Übelkeit in der Schwangerschaft Es bleibt übel

Drei Viertel aller Frauen leiden in der Schwangerschaft an Übelkeit, jede zweite muss sich sogar übergeben. So vage wie die Ursachen des Leidens sind auch die Behandlungsmöglichkeiten.

Von Wiebke Rögener

Wenn die Romanheldin aus heiterem Himmel eine "Magenverstimmung" bekommt, sich morgens heimlich übergibt und appetitlos zum Frühstück erscheint, ist dem Leser sofort klar, was sich ankündigt: Ein Kind ist unterwegs - was üblicherweise zu allerlei Verwicklungen führt.

Schon die Ärzte in der Antike kannten Übelkeit und Erbrechen als häufige Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft.

(Foto: AFP)

Eines der jüngsten Beispiele dürfte Bella Cullen aus der Blutsauger-Saga "Twilight" sein, die mit einem Vampirbaby schwanger geht.

Doch auch Schriftsteller vergangener Jahrhunderte wussten, dass Übelkeit und Erbrechen häufige Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft sind; Ärzte kannten diese Anzeichen schon in der Antike.

Nach aktuellen Schätzungen leiden mindestens drei Viertel aller werdenden Mütter für einige Wochen daran, so die Gynäkologin Jennifer Niebyl von der University of Iowa in einer Übersichtsarbeit.

Contergan sollte gegen Übelkeit in der Schwangerschaft helfen

Demnach muss sich die Hälfte aller schwangeren Frauen zu Beginn der Schwangerschaft häufig übergeben, ein weiteres Viertel leidet unter Übelkeit ohne Erbrechen. Die Ammenweisheit, dass sich alles nach drei Monaten lege, stimmt leider nicht immer: Bis zu 20 Wochen kann die Quälerei dauern.

Die Ursache des bekannten Leidens liegt allerdings noch immer im Dunkeln. Mal wird ein Mangel an Vitamin B vermutet, mal soll der erhöhte Spiegel eines Hormons - des Choriongonadotropins - Schuld an der Malaise sein. Es wird in der Plazenta gebildet, und eine große Plazenta, etwa bei Zwillingsmüttern, erhöht vermutlich die Anfälligkeit.