Überraschender Erfolg in Mississippi US-Mediziner heilen HIV-infiziertes Kind

Von Geburt an war das Baby mit dem HI-Virus infiziert. Doch nun melden Ärzte aus den USA einen überraschenden Behandlungserfolg: Die Viruslast im Körper des mittlerweile zweieinhalbjährigen Kindes ist so gering, dass Mediziner es als geheilt bezeichnen. Seit mehr als einem Jahr bekommt das Kind keine Medikamente mehr.

Im Bundesstaat Mississippi ist es Medizinern erstmals gelungen, ein seit der Geburt mit dem HI-Virus infiziertes Kleinkind zu heilen. Allerdings müssen nun weitere Studien bestätigen, dass die angewendete Methode tatsächlich wirkt.

Zwar sei die Viruslast im Körper des zweieinhalbjährigen Kindes nicht vollständig eliminiert, hieß es am Sonntag auf einer Forscherkonferenz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Sie sei jedoch so gering, dass keine weitere Medikation notwendig sei und dass HIV-Tests negativ sind.

Die betreuende Ärztin Hannah Gay sagte dem britischen Guardian, es sei die erste "Heilung" eines HIV-infizierten Kindes. Noch sind die Forscher nicht vollständig sicher, wieso die Behandlung erfolgreich war, ebenso können sie noch nicht sagen, ob auch andere Babys auf diesem Weg geheilt werden können - doch der überraschende Erfolg lässt zumindest hoffen, dass eine solche Therapie künftig häufiger zu positiven Ergebnissen führen könnte.

Genaueres zur Identität des Kindes ist nicht bekannt. Wie die Mediziner sagten, wusste die Mutter vor der Geburt nicht, dass sie selbst HIV-infiziert ist. Die Nachricht bekam sie erst, als bereits Geburtswehen auftraten. Die Ärzte begannen etwa 30 Stunden nach der Geburt mit der Behandlung des Babys und verabreichten ihm einen Cocktail aus drei HIV-bekämpfenden Medikamenten.

Diese Behandlungsweise ist aggressiver als normalerweise bei Neugeborenen. Doch die Ärzte begründeten ihr Vorgehen damit, dass die Mutter - und damit auch ihr ungeborenes Kind - während der Schwangerschaft nicht gegen HIV behandelt wurde.

Nun hat das Kind seit mindestens einem Jahr keine Medikamente mehr bekommen und seit Monaten keine Ärzte mehr gesehen. Die Mediziner in Mississippi glauben, dass die Behandlung deshalb so erfolgreich war, weil sie bereits kurz nach der Geburt mit der aggressiven Therapie begannen. Sie sagen aber auch, dass sich diese Art der Behandlung nicht auf ältere Kinder oder gar Erwachsene übertragen lasse, die mit HIV infiziert sind.