Vor einigen Wochen noch sah es so aus, als sei das Prestige-Projekt der Bundesarbeitsministerin ein Flop: Zu gering war die Nachfrage nach dem Bildungspaket. Doch nun kann von der Leyen offenbar doch noch einen Erfolg vermelden, denn immer mehr bedürftige Familien beantragen die Zuschüsse - ihre Interessen sind allerdings speziell.
Nach einem mühsamen Start nimmt die Nachfrage nach dem Bildungspaket für bedürftige Kinder langsam zu. In den Städten und Landkreisen haben inzwischen knapp ein Drittel der Leistungsberechtigten einen Antrag gestellt. Anfang April war das Interesse noch äußerst gering. Von den bundesweit 2,5 Millionen Kindern war damals nicht einmal für zehn Prozent die neuen Hilfen beansprucht worden. Allerdings gibt es nach wie vor große regionale Unterschiede: So wurde in Berlin, wo die Zahl der Hartz-IV-Empfänger überdurchschnittlich hoch ist, gerade einmal für 26.500 von potentiell etwa 200.000 Kindern ein Antrag eingereicht. Die zuständige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will an diesem Dienstag mit Vertretern der Kommunen und Ländern eine Zwischenbilanz ziehen. Damit wird der "Runde Tisch" vom April 2011 fortgesetzt. Damals vereinbarten Bund, Länder und Gemeinden, die Antragsfrist für die rückwirkende Zahlung von Leistungen auf Ende Juni zu verlängern.
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Seit April können bedürftige Eltern Unterstützung für ihre Kinder fordern, etwa um Beiträge für Sportvereine zu bezahlen. Knapp ein Drittel der Leistungsberechtigten hat inzwischen einen Antrag gestellt. (© dapd)
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Seit Anfang April können Familien, die Hartz IV, Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, Zuschüsse für ein Mittagessen in der Schule oder Kindertagesstätte beantragen. Staatliche Hilfen gibt es außerdem für den Beitrag zum Sportverein, die Musikschule oder den Nachhilfeunterricht für versetzungsgefährdete Kinder. Das Geld wird nicht direkt an die Eltern ausgezahlt, es geht zweckgebunden an den jeweiligen Anbieter der Leistungen. Insgesamt sind für das Bildungspaket Ausgaben von 1,6 Milliarden Euro im Jahr veranschlagt. Bis Donnerstag lassen sich die Leistungen auch rückwirkend zum 1. Januar in Anspruch nehmen. Diese Möglichkeit wird aber offenbar kaum genutzt, weil nur wenige bedürftige Eltern entsprechende Hilfsangebote im ersten Halbjahr aus eigener Tasche bezahlt haben. "In diesen Fällen können sie natürlich auch keinen Antrag für die rückwirkende Erstattung von Leistungen stellen", sagte eine Sprecherin der Sozialsenatorin von Berlin, Carola Bluhm (Linke).
Nach Angaben des Deutschen Städtetags war die Antragsquote bis Juni auf durchschnittlich 27 Prozent gestiegen. Das entspricht 280.000 Kindern und Jugendlichen bei gut einer Million Leistungsberechtigten in den befragten Städten. Der Deutsche Landkreistag legte ähnliche Zahlen für die Kreise vor. Städtetags-Hauptgeschäftsführer Stephan Articus sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Das Bildungspaket kommt gut voran. Die Aufklärung der Menschen zeigt Wirkung." Der Präsident des Deutschen Landkreistags Hans Jörg Duppré sprach ebenfalls von einem ersten Erfolg. Er zeigte sich überzeugt, dass die Antragszahlen nach der Sommerferienzeit von September an "weiter deutlich steigen werden".
Für die zuständige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist das Bildungspaket ein Prestigeprojekt. Ihr Ministerium bestätigte am Montag, dass nach einer Allensbach-Umfrage allerdings 19 Prozent der berechtigten Familien kein Interesse an den Leistungen hätten. Diese Eltern sollten die zuständigen Kommunen künftig stärker ansprechen, notfalls durch Besuche von Sozialarbeitern, wünscht sich von der Leyen. "Bei Sportvereinen und beim Mittagessen klappt es schon ganz gut", sagte die Ministerin. Sie räumte aber ein, dass das Interesse am Musikschul-Unterricht noch gering sei. "Bei der Nachhilfe wird es erst im neuen Schuljahr richtig losgehen, wenn im Herbst die ersten schlechten Noten hereinrasseln", kündigte von der Leyen an.
Opposition und Sozialverbände hatten das Bildungspaket immer wieder als zu bürokratisch kritisiert. Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), hält das Antragsverfahren für so kompliziert, das "eine riesige Bürokratiemaschine" nötig sei. Auch Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) forderte bereits eine Reform der Reform, weil das Paket völlig realitätsfern ausgestaltet sei und die befristeten Einzelleistungen einen Erfolg erschwerten. Städtetags-Hauptgeschäftsführer Articus sagte, es sei ein Abbau der Bürokratie nötig, um das Verfahren zu vereinfachen und "möglichst viele weitere Eltern zu erreichen".
Von der Leyen widersprach der Kritik in der Bild-Zeitung: "Von Menschen, die Hartz-IV-Anträge ausfüllen, kann man auch verlangen, dass sie für die Bildung der Kinder ein Formular einreichen."
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(SZ vom 28.06.2011/blg)
65. Filmfestspiele Cannes
Kindergeldkinderzuschlagelterngeldlandeserziehungsgeldessensgeldbildungspäckle - alles geschenkt.
Besser wäre: Flächendeckende Versorgung mit Kita-Plätzen, Ganztagsschule bis 15.00 Uhr, ordentlich ausgebildetes, motiviertes und nicht nur fachlich, sondern auch persönlich geeignetes Personal.
Hätten alle was davon - außer der Verwaltungswasserkopf, der noch überflüssiger wird.
Bei der medialen Hetzjagd, die nunmehr seit Jahren in Richtung "Hartz-IV-Familien" betrieben wird, wundern sich ein paar Sesselwärmer weshalb es keine 100%ige Annahme gibt. Das zum einen.
Zum anderen: Wer legt eigentlich fest, dass alle Kinder aus einkommensschwachen Familien Nachhilfeunterricht benötigen? Gibt es wirklich eine durchgängige Korrelation zwischen Einkommenschwäche und Bildungsferne? Ich bezweifle es, denn es ist durchaus nicht abwegig einen Anspruch auf das "Bildungspaket" zu haben und aus einem Haushalt zu kommen mit mindestem einem Berufstätigen Elternteil (Beispiel: Wohngeld, sind sie in Städten wie München locker drin, auch trotz Abitur, Studium, Beruf,...)
Zu guter letzt: Diese ewige "Gäb´s Bier- und Zigarettengutscheine-Leier" nervt, weil sie sowas von flach und an der Realität vorbei ist, dass man gerne seinen Bildungsgutschein spenden möchte.
Schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass dieser ganze Verwaltungsblödsinn nur deshalb gepuscht wird, um die Bürger besser kontrollieren und erfassen zu können. Man beantragt den ganzen Plunder extra, obwohl es eigentlich bisher schon gut ohne dieses Monster-Paket genügend Möglichkeiten gab. Allerdings - obacht - die Informationen darüber welche Eltern, welches Kind, in welchen Verein schicken, waren nirgends zentral erfaßt, nicht kontrollierbar. Dämmert´s? Wenn ich das schon lese "...Sozialarbeiter in die Familien schicken..." Und dann? "Ihr schickt Eure Kinder sofort, aber sofort, in den von uns gewünschten Nachhilfeunterricht, ob sie´s brauchen oder nicht, sonst..." Ja, da fragt man sich doch: "Was sonst?" Kinderlandverschickung, oder was sonst?
Big Sister is watching us. Der Friedrich, ja mei, der ist ja gar nichts gegen uns Uschi...
Der letzte Absatz war weggerutscht, und nicht mit veröffentlicht worden.
Vielleicht hat Urselchen, unsere Gute, immer noch nicht kapiert, dass zwischen den Mittelstands- und Lifestyle-Muttis aus Prenzlauer Berg, Bogenhausen und der Außenalster sowie den arabischen Großfamilien und den Sinti und Roma-Familien ein klitze-, klitzekleiner Unterschied besteht?
Um eine Musikschule zu besuchen, muss Interesse, Ausdauer und Geld aufgebracht werden. Bis man Instrumente wie Oboe, Cello, Waldhorn oder Bratsche richtig beherrscht, vergehen Jahre.
Bis ein Jugendsinfonieorchester vernünftige Stücke aufführen kann, müssen die Kinder Monate fleißig geprobt haben.
Wer eine Sonderschule besucht, schafft das nicht.
Wer als Mutter zehn Kinder hat, wird sich kaum um solche Dinge kümmern können.
Unsere Bundesregierung hat nie die Akten in einem Jugendamt gesehen.
Die Münchner Sozialdezernentin, Brigitte Maier und die neue Leiterin des Jobcenters - beide Damen haben keine Kinder. Buschkowsky aus Neukölln hat auch keine Kinder. Berlin (Wowereit) keine Kinder und Hamburg (Olaf Scholz) auch nicht:
Doris Ahnen, Kulturministerin und von Lehrern verhöhnt und verspottet (ehemalige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz) als Doris "Ahnungslos" hat auch keine Kinder.
Solche Leute plärren dann herum, wie eine Mutter Arbeitsplätze suchen soll, eine Umschulung machen soll, die Kinder betreuen soll, Schularbeiten kontrollieren soll, das eine Kind zur Ballettschule, das andere zum Handballtraining und das dritte zum Klarinettenunterricht fahren soll und sich dann - genau wie Urselchen von der Leihmutter - abends noch auf der Parteikonferenz engangieren soll.
Hatten Sie je Sportunterricht?
Schon allein im Herbst des letzten Jahres, als die Arbeitslosenzahlen auf unter drei Milliionen schön gerechnet waren, waurde eiligst eine Riesenkampagne gestartet, die mit Plakaten, Fassadenwerbung, Fernsehen, Radio, Zeitschriften und Tagespresse Millionen Steuergelder verschlungen hat.
Jetzt kam im April die Werbung für das Hartz-IV Paket.
Folgendes soll bestellt werden und in den Jobcentern und Rathäusern ausgelegt werden:
Bestellangebot
Auf dieser Seite bieten wir Ihnen verschiedene Medien wie beispielsweise Broschüren und Plakate zum Bestellen an.
Broschüren
Bildungspaket - Broschüre
· Format: DIN A5
· Umfang: 16 Seiten
· Bestellnummer: A 857b
Im BMAS-Portal können Sie die Broschüre zum Bildungspaket bestellen.
Flyer
Bildungspaket - Flyer für Kinder und Familien
· Format: DIN lang
· Umfang: 4 Seiten
· Bestellnummer: A 857a
Im BMAS-Portal können Sie die Bildungspaket - Flyer für Kinder und Familien bestellen.
Bildungspaket - Flyer für Partner, Vereine, Kitas und Schulen
· Format: DIN lang
· Umfang: 6 Seiten
· Bestellnummer: A 857
Im BMAS-Portal können Sie die Bildungspaket - Flyer für Partner, Vereine, Kitas und Schulen bestellen.
Plakate
Bildungspaket - Plakatmotiv Mittagessen in Kita, Schule und Hort
· Format: DIN A1 quer
· Bestellnummer: A 857j
Im BMAS-Portal können Sie das Plakat mit dem Motiv "Mittagessen in Kita, Schule und Hort" bestellen.
Bildungspaket - Plakatmotiv Mitmachen bei Kultur, Sport und Freizeit
· Format: DIN A1 quer
· Bestellnummer: A 857l
Im BMAS-Portal können Sie das Plakat mit dem Motiv "Mitmachen bei Kultur, Sport und Freizeit" bestellen.
Bildungspaket - Plakatmotiv Lernförderung
· Format: DIN A2 quer
· Bestellnummer: A 857n
Im BMAS-Portal können Sie das Plakat mit dem Motiv "Lernförderung" bestellen.
Bildungspaket - Plakatmotiv Ausflüge in Kita und Schule
· Format: DIN A2 quer
· Bestellnummer: A 857o
Im BMAS-Portal können Sie das Plakat mit dem Motiv "Ausflüge in Kita und Schule" bestellen.
Bildungspaket - Plakat Kita
· Format: DIN A2 hoch
· Bestellnummer: A 857g
Im BMAS-Portal können Sie das Plakat mit dem Motiv "Kita" bestellen.
Bildungspaket - Plakat Schule
· Format: DIN A2 hoch
· Bestellnummer: A 857p
Im BMAS-Portal können Sie das Plakat mit dem Motiv "Schule" bestellen.
Werbung für Musikschulen ist nicht dabei.
Vielleicht hat Urselchen, unsere Gute, immer noch nicht kapiert, dass zwischen
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