Berufsmessen für Abiturienten Alles sehr verwirrend

"Auf einer Messe ist es nicht unser Primärziel, uns intensiv mit der Persönlichkeit der Schüler zu befassen", erklärt Muschol. Hier gehe es in erster Linie um Informationen und nicht um Beratung. "Ein Messebesuch bringt etwas, wenn er gut vorbereitet ist", findet Langen. Denn dann könne man an Ort und Stelle noch wichtige Fragen zum Bewerbungsverfahren oder Studienaufbau klären. Das sei leichter, als Veranstaltungen einzelner Unis und Firmen aufzusuchen. Ebenso könne man eine Messe auf sich wirken lassen und zufällige Anregungen als Basis nehmen, weitere Schritte zu unternehmen, sagt Muschol.

Anna hat derweil den Stand der Universität Passau gefunden: "Ich wollte mich über den Studiengang Kulturwirt informieren." Der ist breit aufgestellt, beinhaltet Wirtschaftswissenschaften, Kultur und eine Sprache. Ob sie auf Bachelor oder zusätzlich auf Master studieren solle, kann Anna schlecht einschätzen - und bekommt auch an diesem Tag keine Klarheit. Doch immerhin, sie erhält viel Informationsmaterial über die dortige Uni. Zudem kann sie sich über den Auslandsaufenthalt, der in diesem Studium Pflicht ist, informieren.

Auch Carolin, 18, ist auf der Messe, um sich über Studiengänge im Ausland und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren: "Ausland gehört ja heute einfach dazu", sagt sie. Angès Bousset, Hochschulbeauftragte am Stand von Campus-France, bestätigt: "Ich glaube, es entwickelt sich ein gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedeutung von Mobilität und Sprachen." Ihr Stand ist bei den jungen Besuchern gefragt. Von den Beratern hört man oft, sie müssten besonders viel über exotische Sprachen wie Russisch, Chinesisch und Portugiesisch erzählen.

Bousset merkt oft, dass die Besucher trotz Internet nicht ausreichend informiert sind. So muss sie beim Thema Ausland immer wieder die Versicherungsfrage ansprechen: "Da muss man gezielt drauf hinweisen. Das Internet allein reicht nicht". Sie sagt, Informationen auf der Messe nicht immer ausführlich genug vermitteln zu können, versuche aber per E-Mail Kontakt mit den Schülern herzustellen und sie weiter zu beraten.

Oft sei es gerade der Schritt zur Realität, das Gespräch mit den Menschen aus dem Berufsfeld, was den Schülern fehle, sagt Langen: "Auf einer Messe kann man nur einen Anfang machen." Das sieht auch Anna so. Der Tag auf der Messe hat ihr bewusst gemacht, mit welchen Fragen sie sich noch beschäftigen muss. So gesehen war es dann doch ein Erfolg.

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