißständen nichts ändern.
Statt10 Millarden in die abgewirtschaftete Landesbank zu pumpen, wären dieses Geld in den Schulen eine viel bessere Investition gewesen. Die Rendite wäre wesentlich höher.
Paging