Knallroter Lippenstift

Anzeige

"Bei der Beratung sind manche von ihnen zwar noch misstrauisch, später bei den Aufnahmen trauen sie sich dann aber doch mehr", berichtet die Fotografin. Da lässt sich etwa eine Frau mit knallrotem Lippenstift vor einer Wand in der gleichen Farbe ablichten. Ein Mann lässt sein Foto anschneiden, so dass die obere Hälfte der Stirn nicht mehr zu sehen ist. Und eine junge Frau lässt sich nicht wie üblich von schräg vorne, sondern von schräg hinten fotografieren.

Bei kreativen Berufen kommen ungewöhnlichen Fotos gut an, bei einer Bewerbung etwa bei einer Bank sollte jedoch auf das Herkömmliche gesetzt werden. Wichtig ist in jedem Fall eine positive Körpersprache. Der Bewerber sollte aufrecht sitzen, herunter hängende Schultern machen keinen guten Eindruck, sagt Blohmann. Für den gewünschten "freundlich-bestimmten Ausdruck" sorgt oft der Satz: "Denken sie doch mal an ihren neuen Job, auf den sie sich freuen."

In Ländern wie Großbritannien ist es unüblich, sich mit Bild zu bewerben. "In Deutschland hat man schlechte Chancen, wenn man kein Bild mitschickt", ist die Erfahrung von StepStone-Mitarbeiter Theisen.

Nicht älter als ein Jahr

Stefanie Baumgärtner aus der Personalabteilung des Konzerns Procter & Gamble in Darmstadt ist da anderer Meinung: "Wir bekommen immer häufiger Online-Bewerbungen, und dabei scheinen die Bewerber ihre Fotos oft zu vergessen." Die Chancen der Bewerber würden sich dadurch nicht verändern.

Sie schätzt Fotos dennoch, da sie so einen ersten Eindruck von den Menschen erhält. "Manchmal muss man auch lachen." So zum Beispiel wenn ein Bewerber ein Bild schickt, auf dem auch seine Frau und seine beiden Kinder zu sehen sind. Wichtig ist ihr, dass die Bewerber ordentlich gekleidet sind. Das Foto sollte aktuell, also nicht älter als ein Jahr sein.

In welchem Format die Fotos geschickt werden, und ob sie schwarzweiß oder bunt sind, spielt in der Personalabteilung von Procter & Gamble keine Rolle. Nach der Erfahrung der Fotografin Blohmann sind jedoch Schwarzweißfotos mittlerweile wieder out.

Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2

  1. Der richtige Schuss
  2. Sie lesen jetzt Seite 2
Leser empfehlen 

(dpa/Sabine Maurer/bön)