Die Wirtschaftskrise trifft Auszubildende besonders stark. Jeder vierte Azubi wird nicht übernommen, unbefristete Arbeitsverträge gibt es kaum.
Auszubildende sind von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise deutlich stärker betroffen als ältere Arbeitnehmer. Das hat eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ergeben, die am Montag veröffentlicht wurde. Demnach wussten zwei von drei der knapp zweitausend befragten Lehrlinge kurz vor Ende ihrer Ausbildung noch nicht, ob sie nach erfolgreicher Prüfung in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden. Jeder Vierte wusste hingegen schon sicher, dass es für ihn in seinem Ausbildungsbetrieb keine Zukunft gibt. Von diesen hatten die meisten noch keine Perspektive, wie es künftig für sie weitergehen soll.
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Die Perspektiven nach der Ausbildung sind für viele Azubis beschränkt. (© )
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"Atypische Beschäftigung"
Von den Jugendlichen, die in ihrem Betrieb bleiben können (36 Prozent), wird jedoch nur jeder Dritte einen unbefristeten Vertrag erhalten. Befragt hatte der DGB Auszubildende in drei westdeutschen und einem ostdeutschen Bundesland. Vergleichszahlen aus dem Vorjahr lagen der Studie nicht zugrunde.
Der DGB sieht das Ergebnis der Befragung dennoch mit großer Sorge. Es bestätige, dass gerade junge Menschen zunehmend von "atypischer Beschäftigung" betroffen seien, heißt es in der Studie. Eine reguläre Übernahme sei mittlerweile die Ausnahme, beklagte der Gewerkschaftsbund. Da Jugendliche nach der Ausbildung nur sehr kurz Anspruch auf Arbeitslosengeld hätten, würden sie schnell in Hartz IV und prekäre Jobs gedrängt, weil sie anderenfalls mit Sanktionen rechnen müssten, kritisiert der DGB.
Auch die Bundesanstalt für Arbeit (BA) war in einer Analyse des Arbeitsmarktes zu dem Ergebnis gekommen, dass die Krise vor allem die ganz Jungen trifft. Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ist binnen eines Jahres um zwölf Prozent angestiegen. Während die Kurzarbeit Entlassungswellen unter Älteren noch verzögere, seien Ausbildungsverhältnisse vielfach nicht in Einstellungen gemündet und befristete Verträge nicht verlängert worden, hieß es seitens der BA.
Im Westen stärker betroffen als im Osten
Auch bei Kündigungen nach Sozialauswahl stehen die Jungen meist schlechter da als ihre älteren Kollegen. In der Arbeitslosenstatistik hat sich das schon seit Februar bemerkbar gemacht: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt seitdem jeden Monat deutlich über dem Wert des Vorjahres. 16 Prozent mehr Jugendliche beziehen daher inzwischen Arbeitslosengeld, acht Prozent mehr müssen von Hartz-IV-Leistungen leben. Jugendliche im Westen sind von dem Anstieg deutlich stärker betroffen als ihre Alterskollegen im Osten.
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(SZ vom 15.12.2009/holz)
DFB-Torhüter ter Stegen
Ok, also wenn ich mir die Grafik anschaue sehe ich, dass das Level der journalistischen Statistikkenntnisse miserabel ist. ich komme nur auf die erwaehnten 2/3 die keine Gewisse uebernahme vor sich haben wenn ich die 24% hinzuzaehle wo sowieso keine uebernahmechance besteht.
Liest des irgendein Festangestellter bei der Sueddeutschen nochmal Korrektur, oder darf da jeder Volontaer einfach so posten? Wenn man schon von politischen Institutionen "Studienergebnisse" uebernimmt (die wahrscheinlich mit einem Laecheln ueberreicht wurden), dann sollte man den Quelltext doch bitte filtern.
Wie waere es denn mal, wenn Sie, liebe SZ Redaktion, an die Uni gehen, und Transference Seminare unterstuetzen, wo die Oeffentlichkeit und Sie in aktuelle Arbeitsmarktforschung Einblick bekommen koennen. Dies wuerde ich (als Nichtarbeitsmarktoekonom) begruessen.
Hallo MrStefanm59,
ich arbeite selber noch in der Firma, in der ich meine Ausbildung gemacht habe. Und habe anschließend meinen Meister gemacht. Alles unterstützt (wenn auch nicht finanziell) durch meine Firma.
Gut, dass mit den Handy-Läden war etwas überspitzt, aber es gibt viele Azubis, die ihre Zukunft nach der Ausbildung nicht im Handwerk sehen, sondern versuchen über die BOS an die Uni zu gehen. Was ja auch nicht verkehrt ist.
Auf dem Bau ist es leider wirklich so, dass das Klima nicht unbedingt der Karibik entspricht. Und dass viel unter Zeitdruck gearbeitet wird. Dass man auch mal am Wochenende und Nachts arbeiten muss. Aber ich fand bzw. finde es toll, wenn ich an Gebäuden vorbeifahre und sagen kann, da hab ich mitgemacht. Oder das Gebäude im Laufe der Zeit vom Rohbau bis zur Eröffnung wachsen zu sehen.
Und streng geht es bei uns wirklich nicht zu. Und ich glaube in den meisten anderen Handwerksbetrieben auch nicht.
Nur, wenn man Familie gründen oder Haus baun will, verdient man als Geselle im Handwerk eindeutig zuwenig.
Lieber Rudel82:
es kann nicht sein, dass keiner mehr weiterarbeiten will. Wem seine Arbeit Freude be-
reitet, der gibt diese nicht so einfach auf.
Und Handy-Läden kann man meiner Ansicht nach nicht so ohne weiteres eröffnen.
Da muss schon eine gewisse Qualifikation vorhanden sein.
Zunächst hatte ich den Artikel falsch verstanden denn ich ging davon aus, dass, es einen
Mangel an Ausgebildetem Personal gibt.
Eine Lösung des Problemes -wie es sich aus ihrer Sicht darstellt- dem Milieu Ausbildung eine andere Farbe zu geben.
Weniger Streng-mehr Lohn und womöglich schon während der normalen Lehrzeit Qualifikations-Lehrgänge in Richtung Meisterbrief.
Wo Anreize fehlen und zudem ein etwas am Bau wohl übliches rauhes Klima herrscht hat keiner Lust dazu übernommen zu werden.
Wir würden sofort weitere Azubis einstellen, wenn die gewillt sind auch zu arbeiten. Leider ist es so, dass viele Azubis gar keine Lust haben nach der Ausbildung weiterzuarbeiten, weil sie lieber Handyläden am Münchner Hauptbahnhof betreiben oder auf die BOS gehen um anschließend zu studieren. Die meisten Azubis wollen gar nicht in ihrem Beruf weiterarbeiten. Im Handwerk ist aber aber leider so, dass man als Geselle nicht wirklich viel verdient, weshalb man die Azubis schon verstehen kann. Aber wenn man gut und motiviert ist, kann man auch auf der Karriereleiter klettern. In unserem Betrieb haben wir eine Ausbildungsquote von 20-25%. Da ist es doppelt frustrierend, wenn man am Ende von einem Ausbildungsjahrgang keinen Azubi übernehmen kann, weil diese gar keine Lust zum weiterarbeiten haben.
Wir würden auch Gesellen einstellen, nur gibt der Arbeitsmarkt leider keine quailifizierten Arbeitskräfte her.
Bei weiteren 40 Prozent ist die Übernahme unsicher. Nur 12 Prozent der Azubis erhalten eine sichere Festanstellung. Früher waren das mal über 90 Prozent.
Die Auswirkungen auf die Lebenssituation, das Selbstwertgefühl und die Familienplanung sind verheerend.
Hier wird der Grundstein für eine perspektivlose Zukunft voller Politikverdrossenheit gelegt. So wie auch bei vielen studierten und nun frustrierten Bachelors. Und was unternimmt die Regierung. Setzt alle Jetons auf Mittelstand und Oberschicht - Prost Mahlzeit - der Letzte mache das Licht aus.
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