Schwere Vorwürfe: Das bayerische Kultusministerium soll Lehrer angewiesen haben, Schüler des achtjährigen Gymnasiums besser zu benoten.
Klaus Wenzel, der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), hat schwere Vorwürfe gegen das Kultusministerium erhoben: Auf Druck der Behörde sollen Schüler des achtjährigen Gymnasiums besser benotet werden. "Mir wurde mitgeteilt, dass das Kultusministerium Schulleitern die versteckte Anweisung erteilt hat, man solle nachhelfen, dass G-8-Schüler nicht schlechter abschneiden als die Schüler auf dem G9", sagte Wenzel.
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Protestierende Schülerin: Mehr Belastung doch bessere Noten im G8? (© Foto: dpa)
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Genauere Angaben wollte er nicht machen, um keine Kollegen zu belasten. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) dementierte die Vorwürfe: "Ich kenne eine derartige Aussage meines Ministeriums nicht."
Anlass für Wenzels Kritik war eine Erhebung, die Spaenle am Dienstag veröffentlichte: Danach schnitten die Elftklässler des G8 in den Halbjahreszeugnissen etwas besser ab als die Zwölftklässler des letzten G-9-Jahrgangs. Die Erhebung sollte die Befürchtung zerstreuen, der Leistungsdruck führe zu schlechteren Noten bei den G-8-Schülern. "Spaenle wollte die Öffentlichkeit beruhigen, doch jetzt wird der Sturm erst richtig losgehen", sagte Wenzel.
Mündliche Noten aufgewertet
Damit G-8-Schüler besser abschneiden, seien auch die mündlichen Noten aufgewertet worden, so Wenzel. Bei den G-8-Schülern wird die Gesamtnote zu gleichen Teilen aus mündlicher und schriftlicher Teilnote errechnet, bei den G-9-Schülern zählt die schriftliche Note weiterhin doppelt. Mündliche Noten fielen aber erfahrungsgemäß immer besser aus, deshalb seien die G-8-Schüler im Vorteil.
Auch Josef Kraus, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbands und Gymnasialdirektor in Vilsbiburg, kritisiert das Kultusministerium: "Das mutet schon ein bisschen planwirtschaftlich an", sagte er. "Und ich prognostiziere schon jetzt, dass die Abiturnoten der G-8-Schüler nächstes Jahr - beim ersten doppelten Abiturjahrgang - um drei Zehntel besser sein werden als bei den G-9-Schülern. Und die sagen jetzt auf einmal: Wir sind die Gelackmeierten."
Minister Spaenle wies die Kritik an der Notenerhebung zurück: Die neue Gewichtung der mündlichen Noten sei notwendig, um die Chancengleichheit zwischen G8 und G9 zu wahren, da die Gesamtstruktur der Oberstufe stark verändert wurde. Und die mündlichen Leistungen würden im Vergleich zu früher objektiver bewertet, sagte er. Beispielsweise gebe es im neuen G8 viele kleine schriftliche Arbeiten, die in die Note einfließen würden.
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(SZ vom 25.02.2010)
Diskussion um Leinenpflicht für Hunde
man kann strenger oder 'gnädiger' korrigieren, je nach Wunsch - über die Leistung sagt das nichts aus.
Was mich allerdings wundert, dass Schüler, Eltern und Lehrer sich diese Frechheiten und Ignoranz eines Herrn Sp..nle gefallen lassen. Wie soll sich da je etwas ändern?
Ja,das wärs... aber diese Idee umweht der Hauch der Utopie. Ich kann nicht beurteilen, ob Schule jemals so war, dass es nicht primär um auswendiglerenen und hinrotzen ging, sondern tatsächlich gebildete, weltoffene und v.a. bildungswillige Menschen hervorzubringen...
Das Hauptproblem, das auch mich einholte, war nämlich, dass Schule einem jungen Menschen jegliche Lust an der Wissensakquise nimmt.
man kann strenger oder 'gnädiger' korrigieren, je nach wunsch - über die leistung sagt das nichts aus.
was mich wundert, dass eltern, schüler, lehrer sich diese frechheiten und lügen eines herrn s.ähnle einfach gefallen lassen. wie soll sich da je etwas ändern??
Das hat Seneca aber ironisch gemeint. Mit einem Stoßseufzer sozusagen.
Was eigentlich stört an dieser Diskussion, zeigt sich erst beim zweiten Hinsehen. Statt die Belastung für unsere Kinder herauszustellen, geht es mal wieder nur um Noten. Ob diese allerding besser, oder schlechter oder was auch immer sind, ist völlig nebensächlich. Eine Beurteilung über den "Erfolg" der Reform kann doch nicht ernsthaft über die Benotung geführt werden. Einfach lachhaft.
Und so wird das Soll erreicht.
Paging