Immer mehr Deutsche studieren in Salzburg, Innsbruck und Wien - dort wächst der Ärger über den Ansturm aus dem Nachbarland. Finanzielle Forderungen werden laut.
An Österreichs Hochschulen wächst der Unmut über den Ansturm deutscher Studenten. Zuwanderer werden in Österreich traditionell mit Argwohn betrachtet, wobei es stets eine klare Trennlinie gab: Solche aus dem Westen Europas, besonders aus Deutschland, waren eher willkommen, solche aus dem Osten, der Türkei oder noch ferneren Gefilden eher ungelitten.
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Auch in diesem Semester zieht es wieder zahlreiche Deutsche zum Studieren ins Nachbarland Österreich. (© Foto: iStock)
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Seit aber immer mehr Deutsche zum Studieren und Arbeiten nach Österreich kommen, treffen auch sie zunehmend auf Skepsis. Zu Beginn des neuen Studienjahres gibt es daher wieder einmal Proteste und Warnungen wegen einer angeblichen "Flut" deutscher Studienanfänger.
Etwa 18.000 Deutsche waren im vorigen Semester in Österreich eingeschrieben. In der Universität Salzburg stellen Deutsche im Fach Publizistik unter den Neueinschreibungen mittlerweile gut die Hälfte, in Innsbruck im Fach Psychologie ungefähr zwei Drittel. Österreichs Hochschulen sind seit je Ziele für Numerus-clausus-Flüchtlinge, wie man sie im Nachbarland tituliert.
Jetzt aber ist der Zustrom noch einmal erheblich angeschwollen. Denn in Deutschland verhängen immer mehr Hochschulen lokale Zugangsbeschränkungen, mehr als jeder zweite Studiengang hat einen Numerus clausus. Viele, die daran scheitern, suchen ihr Glück im Nachbarland.
Dazu kommt, dass Österreich seine Studiengebühren wieder abgeschafft hat, während Studenten etwa in Bayern bis zu 500 Euro im Semester bezahlen müssen. In Salzburg und Innsbruck sind die meisten Neuzugänge Studenten aus Bayern. Allerdings gibt es umgekehrt auch etwa 4500 Österreicher an deutschen Unis.
Der Ansturm wird noch stärker
Uni-Vertreter in Österreich befürchten, der Ansturm der Deutschen werde noch stärker sein, wenn in mehreren deutschen Ländern die sogenannten doppelten Abitur-Jahrgänge aus den Schulen strömen. Wegen der verkürzten Gymnasialzeit (G8) werden 2011 zwei Jahrgänge gleichzeitig in Bayern die Gymnasien verlassen. Baden-Württemberg, Berlin und Bremen folgen 2012, ein Jahr später Nordrhein-Westfalen. Zwar wollen die Kultusminister in den kommenden Jahren bundesweit 275.000 Studienplätze schaffen. Experten vermuten aber, dass in gefragten Fächern die Aussichten der Bewerber, an einer deutschen Hochschule zugelassen zu werden, weiter sinken.
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geht nun mal nicht. Und schon gar nicht im Ausland.
Wie kommt man überhaupt auf den Gedanken, dass man im Ausland dieselben Ansprüche hat wie dort der Einheimische? Das ist schon arg dreist und zeugt von wenig Anstand.
Wer im Ausland studiert soll für die dortigen Studiengebühren aufkommen, schlussendlich braucht man dort die Infrastruktur, die der dortige Steuerzahler über Jahrzehnte berappt hat.
Denn irgendwer muss ja für die Kosten aufkommen. Der Einheimische zahlt für seine Unis und wenn der Ausländer dort studieren will, hat dieser sich brav an den Kosten zu beteiligen.
@amadeus
Was Prodis schöne Worte betrifft: Die Bauarbeiterlöhne an der Uni Bologna, die infolge Geldmangel der Uni nicht bezahlt worden sind, hat auch der feine Herr Sozialist Prodi nicht mit seinem Geldbeutel beglichen. Schön Reden ist immer gut, solange andere dafür bezahlen...
Seit den 90er Jahren verlassen immer mehr Intellektuelle das Land und das nicht nur, weil es anderswo mehr Geld und besseres Leben gibt. Die Österreicher sind ein Meckervolk, wie wir ansich auch. In Italien studieren sehr viele Exildeutsche, allein Bologna hat knapp 5000 Deutsche Studentinnen, insgesamt waren es 2006 etwas mehr als 51.000 Studenten.
Da hat man das aber mehr als Kompliment gesehen und Ex-Ministerpräsident Prodi hat einen schönen Satz gesagt: "Als es unseren Bürgern in Süditalien in den 60&70ern wirtschaftlich schlecht ging, wurden viele herzlich in Deutschland aufgenommen und sie konnten sich ein besseres Leben aufbauen als in ihrer Heimat. Jetzt, wo sich einige Dinge verändert haben, nutzen wir die Möglichkeit um uns zu revanchieren."
Liebes Österreich, auch ihr solltet es als Kompliment sehen. Ihr habt die besseren Löhne und Unis und schließlich sind wir in Europa ja eine tolle große Familie ;-) wenn man unseren Politikern glaubt. Wer im übrigen behauptet, die Österreicher hätten die schlechteren Hochschulen (wie es ein Kommentator einige Zeilen unter mir behauptet hat), der sollte sich an den Kopf packen und den Vogel ziehen lassen!
Hochgerechnet auf die Bevölkerungszahlen Deutschlands im Vergleich zu Österreich müßten demnach ca. 45.000 deutsche Studenten in der Alpenrepublik studieren, um einen relativen Gleichstand zu erreichen. Also, auf geht's!
... bzw Studenten, die in Deutschland ihr Medizin- oder Jurastudium nicht geschafft haben, gehen seit vielen Jahren nach Österreich, um dort die Studien versuchen zu beenden.
Das wurde im Artikel NICHT erwähnt und die Zahlen derer, die aus den vorgenannten Gründen an Österreichische Universitäten drängen, sind nicht zu vernachlässigen. Österreich sollte dringend entsprechende Restriktionen einführen, um das noch weitere Absinken des Studien Niveaus zu beenden. Solche Studienabgänger entsprechen längst nicht den Anforderungen.
Ja, die EU kann für ein einzelnes Land auch Nachteile haben.
Nein, man kann nicht selektiv nur die Nachteile ausblenden.
Paging